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Handball-Verbandsliga: Die Turnerschaft Lürrip bekommt ein weiteres Jahr zum Weiterentwickeln

Saisonfazit Turnerschaft Lürrip : Ein geschenktes Jahr zum Weiterentwickeln der jungen Mannschaft

Sportlich stand am Ende der Verbandsliga-Saison für die Turnerschaft Lürrip der Abstieg. Weil der Hülser SV und der SV Neukirchen ihre Teams aber zurückgezogen haben, bleibt das junge Team von Coach Tobias Elis in der Liga – und darf sich dort im kommenden Jahr erneut beweisen.

In der Abschlusstabelle landete die Turnerschaft Lürrip auf dem vorletzten Tabellenplatz, nur die bereits im August 2021 zurückgezogene Mannschaft des Hülser SV lag noch dahinter. Diese Platzierung wäre gleichbedeutend mit dem Abstieg in die Landesliga gewesen. Allerdings zog der SV Neukirchen seine Mannschaft nach Ablauf der Saison aus der Verbandsliga zurück und ist somit neben dem Hülser SV der zweite Absteiger, sodass die TSL mit viel Glück doch noch den Klassenerhalt realisierte, wenn auch ohne eigenes Zutun. Die sich im Neuaufbau befindliche junge Mannschaft hat sich im Laufe der Verbandsliga-Saison permanent weiterentwickelt und war auch für die eine oder andere Überraschung gut, wie etwa beim 28:24-Erfolg gegen den Tabellenzweiten TV Kapellen.

 Coach Tobias Elis und sein Team.
Coach Tobias Elis und sein Team. Foto: Dieter Wiechmann

So lief die Rückrunde

Die beiden extrem hohen Niederlagen gegen die Turnerschaft St. Tönis (23:43) und den TV Aldekerk II (27:48) zählen sicherlich zu den Negativerlebnissen für die Mannschaft. „In beiden Spielen hat nichts funktioniert“, ärgert sich der Lürriper Trainer Tobias Elis. „Wir haben überhaupt keine Kontrolle gefunden und das sind dann schon sehr bittere Momente. Dafür waren jedoch die Spiele deutlich kontrollierter als zuvor. Da ist eine sehr positive Entwicklung zu erkennen. In den Angriffen hat die Mannschaft es geschafft, mehr Ruhe hinein zu bringen und gerade die jungen Leute haben dabei ihre Chancen genutzt. Leider sind wir in der sogenannten Crunch-Time noch nicht abgezockt genug und leisten uns noch zu häufig vermeidbare Fehler. Dann ist das Momentum beim Gegner, aber das ist wohl noch dem Alter des Teams geschuldet.“

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Das war gut in dieser Saison

Gerade gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellenbereich hat die TSL häufig sehr starke Auftritte gehabt. „Potenzial ist vorhanden“, sagt Elis. „Immerhin mussten wir neun neue Spieler im Alter von 18 bis 22 Jahren, die bis dato alle unterklassiger gespielt haben, integrieren. Individuelle Qualität und taktische Ausrichtung waren auf jeden Fall eine Herausforderung, was die Jungs meines Erachtens sehr gut gemeistert haben.“

Das war nicht gut in dieser Saison

Natürlich sind in dem jungen Lürriper Team aber auch noch einige Defizite zu erkennen, immerhin hagelte es in den 26 Saisonspielen 19 Niederlagen. „Die anderen Teams sind uns von der Physis her zumeist überlegen, aber daran können und werden wir arbeiten. Unseren Weg, mit jungen Spielern eine Mannschaft aufzubauen, werden wir nicht verlassen und ich glaube, dass wir in der nächsten Saison erneut besser performen werden“, so Elis.

Spieler der Saison

„Rein sportlich betrachtet ist das Tim von der Weyden“, betont der Trainer. „In der Deckung nimmt er auf der Halbposition eine sehr wichtige Aufgabe wahr und im Angriff ist er unser erfolgreichster Torschütze. Tim hat als Rechtshänder von Rechtsaußen eine Trefferquote von 80 bis 90 Prozent, was wirklich richtig stark ist.“ Eine ebenfalls gute Saison hat Valentin Boones gezeigt. Der Spielmacher hat fast alle Saisonspiele durchgespielt und sich damit in den Dienst der Mannschaft gestellt. „Er ist als Regisseur immer besser in seine Aufgabe hinein gewachsen. Valentin musste fast jedes Spiel von der ersten bis zur letzten Minute bestreiten, was für ihn nicht immer einfach war. Wenn er mal die Kontrolle über das Spiel verloren hat, haben wir viele intensive Gespräche geführt. Wichtig war für mich aber auch, dass er nie aufgegeben hat und sich immer durchgebissen hat“, sagt Elis, der insgesamt sehr zufrieden damit ist, was die Mannschaft aus ihren Möglichkeiten gemacht hat. „Das gesamte Team hat für seine Arbeit ein Lob verdient.“

 

So geht es weiter

Momentan ist die Intensität bei den Trainingseinheiten der Turnerschaft deutlich reduziert, eine Pause ist nicht angedacht. „Natürlich sind nicht immer alle Spieler anwesend, sie müssen ja auch einmal die Gelegenheit haben, Urlaub zu machen“, so Elis. „Bei uns gibt es einiges aufzuarbeiten und zu verbessern, was dann auch in kleineren Gruppen möglich ist.“ Das Gesicht der Mannschaft wird sich nicht großartig verändern, Marvin Lüttke wechselt zum Oberligisten TV Geistenbeck, David Beckers hängt die Schuhe an den Nagel und Simon Hintzen hat sich noch nicht entschieden, wie es bei ihm weiter geht. Der einzig echte Neuzugang ist Tobias Ramacher von der Turnerschaft St. Tönis. „Tobias wird mit Andreas Heitzer im rechten Rückraum eingesetzt. Mit gerade einmal 20 Jahren passt er auch sehr gut in unser Konzept. Dann werden wir noch Torhüter Jan Hanschumacher aus der zweiten Mannschaft an den Kader heranführen. Außerdem nehmen noch drei A-Jugendliche am Trainingsbetrieb teil, um schon einmal die Strukturen kennenzulernen“, sagt Elis