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Handball: TV Korschenbroich wirft Borussia aus dem Pokal

Handball : Denkwürdiger Abend für Geistenbeck

Erst nach zweimaliger Verlängerung unterliegt der TVG im HVN-Pokal dem haushohen Favoriten, dem Nordrheinligisten SG Ratingen, im Siebenmeterwerfen – mit 47:48. Der TV Korschenbroich wirft Borussia nach regulärer Spielzeit mit 27:23 aus dem Pokal.

Die Favoriten haben sich in der zweiten Runde des Verbandspokals durchgesetzt, aber der TV Geistenbeck hat dennoch für eine große Überraschung gesorgt: Der Verbandsligist musste sich dem Nordrheinligisten SG Ratingen nur mit einem Tor geschlagen geben, und das auch erst nach zweifacher Verlängerung und dem entscheidenden Siebenmeterwerfen mit 47:48 (10:17, 28:28, 34:34, 41:41). Am Ende war es Philipp Schütte, der scheiterte und Etienne Mensger, der für Ratingen traf, die Gäste jubelten. „Das ist ja auch ein Kompliment, wenn ein Nordrheinligist nach einem Sieg bei uns Freudentänze aufführt“, sagte TVG-Trainer Thomas Laßeur.

Dabei hatte es zuerst nicht nach einer solchen Dramatik ausgesehen, zur Halbzeit führten die Gäste standesgemäß mit sieben Toren. „Wenn man das hochrechnet, geht das Spiel 20:34 aus, was ein normales Ergebnis hätte sein können“, sagte Laßeur, der anfangs zu viel Respekt seiner Mannschaft vor den Ratingern um Ex-Champions-League-Sieger Petre Angelov im Tor und Mazedoniens Nationalspieler Filip Lazarov, der auf 15 Treffer, acht per Siebenmeter, kam, beobachtet hatte. „In der zweiten Halbzeit haben wir aber das Tempo angezogen und erkannt, dass Ratingen viel über die Kreisläufer spielen wollte. Das haben wir gut verteidigt und sind Tor um Tor rangekommen“, sagte Laßeur, der 35 Sekunden vor dem regulären Ende den Ausgleich durch seinen Kreisläufer Timo Bautz feiern konnte. „Da haben wir gesagt: Wir sind jetzt schon der moralische Sieger“, meinte der TVG-Trainer. „Da war bei meinem Team die Leichtigkeit zurück, zu der es fähig ist.“

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Und so hielt Geistenbeck auch die erste Verlängerung offen, Manuel Bremges sorgte mit seinem Tor zum 34:34 für die zweite. Auch in der blieb es eng, die Gäste stellten dann ihre Deckung auf eine offensive 3-2-1-Abwehr um, doch Geistenbeck fand die richtigen Lösungen. „Wir sind auf zwei Tore weg gegangen und haben es dann geschafft, Manuel Bremges, der einen guten Tag hatte, freizuspielen, aber er wirft Zentimeter am Pfosten vorbei. Statt der Entscheidung kam Ratingen so wieder zum Ausgleich“, berichtete Laßeur. Deshalb ging es ins Siebenmeterwerfen, mit dem besseren Ende für den Favoriten. „Das war ein denkwürdiger Abend“, fand Laßeur und ergänzte: „Ich wage zu behaupten, dass alle, die in die Jahnhalle gegangen sind, etwas verpasst haben.“

Denn dort stieg das Derby zwischen dem Oberligisten Borussia und dem Nordrheinligisten TV Korschenbroich, der sich am Ende 27:23 (11:11) durchsetzte. Bis zur 46. Minute war die Partie beim Stand von 19:18 für den TVK offen, dann kassierte Borussias Niklas Berner eine Zeitstrafe, die Gäste zogen danach auf 23:18 davon (53.). „Wir standen dann in der Abwehr besser und haben mit ein paar guten Aktionen das Ergebnis ausgebaut“, sagte TVK-Trainer Dirk Wolf. Für seinen Gegenüber stellte sich das so dar: „Die Zeitstrafe war ein bisschen der Bruch in unserem Spiel“, fand Borussias Trainer Tobias Elis. „Das lag aber nicht an der Deckung, die eigentlich das ganze Spiel über gegen einen höherklassigen Gegner gut gearbeitet hat, sondern es lag daran, dass wir vorne dann vier Bälle vertändelt haben, was Korschenbroich gut ausgenutzt hat“, sagte Elis. Er ergänzte: „Klar hätten wir gerne gewonnen, aber wenigstens war es ein schönes Spiel. Die Halle war voll, es war gefühlt ein Samstagabend unter der Woche. Schade, dass wir es nicht ganz so spannend wie in Geistenbeck machen konnten.“

Borussia: Lyrmann, Plath – Ranftler, Markovic, Prinz (2), Rose (1), Panitz (6/4), Krumschmidt 2, Mannheim, Berner (4), Smits (1), Baup (5), Feld (2). TVK: Krüger, Vitz – Wistuba (3/1), Dicks (3), Jennes (6), Brinkhues (3), Christall (2), Wolf, Förster (1), Biskamp (6), Fütterer (2), Schneider (1).
TV Geistenbeck: Nordmann, Lausberg – Heynen (1), D. Meißner (6), de la Vega Guerra, Pöstges (2), Bautz (11/2), A. Meißner (1), Hermanns (5/1), Bremges (10/2), Krücken, Crews (6/1), Schütte (5/1), Schumacher.