Handball: TV Korschenbroich spielt im Deutschen Amateurpokal

Handball : Der TVK stellt die nächsten Weichen

Im Achtelfinale des Deutschen Amateurpokals geht es am Samstag zur HSG Kleenheim/Langgöns nach Hessen. „Wenn wir schon so weit fahren, wollen wir auch weiterkommen“, sagt Trainer Dirk Wolf. Für die neue Saison ist der Nordrheinligist gut aufgestellt und hat nun auch mit Philip Schneider verlängern und einen Zugang vermelden können.

Der TV Korschenbroich muss zu seinem ersten Pflichtspiel des Jahres 2019 rund 210 Kilometer reisen. Denn es geht am Samstag um 19.30 Uhr nicht in der Nordrheinliga weiter – das eigentlich da angesetzte Spiel bei der SG Ratingen ist verlegt worden auf Mittwoch, 27. Februar –, sondern im Deutschen Amateurpokal. Durch den Sieg des Verbandspokals (HVN) hatte sich der TVK direkt für das Achtelfinale qualifiziert, das nun am Samstag bei der HSG Kleenheim/Langgöns in Hessen steigt.

Der Kontrahent spielt dort in der Oberliga, die aber vom Niveau her mit der Nordrheinliga vergleichbar sein soll. Die ersten Befürchtungen von TVK-Torwart Max Vitz, dass dort nicht mit Harz gespielt werden dürfe, kann sein Trainer Dirk Wolf inzwischen zerstreuen. „In allen Spielen auf DHB-Ebene ist Harz erlaubt“, sagt Wolf, der so – nach einem Videostudium des Gegners – ein Duell auf Augenhöhe erwartet. „Kleenheim hat nicht die körperlich größte Mannschaft, spielt aber einen aggressiven, schnellen Handball. Außerdem ist die Halle immer gut besucht, es wird sicher eine tolle Stimmung“, glaubt Wolf. Der TVK leistet dazu einen Beitrag, denn im Mannschaftsbus fahren rund 20 Fans mit, darunter auch die Trommler.

Verzichten muss Wolf auf Simon Foerster. Nachdem der Linksaußen im Training mit dem Zeigefinger im Trikot eines Mitspielers hängengeblieben war, musste er operiert werden. „Es war ein komplizierter Spiralbruch – das sah aus wie ein Korkenzieher“, berichtet Wolf, der hofft, Foerster zum Ende der Saison wieder einsetzen zu können. Für Kleenheim gilt: „Wenn wir schon so weit fahren, wollen wir auch gewinnen und weiterkommen“, sagt Wolf.

Damit liegt er auf einer Linie mit seinem Verein, der festgestellt hat, dass der Gewinn des HVN-Pokals „ein Aha-Effekt“ war, wie der für das Marketing und die Sponsoren zuständige Jan Wolf sagt. Der 39-Jährige ist nicht verwandt mit Trainer Dirk Wolf, ist aber wie er seit Anfang der Saison in seiner Position tätig.

Er ist Teil des mehrköpfigen Kompentenzteams des TVK, das unter der Woche bei einem Sponsorentreffen einen Rück- und einen Ausblick gab. Nach dem Abstieg aus der Dritten Liga hatte es Sorgen gegeben: Die Finanzierung war unklar und Gesellschafter stiegen aus. „Wichtig war, dass der Gesamtverein ein Bekenntnis zum Leistungshandball gegeben hat“, sagt Jan Wolf und führt aus: „Mit der Ausrichtung ,Handball-Herz goes Heimat’ haben wir eine Kooperation mit dem Slogan der Stadt Korschenbroich geschaffen, die bei uns unter anderem auf den Trikots sichtbar ist. Wir haben seit dem 1. Juli eine neue Trägergesellschaft mit dem Verein als einzigem Gesellschafter, haben das Sponsoringkonzept ein bisschen verändert und den Handball-Herz-Club neu aufgelegt. Der hat rund 20 Mitglieder und wir konnten bei den Sponsoren 90 Prozent halten und haben in den letzten Monaten sechs neue dazubekommen. Und obwohl in der Nordrheinliga weniger Gästefans kommen, liegen wir beim Zuschauerschnitt fünf Prozent über dem Vorjahr.“ Das alles zeige: „Wir stehen für Leistungshandball und wollen Talente aus der Region entwickeln. Wir bauen ein wirtschaftliches solides Fundament auf, das uns befähigt, wieder in die Dritte Liga zurückzukommen“, sagt Wolf. Dazu soll es in diesem Jahr unter die ersten Fünf der Liga gehen, in der nächsten Saison dann in die Spitzengruppe. „Und wir wollen den HVN-Pokal verteidigen“, sagt Wolf.

Für diese Ziele hat der TVK bereits fünf der sechs besten Torschützen mit Verträgen bis 2020 ausgestattet, auch Philip Schneider hat nun verlängert. „Mit seiner Erfahrung, seiner Rolle in der Mannschaft und seiner Qualität ist er für uns enorm wichtig“, sagt der Sportliche Leiter Klaus Weyerbrock.

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