Regionalligist unterliegt erneut mit einem Treffer Tränenreiches Déjà-vu für den TVK bei Interaktiv

Handball-Regionalliga · Wie schon im Hinspiel verliert der TV Korschenbroich das Regionalliga-Spitzenspiel gegen Interaktiv Handball mit einem Treffer Unterschied. Beim 29:30 in Ratingen flossen nach Abpfiff sogar Tränen – zumal der TVK Sekunden zuvor noch die Chance zum Ausgleich hatte.

Mit einem Punkt Rückstand verliert der TVK bei Spitzenreiter Interaktiv.

Mit einem Punkt Rückstand verliert der TVK bei Spitzenreiter Interaktiv.

Foto: Achim Blazy (abz)

Mehr Spannung und Dramatik kann man von einem Topspiel kaum erwarten, wenn der Tabellenerste vor 800 Zuschauern – darunter 250 Gästefans aus Korschenbroich – auf den Zweiten trifft. Am Ende lief es für den TV Korschenbroich äußerst unglücklich und er verlor beim Ligapimus Interaktiv Handball in Ratingen mit 29:30 (16:15). Ähnlich bitter wie schon am ersten Spieltag der Regionaliga, als der TVK im Hinspiel mit 24:25 das Nachsehen hatte.

„Diese Niederlage ist für uns natürlich sehr bitter“, betonte der Korschenbroicher Trainer Gilbert Lansen. „Wir haben darauf hin gearbeitet in Ratingen zu gewinnen und zumindest eine Punkteteilung wäre meiner Meinung nach gerecht gewesen. Natürlich ist Ratingen jetzt im Vorteil, aber ich glaube, dass die Saison noch nicht entschieden ist und wenn Ratingen patzt, müssen wir eben zur Stelle sein.“

Zum Spiel: Den ersten Treffer der Begegnung erzielten die Gäste durch ihren Regisseur Mats Wolf. Bis Mitte der ersten Halbzeit gelang es dem TVK auch stets einen knappen Vorsprung zu verteidigen. „Wir haben im Angriff immer wieder gute Lösungen gefunden und auch unsere Trefferquote war richtig gut“, so Lansen.

Ab diesem Zeitpunkt kamen die Hausherren dann auf. Jonas Perschke und Hendrik Stock konnten sich in Eins-gegen-Eins häufig gegen die Korschenbroicher Abwehr durchsetzen. Und dann war da ja auch noch Ante Grbavac, mit elf Treffern erfolgreichster Werfer der Partie. „Ante hat teilweise aus 12 oder 13 Metern geworfen und die Bälle schlugen wie eine Granate in unserem Torwinkel ein, da kann ich auch den Torhütern keinen Vorwurf machen“, sagte der TVK-Trainer.

Davon ließen sich die Gäste jedoch nicht beeindrucken, erzielten ihrerseits vier Tore in Folge und gingen mit 14:11 in Front. Es war jedoch ein munteres Wechselspielchen und die Hausherren erzielten kurz vor der Halbzeit noch den 15:15-Ausgleichtreffer. Damit noch nicht genug, denn mit dem Pausenpfiff ging Korschenbroich durch Maximilian Tobae abermals in Front.

Nach dem Seitenwechsel gelang es keiner der beiden Mannschaften, sich vorentscheidend abzusetzen. Bei häufig wechselnden Führungen schenkten sie sich nichts, auch wenn die Gäste aus Korschenbroich sich für ihren Aufwand nicht belohnten. Allein in der zweiten Halbzeit standen beim TVK neun technische Fehler zu Buche und die Trefferquote ließ gegenüber dem ersten Spielabschnitt ebenfalls deutlich nach.

Am Ende wurde es dann wirklich noch einmal dramatisch. Ratingen ging knapp drei Minuten vor dem Abpfiff mit 30:29 in Front. Die folgenden Angriffe blieben beidseitig torlos, ehe es den Gästen vorbehalten war, die letzte Offensivaktion zu spielen. Lansen wechselte zugunsten eines siebten Feldspielers seine Torhüter aus. Der Ball lief richtig gut durch die eigenen Reihen, ehe Maximilian Eugler sich am Kreis freilief. Allerdings konnte er die Chance nicht verwerten, wurde dabei aber gefoult, sodass Korschenbroich in der letzten Sekunde der Partie noch einmal ein Siebenmeter zugesprochen wurde.

Mannschaftskapitän David Klinnert übernahm die Verantwortung, scheiterte jedoch am Ratingener Torhüter Denis Karic. Damit war dann auch die zweite Korschenbroicher Niederlage gegen Interaktiv zur Gewissheit geworden und einige Gästespieler saßen dann erschöpft, traurig und teilweise mit Tränen in den Augen auf dem Parkett.

„Letztlich waren es zwei Mannschaften auf Augenhöhe, die Werbung für den Handball in unserer Liga betrieben haben“, betonte Lansen. „Ganz toll war die Unterstützung unserer fantastischen Fans. Am Ende haben Kleinigkeiten das Spiel entschieden, Ratingen war dann doch noch ein wenig abgezockter als wir, aber wir haben wirklich ein gutes Spiel gemacht und uns kaum etwas vorzuwerfen. Jetzt dürfen die Spieler noch mit gesenkten Köpfen herumlaufen, doch ab Mittwoch müssen die Köpfe wieder frei sein, wenn wir uns auf die Partie gegen Remscheid vorbereiten.“