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Handball-Oberliga: TV Lobberich kritisiert Stadt wegen Legionellen-Befalls

Handball-Oberligist verärgert : TV Lobberich kritisiert Stadt wegen Legionellen-Befalls

Sportlich läuft es für die Handballer vom TV Lobberich in der Oberliga noch nicht rund. Und auch mit der Heimspielstätte gibt es enorme Probleme. Nun kritisiert der Verein die Stadt und hofft auf Unterstützung.

Gleichgültig ob nach Trainingseinheiten oder aber nach Punktspielen, das anschließende Duschen gehört ebenso dazu wie das vorherige Aufwärmen. Kein Problem, sollte man denken, allerdings gestaltet sich die Situation beim TV Lobberich da etwas anders. In der Werner-Jäger-Sporthalle in Lobberich sind Legionellen im Wasser nachgewiesen worden. „Seit Mai können wir wieder in dieser Halle trainieren und seitdem ist es uns verboten zu duschen“, betont Christopher Liedtke, Trainer des TV Lobberich. Eigentlich kein so großes Problem, zumal Legionellen auch in den Sporthallen, in denen die DJK Adler Königshof und der TuS Treudeutsch Lank trainieren und spielen, nachgewiesen wurden. Hier allerdings ist die Problematik bereits gelöst worden.

„Der Verein hat den Zustand bis heute mehrfach moniert, allerdings ist immer noch nichts korrigiert worden“, so Liedtke weiter. „Wir haben dienstags und freitags Training in dieser Halle, wie auch einige andere Jugend- und Seniorenmannschaften und am Wochenende auch Meisterschaftsspiele. Nicht nur, dass es für einen selbst mehr als unangenehm ist, nach dem Sport nicht zu duschen. Es ist obendrein auch noch sehr peinlich vor den Punktspielen bei den gegnerischen Mannschaften anzurufen, um ihnen mitzuteilen, dass sie nicht duschen können. Bis jetzt waren es Oppum und Hiesfeld. Es gibt schönere Dinge, als sich komplett verschwitzt in ein Auto zu setzen, dann 45 Minuten nach Hause zu fahren, um endlich duschen zu können.“

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Zu den Ritualen bei den Seniorenteams zählt häufig nach dem Sport erst einmal ein Bierchen zu trinken, dann zu duschen. Doch jetzt wollen alle Spieler so schnell wie möglich die Halle und die Mitspieler verlassen, was dem Gemeinschaftssinn sicherlich alles andere als zuträglich ist. „Ich kann mir ja durchaus vorstellen, dass man für die Beseitigung dieses Problems einen Monat benötigt, aber fünf Monate oder vielleicht noch länger – ich weiß ja nicht, wie lange der Legionellen-Befall bei der Stadt schon bekannt ist – das ist mir unerklärlich. Wir sind einfach nur noch enttäuscht“, ärgert sich Liedtke. „Wir freuen uns schon immer auf donnerstags, wenn wir in der Sporthalle an der Süchtelner Straße trainieren, denn dann können wir duschen. Wie mir bekannt ist, könnte der Einbau von Filtern, die nach einer gewissen Zeit ausgetauscht werden müssten, schon Abhilfe schaffen.“

Legionellen sind aber nicht das einzige Problem des Lobbericher Trainers. Mit der sportlichen Situation ist er nach drei Spielen und 3:3-Punkten ebenfalls unzufrieden. „Wir spielen noch nicht so, wie wir es eigentlich können, momentan schöpfen wir maximal 70 Prozent unseres Vermögens aus“, glaubt Liedtke. „Die Mannschaft hat enormes Potenzial, aber dem einen oder anderen fehlt noch das nötige Selbstvertrauen und in den entscheidenden Situationen ein klarer Kopf. Im Angriff werden die falschen Entscheidungen getroffen und die Außenspieler werden kaum noch in Szene gesetzt. Defensiv mangelt es noch an der Zusammenarbeit der Abwehr mit den Torhütern. Wir haben noch sehr viel Arbeit vor uns, um das Niveau vom vergangenen Jahr zu erreichen. Wenn wir dann im Anschluss noch duschen könnten, wäre das schon eine tolle Sache.“