Pleite gegen den Spitzenreiter, Borussia mit Pflichtsieg TV Lobberich ärgert Haan sehr lange – aber nicht lange genug

Handball-Oberliga · Am Ende sind es kleine Unzulänglichkeiten, die dazu führen, dass sich der TV Lobberich dem Spitzenreiter mit 31:37 geschlagen geben muss. Borussia Mönchengladbach überzeugt zwar nicht, landet aber dennoch einen 30:23-Pflichtsieg.

 Das Team des TV Lobberich

Das Team des TV Lobberich

Foto: Tom Ostermann

Aus der Schützenhilfe für Borussia Mönchengladbach ist nichts geworden, denn der TV Lobberich musste sich nach einem guten Spiel dem Spitzenreiter DJK Unitas Haan mit 31:37 (13:18) geschlagen geben.

Vor der Partie hatten die Hausherren drei Ausfälle zu verzeichnen: Mattes Walter und Ruven Dorenbeck fehlten wegen Erkrankung und Lennard Greven war leicht angeschlagen. Auf ihn müssen die Lobbericher eh in nächster Zeit verzichten, weil er ein Auslandssemester bestreitet. Dafür streifte sich Trainer Christopher Liedtke wieder das Trikot über und der A-Jugendliche Jannik Pasch kam in den Schlussminuten zu seinem ersten Einsatz in der Oberliga.

Erfreulich, dass der Mittelangreifer sich auch gleich in die Torschützenliste eintragen konnte. „Jannik hat seine Sache richtig gut und ist für die nächste Saison sicherlich eine gute Alternative für uns“, freute sich Liedtke über das Debüt des Talentes.

Gegen die körperlich überlegenen Gäste, die in der Deckung stets sehr kompakt stehen, haben sich die Hausherren im Vorfeld etwas einfallen lassen. Fast über die gesamte Spielzeit agierten sie mit einem siebten Feldspieler. Das barg natürlich die Gefahr, dass das eigene Tor bei abgefangen Bällen verwaist war. „Wir haben vier Treffer in das leere Tor kassiert, aber das kann durchaus passieren, wenn man permanent mit einem siebten Feldspieler agiert“, betonte Liedtke.

In der ersten Halbzeit lag Lobberich zwar permanent in Rückstand, war aber stets auf Schlagdistanz und ließ den großen Favoriten nicht enteilen. „Trotz der Niederlage bin ich heute wirklich mehr als zufrieden“, so der Lobbericher Übungsleiter. „Wir hatten uns vorgenommen, Haan so lange wie möglich zu ärgern, und das ist uns auch wirklich sehr gut gelungen. Leider hatten wir am Ende der ersten Halbzeit einen kleinen Einbruch und so konnte Haan sich erstmals einen größeren Vorsprung erzielen.“

Wer jetzt jedoch dachte, die Messe sei gelesen, sah sich getäuscht, denn die Gastgeber bewiesen eine unglaubliche Moral. Sie kämpften sich wieder zurück und kamen Mitte der zweiten Halbzeit wieder bis auf ein Tor heran. Und es wäre noch mehr möglich gewesen, denn zu diesem Zeitpunkt hatte Haan eine Zeitstrafe zu verbüßen und der TVL hatte numerische Überzahl. „In dieser Phase waren wir leider nicht konsequent genug“, ärgerte sich Liedtke.

„Hätten wir da konzentrierter gearbeitet, wer weiß, was dann noch möglich gewesen wäre.“ Allerdings war auch nicht alles Gold was glänzte. Wuchs Lobberich im Angriff über sich hinaus, offenbarten sich doch Schwächen im Deckungsverband. „Hinten haben wir heute leider nicht unseren besten Tag gehabt, sonst hätten wir Haan noch mehr ärgern können. Immerhin haben wir es geschafft, die Dinge auch umzusetzen, die wir in der Woche trainiert haben. Man muss auch zugeben können, dass Haan wirklich eine starke Mannschaft hat und auf jeder Position doppelt gut besetzt ist.“

Die Torschützen des TV Lobberich: Himmel, Falk (je 8), Hoffmanns (7/3), B. Liedtke (5), Mähler (2) und Pasch.

Starke zehn Minuten reichten Borussia Mönchengladbach, um gegen die HSG Hiesfeld/Aldenrade einen 30:23-(17:9)-Pflichtsieg einzufahren. Die Gastgeber fanden anfangs überhaupt nicht zu ihrem Spiel, konnten sich aber zumindest auf ihre Abwehr und den glänzend aufgelegten Torhüter Johannes Lyrmann verlassen. Im Angriff agierten sie dagegen viel zu ungeduldig.

 Borussia Mönchengladbach hat sich gegen HSG Hiesfeld/Aldenrade zu einem 30:23-Pflichtsieg gemüht.

Borussia Mönchengladbach hat sich gegen HSG Hiesfeld/Aldenrade zu einem 30:23-Pflichtsieg gemüht.

Foto: Tom Ostermann

Erst in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit spielten die Borussen stark auf und erarbeiteten sich gleich einen entscheidenden Vorsprung. „Nach dem Wechsel sind wir wieder in alte Muster verfallen und haben unseren Vorsprung lediglich verwaltet“, ärgerte sich der Mönchengladbacher Trainer Ronny Rogawska. „Jetzt müssen wir uns wieder von Spiel zu Spiel steigern.“ Neben Lyrmann verdiente sich bei den Gastgebern der halbrechte Rückraumspieler Niklas Weis noch Bestnoten.

Die Torschützen von Borussia: Panitz (9/4), Weis (6), Bremges, Weisz (je 4), Berner (3), Jennes (2), Nix und Kubik.