1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach
  4. Regionalsport

Handball Oberliga: Personeller Engpass bei Lobberich und Rheydt

Handball-Oberliga der Frauen : Personeller Engpass bei Lobberich und Rheydt

Nach acht Spieltagen stehen die Frauen des TV Lobberich und des Rheydter TV auf den Plätzen drei und sechs. Dabei haben beide Mannschaften erhebliche Personalprobleme.

Am vergangenen Wochenende verloren die Frauen des TV Lobberich das Spitzenspiel beim absoluten Top-Favoriten Bergischer HC am Ende deutlich mit 23:31. Das Ergebnis suggeriert, dass die Schützlinge von Trainer André Riesz chancenlos gewesen sind. Allerdings waren sie bis tief in die zweite Halbzeit ein absolut gleichwertiger Gegner, mussten dann aber abreißen lassen.

Es fehlte schlicht und ergreifend die Kraft, weil sie lediglich mit zwei Auswechselspielerinnen antreten konnten. Wovon eine Spielerin drei Wochen lang nicht trainieren konnte und die andere aus der zweiten Mannschaft ausgeliehen wurde. „Sieht man sich diese widrigen Umstände an, haben wir uns mehr als teuer verkauft“, glaubt Trainer Riesz. Bis zum Jahreswechsel wird sich an dieser Situation auch nichts ändern. „Irgendwie müssen wir die nächsten drei Spiele überstehen und dann hoffen, dass wir im neuen Jahr wieder deutlich mehr Spielerinnen zur Verfügung haben.“ Zu den Trainingseinheiten kann Riesz maximal vier bis sechs Feldspielerinnen begrüßen, die anderen fehlen wegen Urlaub, Schichtdienst, Erkrankungen oder Verletzungen. „Das ist natürlich alles andere als optimal“, ärgert sich Riesz. „So kann man eine Mannschaft in der Entwicklung auch nicht nach vorne bringen.“

  • Marius Timofte, Trainer des Oberligisten Adler
    Handball-Oberliga : TV Oppum muss erneut eine Spielabsage hinnehmen
  • Gut in Form: Deutschlands Handball-Frauen bei
    Starker WM-Auftakt : Deutsche Handball-Frauen besiegen Tschechien
  • Handball : Zweite der SGL stürzt Tabellenführer der Oberliga

Gerade bei den Angriffskonzeptionen, den zu treffenden Entscheidungen und auch der Chancenverwertung ist noch deutlich Luft nach oben. Das Prunkstück ist sicherlich die Abwehr, was darauf zurückzuführen ist, dass die Mannschaft seit Jahren kaum Veränderungen aufzuweisen hat und damit eingespielt ist. Ein weiteres Plus ist die tolle Moral des Teams, das sich zu keinem Zeitpunkt geschlagen gibt und sich stets als eine homogene Einheit präsentiert. Am Samstag empfängt der TVL die Zweitvertretung der SG Überruhr. Dabei sorgt die personelle Notlage dafür, dass eine der drei Torhüterinnen wohl als Feldspielerin auflaufen muss.

Beim Rheydter TV ist der tolle Zusammenhalt ebenfalls einer der Pluspunkte, doch durch Beruf, Krankheit und Verletzung lässt auch hier die Trainingsbeteiligung viele Wünsche offen. „Das ist für die Oberliga eigentlich nicht ausreichend“, betont der Rheydter Trainer Janosch Greinert. „Die Mannschaft hat eine Menge spielerisches Potenzial, was ohne gemeinsames Training aber nicht weiterentwickelt werden kann.“ Die Parallelen mit dem Lokalkontrahenten gehen aber noch weiter, denn auch beim RTV ist die Abwehr das Prunkstück des Teams. Das allerdings ist schon etwas verwunderlich, war sie noch in den vergangenen Jahren so etwas wie die Schießbude der Liga. Die Defensive muss auch weiterhin der Garant für Erfolge sein, denn es fehlen immer wieder so viele Spielerinnen, dass ein Einspielen fast unmöglich ist, stattdessen ist Greinert beinahe jedes Wochenende gezwungen zu improvisieren. So auch am Samstag bei der HSG Hiesfeld/Aldenrade, wo die Gäste auf ihre komplette Angriffsseite verzichten müssen.

Zwar kann der RTV bislang acht Punkte auf der Habenseite verbuchen, richtet den Blick aber dennoch weiter in den unteren Tabellenbereich. „Wir haben uns vor der Saison vorgenommen, nicht abzusteigen“, betont der Rheydter Trainer. „Momentan sieht es sehr gut aus, aber das kann sich auch genau so schnell wieder ändern.“ Das könnte schon gegen die HSG geschehen, die erst kürzlich einige erfahrene Spielerinnen reaktiviert hat. „Wir wissen überhaupt nicht, was auf uns zukommt“, so Greinert. „Bisher sind wir allerdings auch gut damit gefahren, uns nicht am Gegner zu orientieren.“