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Handball: Nachbarschaftsduell zwischen Lürrip trifft auf Kaldenkirchen

Lürrip trifft auf Kaldenkirchen : Derby statt Ferienpause

In den meisten Handball-Spielklassen ruht der Ball. Nur nicht in der Verbandsliga: Da treffen Kaldenkirchen und Lürrip zum Nachbarschaftsduell aufeinander. Beide Teams konnten zuletzt überzeugen.

Die meisten Spielklasse im Handball-Amateurbereich haben während der Herbstferien in Nordrhein-Westfalen spielfrei. Anders die Verbandsliga, in der am Sonntag das Nachbarschaftsduell zwischen der Turnerschaft Lürrip und dem TSV Kaldenkirchen ansteht. Zuletzt wussten beide Teams zu überzeugen. Lürrip gewann gegen die bis dahin verlustpunktfreien Mannschaften des TV Kapellen und der DJK Adler Königshof II, womit sie sich nach drei Niederlagen zum Auftakt auf Platz zehn hochgearbeiteten. Noch besser lief es beim Tabellenzweiten aus Kaldenkirchen, das lediglich den Auftakt gegen den Top-Favoriten HSG Vennikel knapp mit 26:27 verlor, im Anschluss aber drei deutliche Erfolge gegen die HSG Wesel und die beiden Zweitvertretungen des TuS Lintorf und des TV Aldekerk feierte.

Überhaupt zählt der TSV zu den Teams, die von den meisten Vereinsvertretern am Ende ganz oben gesehen werden. Die Schützlinge von Trainer Volker Hesse haben sich mittlerweile zu einer echten Spitzenmannschaft entwickelt. Belege dafür sind der beste Angriff der Liga, die zweitbeste Abwehr und die beste Tordifferenz. „Das ist eine Momentaufnahme“, glaubt Hesse. „Wir haben zuletzt auch gegen Mannschaften gespielt, die auch hohe Siege zugelassen haben.“ In Lürrip wurde dagegen ein Neuanfang gestartet. Tobias Elis löste Robert Bosnjak auf der Kommandobrücke ab und viele altgediente und erfahrene Spieler verließen den Verein und wurden hauptsächlich durch jüngere Akteure ersetzt. „Es ist doch ganz klar, dass wir uns erst finden und zu einer Einheit zusammenwachsen müssen“, betont Elis. „Was die Mannschaft jedoch auszeichnet, ist ein enormer Wille, und deshalb hat sie auch die vergangenen beiden Spiele gewonnen, womit ich im Vorfeld nicht unbedingt gerechnet hätte.“

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Sicherlich gehen die Gäste aus Kaldenkirchen favorisiert in das Rennen, sind jedoch gewarnt. „Ich konnte mir Lürrip zwei Mal ansehen und weiß daher, was auf uns zukommt“, so Hesse. „Wir werden den Gegner keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Durch die vergangenen Erfolge haben die Lürriper bestimmt neues Selbstbewusstsein tanken können. Wenn wir allerdings unsere Stärken auf die Platte bringen und die Stärken von Lürrip nicht zum Tragen kommen lassen, sollten wir gute Chancen haben.“ Eine der stärksten Waffen der Gastgeber ist das Tempospiel. Das bedeutet im Umkehrschluss: Der TSV muss seine Angriffe geduldig vorbereiten, warten bis Lücken entstehen, und die sich bietenden Möglichkeiten dann nutzen. „Kaldenkirchen ist für mich klarer Favorit“, glaubt Elis. „Wir sind momentan aber auch in einer guten Phase, finden immer besser zueinander. Wir hoffen, genügend Druck aufbauen zu können, damit wir das Spiel so lang wie möglich offen halten. Wir haben Lust, wieder einen Großen zu ärgern, aber wenn Kaldenkirchen einen richtig guten Tag hat, kann es bitter für uns enden.“

Während die Hausherren keinerlei personelle Probleme haben, sieht es da beim Gegner anders aus. Neben dem langzeitverletzten Nils König laboriert Torhüter David Mattke an einer Armverletzung und fällt voraussichtlich mindestens zwei Wochen aus. Thomas Heyer erlitt einen Meniskusschaden und wird Anfang November operiert. Außerdem steht hinter den Einsätzen von Torhüter Christian Thommessen (Probleme im Adduktorenbereich) und Steffen Coenen (Knieprobleme) noch ein Fragezeichen. Eine zusätzliche Brisanz erhält die Partie wegen eines Bruderduells: Der Kaldenkirchen Trainer Volker Hesse trifft auf seinen Bruder Carsten, der in Lürrip das Tor hütet.

„Normalerweise wünsche ich Carsten alles Gute, doch das muss ich am Sonntag für 60 Minuten ausblenden“, sagt der TSV-Übungsleiter. „Meinem Vater wäre es recht, wenn sich beide Mannschaften unentschieden trennen würden.“ Einen Punktgewinn würde Carsten Hesse sicherlich sofort unterschreiben, während das für seinen Bruder wohl zu wenig wäre.