Hallenstadtmeisterschaft: Rheydter SV ist erster Endrunden-Teilnehmer

Hallenstadtmeisterschaft : Rheydter SV ist erster Endrunden-Teilnehmer

Während der Bezirksligist die Vorrundengruppe 1 der Hallenstadtmeisterschaft dominierte, sicherte sich B-Ligist Schelsen Platz zwei.

Der Rheydter SV kam zum Auftakt der Seniorenwettbewerbe in der Jahnhalle mit einigem Selbstvertrauen. „Wir wollen hier schon jedes Spiel gewinnen und Gruppensieger werden, aber ich sehe unsere Favoritenrolle nicht so eindeutig wie meine Kollegen“, erklärte RSV-Coach René Schnitzler. „Uns kann hier schon jeder auch schlagen. Das ist für mich die zweitstärkste Gruppe.“ Nicht ganz so optimistisch war Fabian Vitz, Coach des als A-Ligist nominell zweitstärksten Teams in der Gruppe, Blau-Weiß Wickrathhahn. „Wir sind personell noch immer sehr stark angeschlagen, wollen aber dennoch alles versuchen. Aber es wird sicherlich nicht leicht.“ Beide lagen am Ende des Tages nach Gruppe 1 nicht ganz falsch.

Für den RSV wurde es der erhoffte Durchmarsch. Der Bezirksligist gewann alle vier Spiele, stand bereits vor seinem abschließenden Auftritt gegen Wickrathhahn als Gruppensieger fest. Was dann folgte, überzeugte Schnitzler nicht so ganz. „Da kann man auch ein wenig sehen, wie der Charakter der Fußballer heutzutage ist. Kaum muss man nicht mehr wirklich gewinnen, meint der eine oder andere, er könne einen Gang herausnehmen“, sagte er, fügte dann aber auch an: „Letztendlich wollten die Jungs ja dann doch gewinnen, und sie haben es auch geschafft.“ 20 Sekunden vor dem Ende der Partie traf Ferdi Berberoglu zum 4:3 für den „Spö“, mit sechs Treffern war er am Ende bester Schütze des ersten Tages. Insgesamt wirkte der Favorit recht diszipliniert und geriet vor dem letzten Spiel – als alles schon durch war, kaum in Gefahr.

Hinter dem RSV war von Beginn an klar, dass es kein Team ohne Chance auf Platz zwei gab. In der Tat war Wickrathhahn als A-Ligist aber früh aus dem Rennen, unterlag er doch dem KFC Welate Roj mit 2:3 und dem SV Schelsen danach sogar mit 2:6. Die drei B-Ligisten trugen ihren Kampf also alleine aus – mit dem guten Ausgang für Schelsen. „Ich müsste nochmal in unserem Archiv nachschauen, aber ich denke, dass wir seit mindestens zehn Jahren nicht mehr in der Zwischenrunde waren. Das ist ein großer Erfolg für uns“, sagte der Vorsitzende Reimund Esser freudig. Großen Anteil am Erfolg hatte auch Schlussmann René Krienen, der am Ende beim abschließenden 1:4 gegen den Rheydter SV allerdings berechtigt Rot sah und am 2. Januar nicht wird mitwirken können. „Er war für mich hier der beste Schlussmann heute. Da müssen wir sehen, wie wir das jetzt lösen, weil unsere eigentliche Nummer eins angeschlagen ist“, fügte Esser an, der erstmal Tickets für die Zwischenrunde organisierte.

Knapp gescheitert ist letztlich der SV 08 Rheydt, der zum Auftakt 2:2 gegen Schelsen spielte und dieses Spiel hätte gewinnen müssen, um selbst Zweiter zu werden. Die Schelsener kamen so mit sieben Zählern durch, schafften den zweiten Sieg beim engen 3:2 gegen den KFC Welate Roj.

Einmal wurde es am Auftaktabend in der Jahnhalle aber auch ganz still – so still wie sonst nur, wenn niemand mehr in der Halle ist. Die Mönchengladbacher Fußballfamilie machte dem verstorbenen Ex-Borussen Hans-Jörg Criens in einer Gedenkminute ihre Aufwartung. Es war einer dieser Momente, in denen wieder klar wurde, dass Fußball eben doch nur die schönste Nebensache der Welt ist.