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Gladbacher HTC in der Tennis-Bundesliga: Gegner TC Großhesselohe mit Problemen wegen Olympia

Bundesliga-Spitzenspiel gegen TC Großhesselohe : Olympia als Vorteil für den Gladbacher HTC?

Am Sonntag steigt das Spitzenspiel der Bundesliga zwischen dem GHTC und dem TC Großhesselohe. Dem Gegner aus München bereitet Olympia Sorgen. Aber auch der GHTC kämpft mit den üblichen Problemen vor einem Spieltag.

Die Bundesliga ist ein Konkurrenzwettbewerb. Diese Erkenntnis mag beim ersten Lesen in etwa so überraschen, wie das Tennisbälle gelb sind. Was damit aber gemeint ist: Neben dem Wettkampf der Teams untereinander konkurriert jeder Verein an seinen Spieltagen auch mit den Terminkalendern seiner Spieler. Denn ein ATP-Profi plant seine Saison nicht um die Bundesliga herum, sondern die Bundesliga füllt Lücken, wenn denn solche im globalen und vollgepackten Spielplan des Spielers auftauchen. Und diese Lücken gehen in der Regel relativ kurzfristig auf – zumeist, wenn ein Spieler frühzeitig aus einem Turnier ausscheidet.

Für Henrik Schmidt, Teamchef des Gladbacher HTC, bedeutet das in der Woche vor einem Spieltag vor allem eins: viel Arbeit. „Da sind sehr viele Eventualitäten zu berücksichtigen“, sagt er. Welcher Spieler ist für welches Turnier gemeldet? Wie ist dort seine Auslosung, kann er weit kommen? Spielt er nur im Einzel- oder auch im Doppelwettbewerb? „Man steht täglich mit den Spielern im Kontakt“, sagt er.

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Und trotzdem weiß Schmidt wenige Tage zuvor nicht, welche Spieler am Wochenende für den GHTC auf dem Platz stehen. Das ist für die anstehende Partie am Sonntag nicht anders, wenn der GHTC als Tabellenführer zu Hause den direkten Verfolger TC Großhesselohe empfängt. Ein Spitzenspiel also. „Alle Spieler haben zugesagt, dass sie kommen würden“, sagt Schmidt, bevor er entscheidend anfügt: „Wenn sie es denn schaffen.“

Am Donnerstag waren nur Robin Haase sowie Tim Sandkaulen und Aleksandr Nedovyesov für ein Doppel fix. Der Rest der Top-Spieler war noch verstreut auf europäischen Turnieren: Entweder im kroatischen Umag (Daniel Altmaier, Albert Ramos, Jiri Vesely), im schweizerischen Gstaad (Cristian Garin, Tallon Griekspoor) oder vorgesehen für die Qualifikation am Samstag zum Turnier in Kitzbühel (Andrej Martin).

„Unsere Spieler sind leider alle sehr erfolgreich im Moment“, sagt Schmidt. Es ist ein wenig Galgenhumor dabei. Denn die Erfolge machen seine Arbeit nicht einfacher. Am Freitag waren zumindest einige Spieler bei ihren Turnieren nicht mehr dabei, wer davon am Sonntag verfügbar ist, stand bei Redaktionsschluss aber noch nicht fest.

Für den Gegner TC Großhesselohe ist die Situation hingegen noch bescheidener. Denn in diesem Jahr kommt im Tennis-Kalender noch ein nicht ganz unbedeutendes Turnier in Tokio hinzu, die Olympischen Spiele. Und das trifft den einen Bundesligisten gar nicht, wie den GHTC, den anderen nimmt es die halbe Mannschaft weg, wie Großhesselohe. Gleich sieben Akteure aus dem Kader des Münchener Vereins weilen derzeit bei Olympia, darunter wichtige Spieler wie Jan-Lennard Struff, Philipp Kohlschreiber, die Argentinier Federico Coria und Francisco Cerundolo sowie der österreichische Doppelspezialist Philipp Oswald.

Man kommt bei dieser Ausgangslage nicht umher, den GHTC für die Partie im Vorteil zu sehen. „Großhesselohe spielt nicht mit dem besten Team. Wir haben womöglich Aufstellungsglück“, sagt Schmidt mit Blick auf die Partie. Ihm kommt dabei zugute, dass sich die eigenen Top-Spieler gegen Olympia entschieden haben: Cristian Garin und Albert Ramos sagten ihre Teilnahme bereits frühzeitig ab, Andrej Martin vor wenigen Tagen.

Der GHTC ist mit drei Siegen und einem Remis (7:1-Punkte) in die Saison gestartet und befindet sich damit laut Aussage von Schmidt „voll im Meisterschaftsrennen“. Die Partie gegen Großhesselohe (6:2-Punkte) könnte daher zu einem glücklichen Zeitpunkt anstehen. Zumal das Team aus dem Isartal bei München allgemein vor der Saison zu einem der großen Titel-Favoriten erklärt wurde. Die Voraussetzungen für einen Sieg sind dank Olympia nun nicht die schlechtesten.