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Gladbach HTC im Derby gegen Neuss: Chancenlos schon vor Spielbeginn​

Gladbach verliert Derby gegen Neuss : Chancenlos schon vor Spielbeginn

Der Gladbacher HTC verliert das Heimspiel gegen Blau-Weiß Neuss deutlich mit 1:5. Allerdings tritt der GHTC mit einer Notbesetzung an. Einzig positive Nachricht: Der Klassenverbleib ist gesichert. Die personellen Probleme dürften hingegen weitergehen.

Am Samstag erhielt Henrik Schmidt zwei Anrufe, beide mit schlechten Nachrichten. Zunächst meldete sich Tomas Machac – der Tscheche war am Freitag beim Turnier in Liberec ausgeschieden und damit für das Bundesligaspiel am Sonntag gegen Blau-Weiss Neuss vorgesehen. Bei seiner Niederlage in Liberec zog sich Machac allerdings eine Schulterverletzung zu; sein Arzt habe ihm den Start in der Bundesliga untersagt, teilte er Schmidt mit. Kurz danach klingelte dann erneut das Telefon beim Teamchef des Gladbacher HTC, dieses Mal war Tallon Griekspoor dran. Beim Niederländer hatte Schmidt bis zuletzt auf einen Einsatz gehofft, doch nach einer gerade überstandenen Corona-Infektion teilte Griekspoor mit: kein Match möglich. „Im Prinzip hatten wir das Spiel gegen Neuss schon am Samstag verloren“, sagt Schmidt.

Entsprechend ging Gladbach am Sonntag mit einer Notmannschaft ins Heimspiel: Die Nummer zehn der Setzliste, der Niederländer Robin Haase, stand nun als Nummer eins im Aufstellungsbogen. Denn die Topspieler um Sebastian Baez, Albert Ramos, Tomas Etcheverry oder Daniel Altmaier befinden sich allesamt bereits in den USA für die Hartplatz-Saison. Dieses Problem haben selbstredend alle Teams der Bundesliga, aufgrund der vielen guten Weltranglistenspieler ist Gladbachs Kader in diesem Jahr allerdings besonders davon betroffen. Auf Kosten der Qualität für die Bundesliga.

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Schmidts Hoffnung für das Spiel gegen Neuss: Mindestens ein Einzel gewinnen, um dann mit zwei Siegen in den Doppelbegegnungen zumindest ein Unentschieden zu holen. Beinahe wäre dieser Plan aufgegangen, da sich Doppelspezialist Aleksandr Nedovyesov gegen den Italiener Thomas Fabbiano bemerkenswert gut schlug und im Matchtiebreak beim Stand von 9:8 gar einen Matchball hatte, diesen allerdings nicht nutzte. Am Ende verlor Nedovyesov 7:5, 1:6, 9:11. „Nedovyesov hat ein tolles Spiel gezeigt, dafür, dass er lange kein Einzel mehr gespielt hat“, sagt Schmidt.

Vor den rund 1000 Zuschauern auf der Anlage lieferten sich der Spanier Adrian Menendez und Geoffrey Blancaneaux ebenfalls ein mitreißendes Spiel. Beide zermürbten sich über zwei Stunden mit langen Ballwechseln – allerdings auch in diesem Spiel mit dem besseren Ende für Neuss: Blancaneaux gewann 6:3, 7:5. Und da auch Haase sein Spiel gegen Pedro Sousa (3:6, 3:6) verlor und Lukas Rosol gegen Franco Agamenone (2:6, 1:6) unterlag, blieben Schmidts Hoffungen auf ein Unentschieden unerfüllt. Nach den vier Einzelspielen stand es 0:4 aus Sicht des GHTC, der Spieltag war gelaufen.

Im ersten der beiden Doppel verlor das Gladbacher Duo Haase und Rosol gegen Sousa und Fabbiano mit 7:5, 0:6, 4:10. Immerhin gelangen Nedovyesov und Tim Sandkaulen im letzten Doppel gegen Agamenone und Antoine Hoang (6:3, 6:4) der Ehrenpunkt zum 1:5-Endstand. Eine deutliche Niederlage – aus sportlicher Sicht. Schmidt fand anschließend dennoch versöhnliche Worte für den Nachmittag: „Wir sind nicht traurig. Wir hatten eine volle Hütte, aus Neuss sind viele Zuschauer mitgekommen.“

Für Gladbach bedeutete es dennoch die zweite 1:5-Niederlage in Serie, in der Vorwoche verlor es bereits ebenso deutlich beim TC Großhesselohe. In der Tabelle rutscht der GHTC auf Platz sieben ab, nun mit 7:7-Zählern. Die Saison hat damit schlagartig für Gladbach eine andere Erzählung angenommen: Vor drei Wochen lag das Team von Schmidt auf Platz zwei noch im Rennen um den Meistertitel. Im Anschluss offenbarten sich allerdings die personellen Probleme; Schmidt hatte das bereits zu Saisonbeginn kommen sehen: Viele Topspieler machen zwar Eindruck in der Kaderliste, tatsächlich sind diese Akteure jedoch nicht regelmäßig für die Bundesliga verfügbar.

Einzig gute Nachricht aus Sicht der Gladbacher an diesem Wochenende: Durch die Niederlagen von Ludwigshafen (1:5 gegen Rosenheim) und Krefeld (2:4 gegen Großhesselohe) ist der Klassenerhalt rechnerisch gesichert. „Ehrlicherweise habe ich aber auch nicht geglaubt, dass wir noch in Abstiegsnot geraten“, sagt Schmidt.

Gladbach bringt die Saison nun im Niemandsland der Tabelle zu Ende, irgendwo zwischen Platz fünf und acht. Die Kaderprobleme dürften Schmidt allerdings beim abschließenden Doppelspieltag weiter begleiten: Am Freitag ist der TC Bredeney zu Gast in Mönchengladbach, am Sonntag reist man am letzten Spieltag nach Aachen. „Personell wird es schwierig. Wir wollen die Saison aber ordentlich zu Ende spielen. Mal sehen, wen wir einsetzen“, sagt Schmidt. Vielleicht bekommt er dieses Mal vorab Anrufe mit besseren Nachrichten.