Lokalsport: GHTC fehlt im Derby gegen Köln die Abgezocktheit vor dem Tor

Lokalsport : GHTC fehlt im Derby gegen Köln die Abgezocktheit vor dem Tor

Das 0:0 in der Zweiten Hockey-Bundesliga bringt beide Teams nicht recht voran. Gute Nachrichten gibt es aber aus der Ersten Liga.

Nach der Schlusssirene trat Cedric Jakobi erst einmal vor Wut in die Bande - und holte sich dafür direkt einen Anpfiff seines Trainers ab. "Lässt du das bitte", sagte Marcus Reifenberg mit Nachdruck und durchaus lautstark. Sein Spieler nickte zerknirscht. Jakobis Ärger galt dem vorangegangenen Derby in der Zweiten Bundesliga, das der heimische Gladbacher HTC gegen Schwarz-Weiß Köln nicht hatte gewinnen können, wodurch er nach dem 0:0 einstweilen Tabellenvorletzter bleibt.

Über die Kanalisation des Ärgers lässt sich sicher streiten, nachvollziehbar war der Unmut der Gladbacher in jedem Fall. Immerhin hatten sie die Partie vor allem nach der Halbzeit dominiert, Köln kam nur zu wenigen gefährlichen Weitschüssen und nur zu einer Strafecke nach der Pause, die die Schwarz-Weißen auch noch kläglich liegenließen.

Auf der Gegenseite erspielten sich die Hausherren einige gute Chancen, brachten den Ball aber nicht im Tor unter. Elias Trueson scheiterte kurz nach der Halbzeit am Kölner Torwart Linus Labonté, bei dem sich die Gäste nachher mehr und mehr bedanken mussten, dass sie keinen Treffer kassierten. Reihenweise parierte er die Gladbacher Versuche, unter anderem von Paul Tenckhoff, der in der 48. Minute aus der Drehung zu zentral schoss, oder von Philip Jansen (52.) und Niklas Braun (56.). Und als der GHTC kurz vor dem Ende doch noch eine Strafecke verwandelte, entschieden die Schiedsrichter auf Offensivfoul und erkannten den Treffer nicht an.

Reifenberg fasste zusammen: "Es fehlte ein wenig das Glück - und die Abgezocktheit vor dem gegnerischen Tor. Da war es zu oft so, dass die Spieler gedacht haben: ,Wenn ich die Augen zumache und feste drauf knüpple, geht der Ball schon rein.' Wenn man da den Torwart umkurvt, ist das Tor leer, und wir gewinnen das Spiel mit zwei, drei Toren, für die wir gut gearbeitet haben." Der Trainer ergänzte: "Sicher hätte ich gerne drei Punkte geholt und damit Köln überholt. Aber ich bin nicht unzufrieden, weil wir einen guten Zugriff hatten. Wir haben das leichtere Restprogramm und sollten Köln noch überholen."

Das Remis war für beide Mannschaften im Tabellenkeller noch eine halbwegs gute Ausbeute, denn so vergrößerten sie den Vorsprung auf Schlusslicht Klipper THC Hamburg um eben einen Zähler. Und da seit diesem Wochenende feststeht, dass es in der zweigleisigen Zweiten Liga nur einen Absteiger geben wird, da aus der Bundesliga zwei Mannschaften absteigen, die in die Süd-Staffel eingeteilt werden, lautet das Ziel für Köln wie Gladbach: Nur nicht Letzter werden. Diesbezüglich half die Punkteteilung beiden.

Die Damen des GHTC stehen in der Regionalliga wie ihre Herren auf dem vorletzten Platz und unterlagen gestern Nachmittag zu Hause dem HC 99 Essen 1:2, der sich so auf Platz zwei vorschob.

(ame)