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Hockey: GHTC: Erfolgsmannschaft fällt auseinander

Hockey : GHTC: Erfolgsmannschaft fällt auseinander

Acht Spieler haben den Klub verlassen. Trainer André Schiefer hört auf, Jan Klatt macht alleine weiter.

Es war Ende März, als sich der Gladbacher HTC im Grunde schon aller Abstiegssorgen in der Bundesliga entledigte und in Mülheim beim späteren Deutschen Vizemeister gewann. Da präsentierte sich ein junges Team mit vielen Talenten, die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Zukunft weckten. Dann gaben die Nationalspieler Mats und Tom Grambusch ihren Wechsel zu Rot-Weiß Köln bekannt — und das Unheil nahm seinen Lauf.

"Das ist jetzt eine sehr schwierige Phase. Ich hoffe, dass sich die übrigen Spieler bald zum GHTC bekennen", sagte Trainer Jan Klatt schon vor Wochen. Sein Wunsch wurde jedoch nicht erfüllt. Im Gegenteil: Von jener Mannschaft, die Uhlenhorst Mülheim schlug, haben insgesamt acht Spieler den Verein verlassen, hinzu kommt Routinier Christian Kurtz, der seine Karriere beendet hat. Die junge Erfolgsmannschaft des Bundesligisten ist komplett auseinander gefallen.

"Die Situation ist bitter, sonderbar, ärgerlich und nur schwer verständlich", sagt Klatt. Nach den Grambusch-Brüdern verkündeten in einer Art Kettenreaktion noch Florian Adrians (ebenfalls Rot-Weiß Köln), Sven Alex, Marcus Funken, Florian Pelzner (alle Crefelder HTC), Florian Scholten und Uli Klaus (beide Uhlenhorst Mülheim) ihren Abschied. "Jeder hat seine persönlichen Gründe, doch ich kann nicht alle nachvollziehen", sagt Klatt, der hinzufügt: "Die Spieler versprechen sich bessere sportliche Perspektiven. Doch sie sind hier zu Nationalspielern geworden. Und ich bin mir sicher, dass sie mit dem GHTC in zwei Jahren erreicht hätten, was sie sich jetzt woanders versprechen."

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Der Verlust der Grambusch-Brüder war schmerzlich, doch die Hoffnung, dies langfristig kompensieren zu können, ebenso gegeben. "Wir haben am letzten Spieltag schon ohne Tom und Mats Grambusch sowie ohne Flo Adrians gespielt und beim 4:4 in Krefeld ein gutes Spiel gemacht. Zudem hatten wir bereits Zusagen dreier Spieler, die uns gut zu Gesicht gestanden hätten", sagt Klatt. Doppelt bitter: Als die Wechselflut einsetzte, waren die Chancen auf eine Verpflichtung dieser Spieler so gut wie dahin. "Wenn uns acht Spieler verlassen, können wir nicht alles richtig gemacht haben. Aber ab einem bestimmten Zeitpunkt war diese Entwicklung nicht mehr aufzuhalten", sagt Klatt.

Der GHTC benötigt nun sowohl Quantität als auch Qualität, um in der kommenden Saison eine realistische Chance auf den Klassenverbleib zu haben. "Das ist unser Ziel. Wir haben noch einen Monat Zeit, um Spieler zu finden. Wir sind in Gesprächen, aber es ist schwierig", sagt Klatt, der das Team ab sofort alleine betreuen wird. Trainerkollege André Schiefer steigt aus und übernimmt im Klub mehrere Jugendteams. "Das hat aber nur zu einem sehr geringen Teil mit der jetzigen Entwicklung zu tun. Mein Entschluss steht länger fest", sagt Schiefer. Schon die Grambusch-Wechsel hätten ihn ins Grübeln gebracht. "Wir sind vor Abgängen nicht sicher. Deswegen denke ich, dass wir in der Jugend noch besser aufgestellt sein müssen." Aktuell muss der Verein alle Kräfte bündeln, um ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen. Die rosige Zukunft ist erst einmal Geschichte.

(togr)