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FV Mönchengladbach: Eine Saison aus der Wunschkiste​

Saisonfazit FV Mönchengladbach : Eine Saison aus der Wunschkiste

Mehr ging nicht: Meisterschaft, Aufstieg und Pokalsieg. Hinter dem FV Mönchengladbach liegt eine bemerkenswerte Saison. In der Regionalliga stehen neue Herausforderungen an. Trainer Marco Ketelaer will den Konkurrenzkampf anheizen.

Die erste komplette Saison der Vereinsgeschichte, der erste Aufstieg als Meister, dazu der Gewinn des Kreispokals. Der FV Mönchengladbach hat das Optimum aus der abgelaufenen Saison herausgeholt und spielt künftig in der dritthöchsten Spielklasse der Frauen, der Regionalliga. „Wir sind schon ambitioniert in die Saison gegangen – auch mit dem internen Ziel des Aufstieges. Dass es nun so gekommen ist, ist trotzdem eine überragende Geschichte“, sagt Trainer Marco Ketelaer.

 

So lief die Rückrunde

Mit einem 13:0-Sieg gegen die Reserve von Borussia Bocholt verabschiedete sich der FV Mönchengladbach in die Sommerpause. Es war der 13. Sieg im 15. Rückrundenspiel. Eine herausragende Bilanz, die dennoch in der Rückrundentabelle nur zu Platz zwei hinter der Reserve von Borussia Mönchengladbach reichte. Denn in der Rückserie kassierte der FV gegen Tusa Düsseldorf (1:2) und den CfR Links (2:3) die einzigen Saisonniederlagen. Das direkte Duell gegen Borussia entschied der FV hingegen mit 3:1 für sich. Am Ende gewann das Team von Ketelaer mit zwei Punkten Vorsprung vor dem Stadtrivalen die Meisterschaft. Der Aufstieg war indes schon fünf Spieltage vor Saisonende fix, denn Verfolger Borussia durfte nicht aufsteigen, da die erste Mannschaft bereits die nächst höhere Spielklasse besetzte.

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Das war gut in der Saison

Trainer Ketelaer brachte einen neuen, offensiveren Spielansatz in die Mannschaft, mit zwei Stürmerinnen. „Die Mannschaft hat das sehr schnell angenommen und umgesetzt. Diese Weiterentwicklung war wichtig und entscheidend für den Erfolg“, sagt Ketelaer. Die Zahlen dazu: Am Ende gingen 108 Treffer auf das Torekonto ein – mit Abstand die meisten der Liga. Im Schnitt schoss der FV 3,6 Tore pro Spiel, in acht Partien erzielte man sechs oder mehr Treffer. Auch defensiv stellte der FV mit nur 16 Gegentreffern den Bestwert der Liga auf. „Jede einzelne Spielerin hat eine riesige Entwicklung gemacht, gerade die jungen Spielerinnen, fußballerisch aber auch taktisch“, sagt Ketelaer weiter und nennt exemplarisch Verteidigerin Gloria Zarambaud und Alina Eick aus dem Mittelfeld. Außerdem hätten Spielerinnen wie Torhüterin Michelle Wassenhoven, Eva Opdenbusch und Verena Schoepp ihre Rollen als Leitfiguren im Team angenommen.

Das war nicht so gut in der Saison

Trotz der herausragenden Zahlen aus der Offensive: Für Ketelaer wäre da noch mehr möglich gewesen. „Wir haben zu viele Chancen gebraucht, um ein Tor zu machen“, sagt der Trainer. Aus guten Abschlusspositionen sei zu oft noch einmal das Abspiel, noch einmal der Doppelpass gesucht worden. „An der absoluten Konsequenz hat es gelegentlich gehapert“, sagt Ketelaer. Angesichts der Meisterschaft ist das natürlich Hadern auf höchstem Niveau. Aber Ketelaer weiß auch: In der kommenden Saison, in der Regionalliga, darf sein Team nicht mehr so fahrlässig mit den Torchancen umgehen. Außerdem habe es häufig an Lösungen gegen tiefstehende Gegner gefehlt. „Wir haben es nicht immer geschaft, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben“, sagt Ketelaer.

Die Spielerinnen der Saison

Ketelear nennt zum einen die Torhüterin Wassenhoven: „Sie hat eine überragende Saison gespielt, war ein starker Rückhalt und hat die Mitspielerinnen mitgerissen.“ Zum anderen Alina Eick, die mit 19 Jahren ihre erste volle Saison bei den Frauen spielte und als Sechser im Mittelfeld auf die herausragende Offensivbilanz von 16 Toren kam. „Sie verkörpert viele Dinge, die für unsere Mannschaft stehen: Sie ist jung, dynamisch und hat eine hohe Lernbereitschaft. Sie ist bereits ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft“, sagt Ketelaer. Beste Torschützin war Alina Honold mit 24 Treffern.

So geht es weiter

„Als Mannschaft haben wir die Qualität und das Level für die Regionalliga“, sagt Ketelaer. Es müsse nur ein etwas anderer Ansatz gefunden werden. „Wir müssen uns anpassen, anders auftreten, flexibel sein. Zuvor waren wir in den 30 Saisonspielen der Favorit, das sind wir künftig nicht mehr“, sagt Ketealer. Daher gibt es einen kleinen Umbruch im Team, Ketelaer will bewusst den Konkurrenzkampf erhöhen und mehr Breite im Kader haben. Unter anderem kommt für die Torwartposition mit Clara Elsholz (Uevekoven) eine Konkurrentin für Wassenhoven. Weitere Neuzugänge sind Jana Wagner, Dominika Demska und Julia Brauweiler (alle Uevekoven), Narjiss Ahamad und Flaka Aslanaj (Duisburg II) sowie Elisa Kammen (Moers). Als neue Co-Trainerin gehört die Ex-Bundesligaspielerin Barbara Müller künftig zum Team. Abgänge sind Alexis Lickfett, Jennifer Stinshoff, Melina Liehr, Moesha Drießen, Sophie Rentsch und Karo Kreuder. Trainingsstart war am 14. Juli. Testspiele stehen an gegen Gustorf-Gindorf (24. Juli), Waldenrath-Straeten (31. Juli) an, dazu veranstaltet der FV ein Blitzturnier mit Fortuna Sittard und Alemannia Aachen (14. August). Gegen Sittard bestreitet man noch ein weiteres Testspiel (20. August). Dazwischen steht am 7. August die erste Runde im Niederrheinpokal an.