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Fußball: So gehen die Amateurfußballer mit den Corona-Regeln um

Schwer einzuhalten : Corona-Regeln machen dem Amateur-Fußball zu schaffen

Sport im Freien ist unter gewissen Umständen wieder erlaubt: Hygiene- und Abstandsregeln müssen eingehalten werden, Plätze sind gesperrt, Spiele wird es bis zu den Sommerferien nicht geben.

Es geht wieder los im Amateurfußball, allerdings anders, als wir es kennen. Die NRW-Landesregierung hat den Sport- und Trainingsbetrieb im kontaktlosen Breiten- und Freizeitsport nämlich wieder erlaubt. Zweikämpfe sind dagegen tabu. Unter strengen Auflagen und Hygienevorschriften der jeweiligen Kommunen dürfen die Teams wieder ins Training starten – seit dem 7. Mail gilt diese neue Regelung. Das stellt die Vereine nun vor enorme Herausforderungen, da es von Seiten des DFB und Landessportbundes NRW eine ganze Reihe von Empfehlungen gibt. Hinzu kommen die Vorgaben der Kommunen. Der Mindestabstand von 1,5 Metern gilt es stets einzuhalten.

„Ich weiß aktuell nicht, wie wir die Umsetzung aller Vorgaben bewerkstelligen sollen. Wir wollen zwar wieder auf den Platz, allerdings werden wir hier kein Risiko eingehen. Wir warten derzeit noch auf genauere Infos von der Stadt“, sagte Giesenkirchens Vorsitzender Holger Drever. Dagegen hat der SC Victoria Mennrath das Training am vergangenen Freitag wieder aufgenommen.

Der SV Lürrip lud am Freitag seine Trainer zu einem Briefing zu den Corona-Verhaltensregeln ein, es gibt am Gladbacher Weyersweg einen klar formulierten Verhaltens-Katalog und deutliche Hinweis-Schilder mit der Ansage, die Corona-Regularien einzuhalten. Denn klar ist: „Die Stadt Mönchengladbach behält sich ausdrücklich vor, die Sportanlage umgehend zu schließen, falls die sinnvollen und vom Land vorgegebenen Regeln nicht eingehalten werden“, ist zu lesen.

Bei den Sportfreunden Neuwerk sollte Montag wieder der Ball auf der Bezirkssportanlage am Gatherskamp rollen. „Wir haben nach Bekanntgabe, dass wieder trainiert werden darf, kurzfristig eine Videokonferenz mit den Trainern einberufen“, erklärte Jugendleiter Jürgen Nilgen noch am Wochenende. Doch noch bevor die erste Trainingseinheit unter Auflagen stattfinden konnte, mussten die Verantwortlichen ihre Entscheidung am Montag zurücknehmen. „Die Auflagen für ein kontaktloses Training sind einfach zu hoch. Das können wir als Verein nicht leisten“, sagte Nilgen.

 Wie es beim ASV Süchteln aussieht, entscheidet sich kurzfristig. Der Verein hat durch Jugendleiter Thorsten Spee ein Konzept vorgelegt, welches ein kontaktloses Training ermöglichen soll. Durch zwei Platzanlagen und insgesamt vier Fußballplätzen sollte es hier eigentlich ohne Probleme möglich sein, die Kontakte beim Betreten der Anlage zu vermeiden. Allerdings kommt für die Süchtelner erschwerend hinzu, dass die Stadt Viersen im gesamten Stadtgebiet die Rasenplätze wegen Regeneration gesperrt hat. Dabei wurden beide Rasenplätze des ASV ohnehin zuletzt ein halbes Jahr nicht bespielt, da die Mannschaften wegen der Jahreszeit auf die beiden vorhandenen Kunstrasenplätze ausgewichen sind.

Beim SC Union Nettetal wird vorerst das geliebte Spielgerät auch noch im Ballschrank bleiben. Zwar ist die Christian-Rötzel-Kampfbahn an der Lobbericher Straße Vereinseigentum, doch hier stellen sich auch rechtliche Fragen. „Die Rahmenbedingungen sind alles andere als einfach“, gab Unions Jugendleiter Rolf Dietrich zu.  

Auch wenn die Vereine nun Lösungen für die Trainingsaufnahme finden, sieht es mit dem Spielbetrieb weiterhin schlecht aus. Der Fußballverband Niederrhein (FVN) stellte daher noch einmal klar, dass mit der Wiederaufnahme bis zu den Sommerferien nicht zu rechnen sei. „Von der Durchführung eines normalen Spielbetriebs sind wir im Amateurfußball noch weit weg“, ergänzt FVN-Präsident Peter Frymuth.  

Was am benachbarten Mittelrhein nicht anders aussieht. Dennoch wertet FVM-Präsident Bernd Neuendorf die aktuellen Beschlüsse als kleinen Hoffnungsschimmer – zumal die Landesregierung in Aussicht gestellt hat, ab dem 30. Mai auch wieder Trainingsformen mit Körperkontakt zuzulassen, sofern sich die Corona-Lage bis dahin nicht deutlich verschlechtert hat. „Die Landesregierung hat dem Amateurfußball eine unerwartete und unverhoffte Perspektive eröffnet. Wir werden diese Entwicklung in unsere laufenden Überlegungen einfließen lassen“, sagt Neuendorf. Präsidium und Beirat des FVM haben Anfang Mai über den weiteren Umgang mit der laufenden Saison beraten. „Diese Gespräche werden wir nun zeitnah fortführen.“  

Am Montagabend hat im Erkelenzer Land zum Beispiel auch B-Ligist Dynamo Erkelenz, der sich mit dem Ortsrivalen SC 09 und den Sportfreunden Uevekoven einen Dreikampf um den Aufstieg ins Kreisoberhaus liefert, im Erkelenzer Willy-Stein-Stadion wieder das Training aufgenommen. „Eine Wettkampfsimulation mit Zweikämpfen war natürlich nicht möglich, stattdessen standen der Technik- und Athletikbereich in Vordergrund – und das wird auch in den nächsten Wochen so sein“, erläutert Trainer Maik Schiffers und ergänzt: „Die Jungs hatten richtig Lust, mal wieder gegen den Ball zu treten. Flanken und Torschüsse sind ja auch unter den aktuellen Bedingungen möglich.“ Dreimal die Woche möchte er in nächster Zeit seinen 21er-Kader zum Training bitten. „Wir wollen uns so vorbereiten, als wenn die Saison weitergespielt würde.“