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Fußball: Saisonunterbrechung bei den Amateuren

Amateurfußball : Amateure müssen den Fußball ruhen lassen

Der Spielbetrieb kommt aufgrund der Corona-Pandemie erneut zum Stopp. Der Fußballverband Niederrhein ist dieses Mal aber vorbereitet.

Der Fußball-Verband Niederrhein (FVN) hatte sich in den vergangenen Tagen bereits mit dem Gedanken beschäftigt, die Saison für einen gewissen Zeitraum zu unterbrechen, um die Entwicklung bei der Corona-Pandemie abzuwarten. Jetzt hat die Politik am Mittwoch Fakten geschaffen: Die Sportanlagen werden ab dem 2. November geschlossen. Das Virus hat den Fußball damit zum zweiten Mal in diesem Jahr gestoppt.

Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied zum März, als die Saison erst unter- und dann sogar abgebrochen werden musste. Der FVN ist dieses Mal vorbereitet.

„Wir sind diesmal nicht in der Lage, in der wir im Frühjahr waren, als keiner wusste, was passieren würde“, sagt Wolfgang Jades, Vorsitzender des Fußballausschusses im FVN. Der Abbruch der Saison 2019/2020 und die Frage, wie mit Auf- und Abstieg umgegangen wird, musste erst durch einen außerordentlichen Verbandstag verabschiedet werden.

Jetzt hat der FVN für einen erneuten zeitweisen Abpfiff der Spielzeit vorgesorgt. „Denn uns war klar, dass man an diese Saison keine normalen Maßstäbe würde anlegen können“, sagt Wolfgang Jades.

Zum einen wurde festgelegt, dass die Spielzeit diesmal bis zum 30. Juni dauern kann, was in den vergangenen Jahren nicht der Fall war. Zum anderen wurde in die Spielordnung aufgenommen, dass die Saison schon gewertet werden kann, wenn nur die Hälfte der Partien ausgetragen worden ist. Deshalb könnte der Fußball es verkraften, wenn es erneut eine mehrmonatige Auszeit geben würde. Denn in vielen Ligen ist schon zumindest die Hälfte der Hinrunde absolviert.

Wenn der Ball wieder rollen kann, müssten also nur noch wenige Spieltage über die Bühne gebracht werden, um die Saison werten zu können. Problemfälle könnten nur die Klassen wie die Oberliga werden, in der sich die Vereine mit Mehrheit dafür ausgesprochen haben, in einer Staffel mit 23 Mannschaften zu spielen. Hier hat zum Beispiel der SC Düsseldorf-West erst sieben Begegnungen bestritten.

Bereits am vergangenen Mittwoch hatte im Gebiet des FVN die Stadt Duisburg ein Kontaktsportverbot erteilt und damit auch den Amateurfußball vorerst untersagt. Der FVN hatte diesen Schritt zunächst kritisch beurteilt: „Wir waren nicht erfreut darüber und konnten es zu dem Zeitpunkt nur schwer nachvollziehen.“ Der Verband argumentierte damit, dass „ein erhöhtes Infektionsgeschehen unter den Aktiven auf dem Platz“ bislang noch nicht nachgewiesen worden sei.

Der FVN wird wahrscheinlich zu Beginn der nächsten Woche mitteilen, wie das weitere Vorgehen aussieht. Fakt ist, dass die Saison wohl frühestens Mitte Dezember fortgesetzt werden kann. Denn wenn die Sportanlagen wirklich Anfang Dezember wieder geöffnet werden sollten, müsste man den Teams eine gewisse Vorlaufzeit geben, um sich wieder in eine halbwegs wettbewerbsfähige Form zu bringen.

Die steigenden Infektionszahlen hatte der Amateurfußball bereits am vorigen Wochenende zu spüren bekommen: Alleine im Gebiet des FVN fielen am vergangenen Spieltag rund 100 Begegnungen im Herren- und Frauenbereich aus. Zuvor waren es seit September an allen Spieltagen zusammen 204 Absagen gewesen. Auch im Gebiet des Fußballverbands Mittelrhein (FVM) kam es am Wochenende zu rund 100 Spielausfällen – wobei der Verband darauf hinweist, dass nicht jede Absage zwingend coronabedingt war.

Beim FVN war als eine von vielen Optionen diskutiert worden, die Saison für zwei Spieltage (7./8. und 14./15. November) zu unterbrechen, wie Pressesprecher Henrik Lerch unserer Redaktion bestätigte. An den Wochenenden davor und danach ist wegen der Feiertage Allerheiligen und Totensonntag spielfrei, sodass der Ball erst wieder am 29. November gerollt wäre. Beim FVM teilte man Anfang der Woche hingegen mit, die politischen Entscheidungen abwarten zu wollen. Diese hat es nun gegeben.