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Fußball-Oberliga: Wieso die Saison von Union Nettetal bereits jetzt historisch gut ist​

SCU geht in sein fünftes Oberligajahr : Wieso die Saison von Union Nettetal bereits jetzt historisch gut ist

Der SC Union Nettetal spielt im vierten Oberligajahr seine beste Saison, kann die momentanen 44 Punkte sogar noch weiter ausbauen – damit könnte die Schwan-Elf auch „Meister“ der Abstiegsrunde werden. Für das junge Team genug Motivation auch nach dem sicheren Klassenheralt nicht abzuschenken.

Der SC Union Nettetal könnte es in der Schlussphase der Oberliga Niederrhein eigentlich relativ entspannt angehen lassen. Die Mannschaft von Trainer Andreas Schwan und Co-Trainer Lutz Krienen hatte den Klassenverbleib bereits nach dem 4:0-Heimerfolg über den FC Kray sicher. Dennoch war von vorzeitigem Ruhemodus im darauffolgenden Spiel gegen den FSV Duisburg nichts zu sehen.

Trainer Schwan schickte am vergangenen Sonntag zwar die bisher jüngste Nettetaler Startelf ins Rennen, von bewussten Experimenten nahm Schwan aber Abstand – auch mit einem äußerst fairen Hintergedanken. Während die Nettetaler in der kommenden Saison in ihr fünftes Oberligajahr in Folge gehen werden, müssen die meisten anderen Teams in der Abstiegsrunde noch um den Ligaverbleib zittern. „Es gibt keinen Grund etwas abzuschenken. Wir wollen weiter gierig bleiben und auch in den letzten drei Spielen punkten. Das ist unser eigener Anspruch, darüber hinaus sind wir dies auch den anderen Mannschaften schuldig“, erklärte der SCU-Coach.

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Für den niedrigen Altersschnitt beim 2:1-Sieg gegen Duisburg sorgte unter anderem Luca Adrians. Der 19-Jährige stand in seinem siebten Spiel erstmals in der Startelf der Nettetaler, nachdem er in den bisherigen Spielen sonst häufig erst in der Schlussphase eingewechselt wurde. Mit Tom Genzen debütierte in den Schlussminuten zudem ein weiteres Eigengewächs, das seit Jahren im Verein spielt. Das hatte aber auch einen ganz einfachen Grund: Die Nettetaler sind aufgrund diverser Verletzungen und Rot-Sperren von Pascal Schellhammer und Leonard Lekaj personell so arg gebeutelt, dass schlichtweg keine anderen Spieler zur Verfügung standen. Umso höher ist daher der aktuelle Erfolg anzusehen, bei dem die Nettetaler seit Jahren einer klaren Philosophie folgen und fast ausschließlich auf junge Spieler aus der Region bauen, gespickt mit einer Achse von erfahrenen Spielern. Ein Weg, den sich mittlerweile auch einige andere Vereinen der Region zum Vorbild genommen haben.

Nach dem verdienten und vorzeitigen Klassenerhalt kann diese Oberliga Saison für die Schwan-Elf noch historisch werden. Am vergangenen Wochenende knackten die Nettetaler schon den eigenen ewigen Oberliga-Rekord. Mit derzeit 44 Punkten hat die Mannschaft bereits einen Punkt mehr auf dem Konto als in der Saison 2018/19, in der 43 Punkte am letzten Spieltag zum Klassenerhalt gereicht haben. Bei noch drei ausstehenden Heimspielen kann der Punkterekord noch weiter nach oben geschraubt werden. Das dürfte auch der Anspruch von Andreas Schwan sein. Dann nämlich würden die Nettetaler ein weiteres Ziel erreichen, die Verteidigung der Tabellenführung in der Abstiegsrunde.

Auf Platz drei rangiert mit 40 Punkten die Mannschaft des TV Jahn Hiesfeld, die am kommenden Sonntag der nächste Gegner der Nettetaler sein wird. Bei einem Sieg der Nettetaler würden die Hiesfelder am Saisonende definitiv hinter der Schwan-Elf stehen bleiben. Rein rechnerisch bliebe dann nur noch der Tabellenzweite TuRu Düsseldorf übrig, die am Sonntag gegen den Tabellenvierten Teutonia St. Tönis antreten. Allerdings treffen der SC Union Nettetal und TuRu Düsseldorf am Pfingstmontag im direkten Duell noch aufeinander.

Derweil können die Nettetaler in den letzten drei Heimspielen der Saison gegen TV Jahn Hiesfeld, TuRu Düsseldorf und Spvgg. Sterkrade-Nord auf die Unterstützung von Eigengewächs Tim Jäger bauen. Der 19-jährige Mittelfeldspieler war bereits Anfang der Saison aus der eigenen U19 zum Team hinzugestoßen, verabschiedete sich aber kurzfristig aufgrund seines Studiums in die USA. Bis Ende August ist Jäger aber nun wieder in der Heimat und daher auch bereits seit letzter Woche wieder im Trainingsbetrieb der Nettetaler integriert. Zurück in den Kader für Sonntag werden nach überstandener Erkrankung außerdem Semih Cakir und Amir Ahmadi kehren.