Fußball: Marcel Ndjeng zu Gast beim Fußball-Talk des SV Lürrip

Fußball : Marcel Ndjeng – weit mehr als ein Ziehsohn Jos Luhukays

Der ehemalige Borussen-Profi war bei der zwölften Auflage des Fußball-Talks beim SV Lürrip zu Gast und erzählte von seiner ereignisreichen Karriere.

Nach Bernd Krauss vor wenigen Monaten war nun erneut ein Ex-Borusse beim Fußball-Talk des SV Lürrip zu Gast. Für die zwölfte Ausgabe stand der ehemalige Profi Marcel Ndjeng Rede und Antwort in Sachen Person und Karriere.

Doch Marcel Ndjeng Biyouha, wie er eigentlich korrekt heißt – sein Name ist ein kleiner Ort in Kamerun –, hat nicht nur bei der Borussia Spuren hinterlassen. Als Sohn eines Kameruners und einer Deutschen wurde er in Bonn geboren, wo er auch zusammen mit seinem knapp zwei Jahre älteren Bruder Dominique das Fußballspiel von klein auf lernte. Während es sein Bruder „nur“ bis in die Zweite Bundesliga schaffte, lief Marcel Ndjeng sogar fünfmal für die Nationalmannschaft Kameruns auf.

Bekannte Mitspieler waren unter anderem Mohamadou Idrissou, Joel Matip, Rigobert Song, Eric Maxim Choupo-Moting oder Samuel Eto‘o. In Deutschland spielte Ndjeng für zahlreiche Profi-Vereine: Düsseldorf, Paderborn, Bielefeld, Mönchengladbach, HSV und Hertha BSC. Auch auf die Balearen-Insel Mallorca zog es ihn, wo er bei Atlético Baleares vor knapp zwei Jahren seine aktive Laufbahn beendete.

Ein wenig ärgert er sich darüber, als Ziehsohn von Jos Luhukay genannt zu werden. „Jos kannte mich schon als A-Jugendlichen beim 1. FC Köln, wo er Co-Trainer von Ewald Lienen war. Als Luhukay Trainer in Paderborn wurde, war ich kurz zuvor vom SC verpflichtet worden. In Gladbach, Augsburg und Berlin hatte er mich geholt, weil er mich mittlerweile gut kannte“, erzählte er.

Auch zum Thema Depression und Existenzängste nahm der zweifache Familienvater Stellung. „Konkurrenzkampf im sportlichen Sinne ist sehr, sehr gesund. Es darf aber nicht auf die persönliche Ebene kommen. Negationen sollten vermieden werden. Depression ist ein Thema, über das keiner gerne redet. Es gibt Alkohol-, Tabletten- oder Spielsucht, das ist aber ein gesellschaftliches Problem“, sagte Ndjeng.

Derzeit absolviert Ndjeng ein Trainer-Praktikum bei Borussia. Einen Fehler aus der Vergangenheit will er vermeiden. „Als Trainer würde ich mich jederzeit mit Nachwuchsspielern unterhalten. Zu meiner Zeit war ich meist nur ein Name, den ein Trainer mal auf dem Meldebogen gelesen hat“, sagte der Ex-Profi.