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Fussball-Kreisliga: Wieso ein Generationenwechsel bei den Red Stars notwendig ist​

Saisonfazit Red Stars Mönchengladbach : Wieso ein Generationenwechsel dringend notwendig ist

Die Red Stars Mönchengladbach stehen seit ihrem Aufstieg in die Kreisliga A für Kontinuität. Doch nun muss dem Team von Marat Surtebayev der Umbruch gelingen: viele Spieler sind über 30 Jahre alt, und Nachwuchs ist wenig vorhanden.

In der Saison 2018/2019 war den Red Stars nach drei Jahren in der Kreisliga B die Rückkehr gelungen. Seitdem konnten zwar beide Spielzeiten coronabedingt nicht zu Ende gespielt werden, die Gladbacher rangierten aber jeweils auf Rang drei und vier zum Zeitpunkt des Abbruchs. In der ersten abgeschlossenen Kreisliga-A-Saison bestätigte die Mannschaft von Coach Marat Surtebayev diese Leistung und wurde hinter dem Spitzentrio – Wickrath, Süchteln II und Türkiyemspor – Vierter.

So lief die Rückrunde

Auch im Verlauf dieser Saison haben die Red Stars kontinuierlich ihre Leistung gebracht. In der Hinrunde sammelte das Team 31 Punkte, nach der Winterpause waren es 32 Zähler. Zum Start der Rückrunde blieb der Kreisligist fünf Spiele in Folge ungeschlagen und konnte auch die letzten vier Saisonspiele allesamt für sich entscheiden. Dazwischen ließen die Red Stars aber einige Punkte liegen, sodass es nicht ganz für den Aufstiegskampf gereicht hat. In die Zeit fielen die Pleiten gegen die beiden Spitzenteams Wickrath (1:3) und Türkiyemspor (2:4), aber auch die Niederlagen gegen Mittelfeldmannschaften wie die Sportfreunde Neersbroich (1:3) und RW Venn (0:3).

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Das war gut in der Saison

Dass die Mannschaft in ihrer Stamm-Konstellation schon seit vielen Jahren zusammenspielt und bereits 2019 gemeinsam in die Kreisliga A aufgestiegen ist, merkt man auf und neben dem Platz. Das Team harmoniert und profitiert durch seine erfahrenen und routinierten Akteure. „Das hat man beispielsweise beim 4:0-Sieg über den späteren Aufsteiger ASV Süchteln II gesehen“, sagt Surtebayev, der sich zudem freut, dass die Mannschaft auch in dieser Saison seinen offensiv ausgerichteten Fußball gelebt hat. Mit 104 Treffern schossen die Red Stars im Schnitt mehr als drei Tore pro Begegnung. Auch in dieser Statistik liegt das Team auf Rang vier.

Das war nicht so gut in der Saison

In Partien gegen die beiden Absteiger Victoria Mennrath II (4:4) und Welate Roj (2:2), sowie gegen RW Venn (2:2) und den 1. FC Viersen II (2:2), gab die Surtebayev-Elf jeweils eine Führung in der Schlussphase der Partie noch ab. „Hätten wir diese Punkte eingefahren, wäre nach oben sicherlich noch mehr möglich gewesen“, so der Coach. Obwohl die Red Stars nach den Aufsteigern aus Wickrath und Süchteln mit 58 Gegentreffern die drittbeste Abwehr der Liga stellen, war der Trainer ein ums andere Mal nicht zufrieden mit der Defensiv-Leistung seiner Mannschaft. „Diese Abwehrprobleme hatten wir in den vergangenen Jahren nicht. Das liegt aber auch zum Teil daran, dass in der Verteidigung junge, unerfahrene Spieler zum Einsatz gekommen sind“, erklärt Surtebayev.

Spieler der Saison

Atabey Kaplan (19 Tore, 38 Jahre) und Andrej Ferderer (17 Tore, 20 Jahre) sind aufgrund ihrer Treffer nicht nur die Spieler der Saison, sie stehen auch exemplarisch für den Generationenwechsel, der nun bei den Red Stars Mönchengladbach eingeläutet werden muss. „Atabey Kaplan ist absolut erfahren und weiß, wo das Tor steht. Andrej Ferderer kommt aus unserer Jugend und hat in dieser Saison bewiesen, dass er das Zeug hat, ein wichtiger Spieler zu werden“, so Surtebayev. Mit Kaplan wird der beste Torschütze den Verein nun in Richtung Korschenbroich aber verlassen. Darüber hinaus gibt es einige Akteure über 30 Jahren, die sich in Zukunft mehr um ihre Familie kümmern wollen. Der Coach nimmt das als Anlass, das Team mit Nachwuchskräften zu bestücken „Es wird für uns Zeit, dass wir junge Spieler in den Kader integrieren und die Mannschaft erfrischen“, sagt Surtebayev.

So geht es weiter

Die Kader-Verjüngung benötigt allerdings noch etwas Zeit und Transfers, da die Red Stars in der vergangenen Saison nicht über eine eigene U19 verfügt haben. Bislang steht lediglich Ilker Özkan (Odenkirchen) auf der Seite der Zugänge. „Wir geben momentan außerdem Ukrainern, die aufgrund der schrecklichen Situation in ihrem Land fliehen mussten, die Möglichkeit, bei uns im Training mitzumachen“, erklärt Surtebayev. „Bei uns bekommen sie ein wenig Ablenkung, und weil wir ja ein russischer Verein sind, ist das mit der Verständigung auch kein Problem. Wir wollen die Jungs einfach unterstützen und vielleicht können wir so neue Spieler gewinnen.“ Vor dem Saisonstart der Kreisliga A am 7. August stehen noch Testspiele gegen TuS Grevenbroich (27. Juli) und SC Wegberg (31. Juli) an.