Wir haben die Trainer gefragt Das sind die Gewinner der A-Liga-Saison

Fußball-Kreisliga A · Zwei Meisterschaftskandidaten, die allen davonrannten, Überraschungsteams, begnadete Offensivakteure und junge Torwarttalente. Das waren die Highlights der Kreisliga A-Saison.

Das sind die Gewinner der A-Liga-Saison
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Kreisliga A: Trainer, Spieler, Torwart und Mannschaft der Saison 2023/24

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Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Bis kurz vor Schluss waren in der A-Liga fast alle Augen auf den finalen Meisterkampf zwischen Odenkirchen und Lürrip gerichtet, auch in der Abstiegszone war es bis zuletzt spannend. Neben den Etablierten waren auch einige überraschend starke Teams diese Saison dabei. Wir haben die Trainer der 16 A-Liga-Vereine gefragt, welche herausragenden Akteure und Vereine für sie diese Saison in der Liga herausstachen. 14 Vereine haben mitgemacht, zwei Vereine, Grün-Weiß Holt und Rot-Weiß Venn haben sich nicht zurückgemeldet. Das sind die Ergebnisse.

Trainer der Saison: Simon Sommer

 Simon Sommer führte Odenkirchen zum Aufstieg.

Simon Sommer führte Odenkirchen zum Aufstieg.

Foto: Fupa

Der Aufstiegstrainer der SpVg Odenkirchen mit seinem Co-Trainer Wolfgang Brück und Torwarttrainer Joachim Herrmann wurde von seinen Kollegen am häufigsten als bester Trainer genannt. Angesichts der dominanten Fabel-Saison mit nur einer Niederlage ist die Wahl Sommers keine Überraschung. Und doch, so betonen viele seiner Kollegen, ist sein Erfolg kein Selbstläufer: „Eine Topmannschaft akzeptiert nur einen Toptrainer an der Außenlinie, er hat es geschafft, aus vielen guten individuellen Topspielern ein Topteam zu formen“, betont Manuel Moreira vom 1. FC Viersen. Und sein ärgster Konkurrent Dario Cancian adelt Sommer: „Auch wenn das Team von Odenkirchen eine überdurchschnittliche Qualität hatte, musst du erst einmal hinbekommen, nur ein Spiel zu verlieren und es konsequent das ganze Jahr über durchzuziehen.“ Und Sommers Weggefährte Eyüp Tasyapan vom SC Rheidahlen bescheinigt Odenkirchen: „Ich hatte nie das Gefühl, dass sein Team abgehoben war.“ Eine verdiente Auszeichnung nach einer perfekten Saison, für die Sommer mit einer spannenden neuen Aufgabe beim Landesligisten 1. FC Viersen zur neuen Spielzeit belohnt wird.

„Best of the rest“ nicht nur in der Liga als Dritter mit Neersbroich, sondern auch Zweitbester unserer Trainerumfrage ist Oliver Glogau. Er gilt als beständiger Trainer mit einer klaren Ansprache und hat damit Erfolg. „Er macht aus wenig viel und bei Not am Mann zieht er noch selber ein Trikot an, sympathischer Zeitgenosse“, findet Torsten Müller von DJK Hehn. Auch Vizemeister Lürrip und sein Trainer Dario Cancian bekamen viel Lob. Er landet gemeinsam mit Glogau auf Platz zwei der Wertung. Simon Sommer lobt seine Fähigkeit, eine „Spitzenmannschaft zu formen, die uns Woche für Woche unter Druck gesetzt hat. Hut ab vor seiner Arbeit.“

Ergebnis der Umfrage Simon Sommer/Odenkirchen (acht Stimmen), Oliver Glogau/Neersbroich, Dario Cancian//Lürrip (je drei Stimmen), Christian Niebel/Schelsen, Marc Gülzow/Wickrathhahn (eine Stimme)

Spieler der Saison: Thomas Tümmers und Marcel Kalski

Die offensivstärksten Akteure des Meisters Odenkirchen lieferten sich in unserer Umfrage ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen und erhielten am Ende gleich viele Stimmen der A-Liga-Trainer. Auch ihre Wahl ist alles andere als eine Überraschung. Stürmer Kalski, der Transfercoup der Saison, mit reichlich Regional- und Oberliga-Erfahrung und Ausbildung bei den Nachwuchszentren bei RW Essen und Bayer Leverkusen, lieferte das ab, was von ihm erwartet wurde: 33 Tore erzielte der Knipser. „Spielintelligent, abschlussstark und zu gut für die Kreisliga A“, befindet Volker Eschbach von Teutonia Kleinenbroich. Und Christian Niebel von Schelsen sagt ehrfürchtig: „Er macht einfach aus dem Nichts Tore, es ist fast unmöglich, ihn zu verteidigen.“

Top-Torjäger Marcel Kalski feiert nach dem entscheidenden Saisonsieg von Odenkirchen gegen Lürrip (4:1) die Meisterschaft und den Aufstieg mit einem passenden Kaltgetränk.

Top-Torjäger Marcel Kalski feiert nach dem entscheidenden Saisonsieg von Odenkirchen gegen Lürrip (4:1) die Meisterschaft und den Aufstieg mit einem passenden Kaltgetränk.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Kaum minder wichtig für den Erfolg der Odenkirchener war Mittelfeld Thomas Tümmers, ein erfahrener und spielstarker Akteur. Auch er schoss 15 Tore, war aber an sage und schreibe 45 Toren als Vorlagengeber beteiligt. Auf 60 Torbeteiligungen kommt sonst niemand in der Liga. „Er hat eine überragende Saison gespielt, er hat den Unterschied gemacht“, resümiert daher Arian Gerguri vom Rheydter SV.
Ergebnis der Umfrage Marcel Kalski/Odenkirchen und Thomas Tümmers/Odenkirchen (je vier Stimmen), Mehmet-Kaan Ilgörmez/Odenkirchen, Marcel Schulz/Odenkirchen, Semir Purisevic/Odenkirchen, Robin Wolf/Odenkirchen, Silvio Cancian/Lürrip, Hasan Er/Rheindahlen, Fabian Hentrup/Hehn und Jonas Bihn/Schelsen (je eine Stimme)

Überraschungsteam: SV Schelsen

Der SV spielte etwas abseits des Scheinwerferlichtes an der Tabellenspitze der Liga eine solide Saison und schloss als Sechster mit 13 Siegen und 42 Punkten ab. Der vorher als Abstiegskandidat gehandelte Verein, kam nie in Bedrängnis. Eine Siegesserie mit sechs Siegen in Folge in der Rückrunde verschafft der jungen Mannschaft eine Menge Respekt bei den Gegnern: „Schelsen hat sich im Laufe der Saison sehr gesteigert und hätte zum Saisonende mit etwas Glück sogar Dritter werden können. Und dies trotz des Trainerwechsels und dem Einbau vieler junger, hungriger Spieler. Mein ehrlicher Respekt trotz aller Rivalität“, adelt Ralf Nolden von Absteiger DJK Giesenkirchen. Und Oliver Glogau findet, Schelsen sei eine „sehr junge, engagierte Mannschaft mit Potenzial für mehr“, während Lürrips Dario Cancian lobt, man habe „das Maximus herausgeholt.“ Das macht gespannt auf die neue Saison.

Ähnliche Lorbeeren verdient sich der Polizei SV auf Platz zwei der Wertung, der von Erhan Kuralay gecoacht wird. „Er hat mit einer teils sehr jungen Mannschaft eine beachtliche Saison gespielt“, findet Thomas Schmitz von Wickrathhahn.

Ergebnis der Umfrage SV Schelsen (sieben Stimmen), Polizei Sv (drei Stimmen), SV Lürrip (zwei Stimmen), SpVg Odenkirchen und Rheydter SV (je eine Stimme).

Bester Torhüter: Paul Breitewischer

Auch der beste Schlussmann kommt von Meister Odenkirchen. Und das als eigentliche Nummer zwei seines Vereins mit neun Spieleinsätzen. Vielleicht ist er nicht unbedingt der nominell beste Torwart der Saison. Aber sicherlich seine Rolle als Shootingstar zwischen den Pfosten, der parallel in dieser Saison noch als A-Jugend-Spieler aktiv war, aber immer wieder bei der Ersten Mannschaft eingesetzt wurde, ist die Leistung, die viele Vereine hervorheben. Als 18-jähriger Nachwuchsspieler war er auf Anhieb für sein Team da und hielt sogar drei Mal die Null hinten. „Trotz seines jungen Alters hat er die wichtigen Spiele für Odenkirchen gespielt und dies sehr souverän als sicherer Rückhalt“, lobt Thomas Schmitz. Breitewischer wurde häufig zusammen mit Odenkirchens Nummer eins Marvin Spinnrath genannt, Nummer zwei der Umfrage. Er absolvierte 16 Spiele diese Saison. „Sie haben beide großen Anteil am Aufstieg“, applaudiert Markus Anders von Odenkirchens Reserve. Zwei befragte Vereine nannten keine Nominierung für den Torwart der Saison.

Ergebnis der Umfrage Paul Breitewischer/Odenkirchen (fünf Stimmen), Marvin Spinnrath/Odenkirchen (drei Stimmen), Tim Noever/Schelsen und Marcel Meisen/Hehn (je zwei Stimmen), Marc Rüttgers/Lürrip und Stevica Blazeski/Rheydt (je eine Stimme).