Fußball: Keine schnelle Lösung für Platzproblem für Blau-Weiß Meer

Fußball : Keine schnelle Lösung für Meers Platzproblem

Durch den Campus-Bau der SMS Group wird der Verein Blau-Weiß Meer seine Heimat verlieren. Es gab bereits ein erstes Gespräch mit der Stadt. Und weitere werden zeitnah folgen.

Noch ist der Schock nicht überwunden: Erst wenige Tage ist es her, dass die SMS Group mitgeteilt hat, dass ihre Campus-Pläne nun doch an der Hügelstraße realisiert werden – mit weitreichenden Konsequenzen für den dort beheimateten SV Blau-Weiß Meer, der dadurch seine Heimstätte verlieren wird. „Als wir die Nachricht bekommen haben, waren wir am Boden zerstört. Doch jetzt gilt es wieder aufzustehen“, sagt der Geschäftsführer Swen Siegers. Ein erstes Gespräch mit Verantwortlichen der Stadt hat es nun bereits gegeben, eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

„Noch sehe ich keine Möglichkeit, dem Verein eine andere Spielstätte anbieten zu können“, sagte der Beigeordnete Gert Fischer jüngst bei der Sitzung des Freizeit-, Sport- und Bäderausschusses in seiner Mitteilung. Und bei den Gesprächen befinde man sich nun noch in der Findungsphase, vieles müsse noch konkretisiert werden, heißt es vonseiten der Stadt. Für den Verein ist das eine schwierige Situation. „Natürlich fragen uns die Mitglieder, wie es weitergeht. Wir können derzeit nur beruhigen und sagen, dass wir an einer Lösung arbeiten“, sagt Siegers.

Er wisse natürlich, dass der neue Campus des Anlagenbauers für die Stadt eine gute Nachricht ist. „Doch ich muss auch an unsere zwei Senioren- und acht Jugendmannschaften denken. Bei uns spielen alleine 150 Kinder, und über die Hälfte hat einen Migrationshintergrund“, sagt Siegers. Bei der Stadt wissen sie die wichtige Quartiersarbeit des SV Blau-Weiß Meer sehr zu schätzen. Doch so viele Mannschaften sind auf die Schnelle nicht irgendwo anders untergebracht. Eine langfristige Perspektive würde die Modernisierung der benachbarten Ernst-Reuter-Sportanlage bieten. Die Stadt hat dieses Projekt bereits im „Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzept Alt-Mönchengladbach“ aus dem Jahr 2017 verankert.

Durch den Ausbau und die Schaffung weiterer Kunstrasenspielflächen könnte der Trainings- und Spielbetrieb des SV Blau-Weiß Meer auf der Anlage integriert werden. Doch ob und wann Fördergelder dafür fließen können, lässt sich noch nicht sagen. Insofern ist auch unklar, wie lange der Klub auf eine andere oder mehrere Anlagen ausweichen müsste. „In zwei Jahren feiern wir unser 60-jähriges Bestehen. Das kann auch nicht jeder Klub von sich behaupten. Ein solcher Verein kann nicht einfach verschwinden. Vor allem für die Kinder müssen wir eine Lösung finden – die können gar nichts dafür“, sagt Siegers. Der Verein werde in den kommenden Tagen weitere Gespräche führen, auch mit dem Unternehmen SMS Group. Und mit der Stadt gibt es ein weiteres Treffen am 11. Dezember.