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Fußball: Die Fußballerinnen des FC haben drei Zukunfts-Optionen

Fußball : Wechsel zum „Spö“? Einen Klub gründen?

Die Fußballerinnen vom 1. FC Mönchengladbach loten ihre Zukunfts-Perspektiven aus, nachdem drei Mannschaften für die neue Saison nicht mehr gemeldet wurden. Es gibt drei Optionen. Zwei davon liegen außerhalb des Westends.

Die Situation der Fußballfrauen des 1. FC Mönchengladbach ist derzeit an vielen Stellen im Gespräch. Es geht darum, wie es konkret weitergehen kann  für die drei Mannschaften, die der Vorstand des Klubs für die neue Saison nicht mehr gemeldet hat: die Erste und Zweite Frauen-Mannschaft, die in der Niederrheinliga und in der Bezirksliga spielen, sowie die U17-Mädchen, die Regionalligist ist.

Es gibt derzeit drei Varianten: „Die erste ist, dass es beim FC weitergeht. Die Spielerinnen hängen am Verein und würden am liebsten bleiben“, sagt der frühere FC-Chef Uwe Röhrhoff, der am Donnerstag ein ausführliches Gespräch mit den Machern der Frauen-Abteilung hatte. Der Präsident des Fußballverbandes Niederrhein (FVN), Peter Frymuth, war dann am Freitagnachmittag mit der Vorsitzenden des Fußballkreises Mönchengladbach/Viersen, Yvonne Cremer, beim FC-Vorsitzenden Christian Oh, um nach Lösungen suchen und beide Seiten vielleicht wieder zusammenzubringen.

Das wäre ganz im Sinne des SPD-Fraktionsvorsitzenden Felix Heinrichs. „Ich fordere, dass sich schnell eine zufriedenstellende Lösung für alle Mitglieder des Vereins findet, die explizit die Bedarfe der Frauen-Teams einbezieht“, ließ der Sozialdemokrat wissen. Diplomatischer sieht es CDU-Politiker Frank Boss, zugleich Vorsitzender des Sportausschusses Mönchengladbach. „Man muss sich damit beschäftigen, was mit dem Verein passiert. Aber jetzt ist nicht die Zeit der Sportpolitik, sich in Angelegenheiten des Vereins einzumischen. Ich appelliere an den Verein, sich zusammen zu raufen. So gibt es keine Gewinner“, sagte Boss.

Doch realistisch betrachtet ist nach all dem, was vorgefallen ist, ein gemeinsames Miteinander des Vorstandes mit der Frauen-Abteilung kaum noch denkbar. Zu viele Kompromisse müsste es geben. Zudem hat Oh im Gespräch mit unserer Redaktion deutlich gemacht, dass sich der FC künftig auf die Leistungsbereiche Männer- und Junioren-Fußball beschränken wolle. „Die Frauen und Mädchen wissen, dass es nicht so leicht sein würde, wenn es in der Konstellation weitergeht“, sagt auch Röhrhoff. Darum hat er den Fußballerinnen geraten, „den Vorwärtsgang einzulegen“ und konstruktiv neue Weg zu prüfen, Wege, die wegführen vom FC. Die weiteren Optionen würden in der Konsequenz bedeuten: Es gibt einen kompletten Frauenfußball-Exodus im Gladbacher Westend.

Eine Möglichkeit wäre, einen neuen Verein zu gründen, der dann aus der kompletten Noch-Frauenabteilung des FC bestehen würde. Das müsste jedoch bis zum 31. Juli passieren, so ist der Stand der Dinge. Röhrhoff hat bereits eine Satzung ausgearbeitet, um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein. Der Vorteil der Neugründung wäre, dass die FC-Frauen wohl auf diesem Wege die wenigsten Probleme hätten, ihre aktuelle Liga-Zugehörigkeit behalten zu können. Und das ist aus sportlicher Sicht die Voraussetzung.

Das gilt auch für die dritte Variante: Die FC-Fußballerinnen wechseln geschlossen den Verein. Frymuth hat zugesagt zu prüfen, inwieweit die Teams dann in ihren bisherigen Ligen weiterspielen können. „Der FVN ist in der Sache sehr kooperativ. Es ist ja ein bislang einmaliger Fall“, sagt Röhrhoff.  Und: „Es gibt eine Reihe von Klubs, die Interesse haben.“

Der heißeste Kandidat ist indes der Rheydter Spielverein. Lothar Rhönisch, der lange Jahre beim FC aktiv war, hat den Kontakt zu den RSV-Machern Horst und Daniel Imdahl hergestellt. Am Freitagabend gab es ein Sondierungsgespräch, beide Seiten können sich vorstellen, dass die FC-Frauen künftig beim RSV andocken. Es wird nun weitere Gespräche geben, entscheiden müssen letztlich die FC-Fußballerinnen selbst. Auch das wäre der Hauptansatz, komplett zu wechseln. Für den RSV würde das einen Zuwachs von rund 130 Mitgliedern bedeuten. Der Rheydter SV hätte auch den nötigen Platz, weitere Teams zu beherbergen. Im Rahmen des Campus-Park-Projekts sollen bis Ende 2020 zwei Kunstrasenplätze fertig gestellt werden. „Es würde fantastisch passen“, findet Röhnisch.

„Es geht grundsätzlich darum, dass die Frauen eine vernünftige Perspektive haben“, sagt Röhrhoff. Er weiß aber, dass alles schnell gehen muss. „Es gibt schon Anfragen für die Hälfte des Teams“, sagte Röhrhoff. In der kommenden Woche wird es daher wohl schon weitere Erkenntnisse geben, wie es mit den Fußball-Frauen des FC weitergeht.