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Fußball: Aufsteiger FC Wegberg-Beeck startet verspätet in die neue Saison

Wegberg-Beeck : Mit Vorfreude und Demut ins Abenteuer

Mit anderthalb Wochen Verspätung – und nach gut achtwöchiger Vorbereitung – startet der FC Wegberg-Beeck am Mittwoch in seine insgesamt dritte Regionalliga-Saison. Zu Gast im Waldstadion ist die U23 des FC Schalke 04.

Zum dritten Mal nach den Saisons 2015/16 und 2017/18 spielt Beeck wieder in der 4. Liga. Bei den ersten beiden Malen stiegen die Kleeblätter umgehend wieder ab. Diesmal wollen sie es besser machen. Fakten und Einschätzungen kurz vor dem Start.

Kommen und Gehen Zehn Spieler kamen im Sommer. Ebenfalls als Neue sind zudem die beiden Winterverpflichtungen Meik Kühnel und Yannick Filipovic anzusehen – wegen Corona hat Beeck im Kalenderjahr 2020 bislang ja ein einziges Punktspiel absolviert (8. März 2:0 bei Viktoria Arnoldweiler). Von daher ist das Verhältnis im Kader ausgeglichen: Zwölf neuen stehen zwölf alte Spieler gegenüber.

Bei den Abgängen fällt in erster Linie der langjährige Mittelfeldspieler Thomas Lambertz ins Gewicht, den es aus privaten und familiären Gründen zu Bezirksligist Union Würm-Lindern zog. Und zwei weitere bisherige Beecker Akteure lassen es nun wesentlich ruhiger angehen: Sascha Tobor (nach einjähriger Verletzungspause) und Joy-Slayd Mickels kicken nun für den A-Ligisten Germania Hilfarth.
Vorbereitung Auch wenn sich die Vorbereitung am Ende wegen der Spielabsagen gegen RW Oberhausen (Corona-Fall) und beim SC Wiedenbrück (im DFB-Pokal beschäftigt) ein wenig sehr in die Länge zog: Zum ersten Mal konnte Beeck rein zeitlich eine vernünftige Vorbereitung auf die Regionalliga absolvieren. Wegen des stets sehr späten Ende der Mittelrheinliga und des sonst sehr frühen Regionalligastarts war das bei den ersten beiden Malen nicht der Fall. So betrug 2017 die Zeitspanne zwischen Beecks letztem Mittelrheinliga- und erstem Regionalligaspiel gerade mal sieben Wochen. Auf eine dreiwöchige Pause folgte damals eine vierwöchige Hauruck-Vorbereitung.

Nun hatte Cheftrainer Michael Burlet aber genügend Zeit, seine Mannschaft konditionell, taktisch und spielerisch auf die wesentlich höheren Anforderungen in der Regionalliga einzustimmen – ebenso konnten die vielen Neuzugänge in aller Ruhe integriert und alle Spielsysteme getestet werden. Dazu „störten“ die Vorbereitung keine Turnier- oder Kreispokalspiele. „Von daher war diesmal wirklich eine konzentrierte Vorbereitung möglich. Und alle haben super mitgezogen“, lobt Burlet.
Testspiele Die Vorbereitungsspiele liefen lange Zeit aber recht durchwachsen. Negativer Höhepunkt war da die schlappe Vorstellung beim 0:1 daheim gegen Mittelrheinliga-Aufsteiger Vikoria Glesch-Paffendorf – zugleich die einzige Niederlage in der Vorbereitung.

Zum Ende hin bekam der FC aber mächtig die Kurve: Auf das 3:1 bei Drittligist Viktoria Köln folgte im Abschlusstest unter echten Wettkampfbedingungen das 1:0 bei Mittelrheinliga-Topfavorit und DFB-Pokalteilnehmer 1. FC Düren. „Genau so ein Spiel, in dem es schon ordentlich zur Sache ging, haben wir zum Abschluss der Vorbereitung auch gebraucht“, stellt Burlet zufrieden fest. „Wir gehen nun mit großer Vorfreude, aber auch viel Demut in die Saison.“

Stärken und Schwächen Eines zeigte die Vorbereitung auch: Beecks Kader ist diesmal auch in der Breite gut besetzt. „Ich werde einige schwere Entscheidungen treffen müssen – auch schon bei der Frage, wer jeweils zum 18er-Kader zählen wird“, meint Burlet. Nur wenige Spieler sind als (vorerst) gesetzt anzusehen. Zu diesen gehören sicherlich Torwart Stefan Zabel, die eingespielten Innenverteidiger Sebastian Wilms und Nils Hühne sowie Torjäger Shpend Hasani. Gespannt darf man sein, ob Tom Geerkens, in der Vorsaison Beecks Senkrechtstarter, auch in der höheren Klasse brilliert.

Von den Neuen dürften Jeff-Denis Fehr und Jan Bach auf den offensiven Außenbahnen sowie die beiden Spät-Verpflichtungen Justin Hoffmanns (Abwehr) und Manuel Kabambi (Sturm) gute Chancen auf einen Platz in der Startelf haben.

Sorgen bereitet dagegen ausgerechnet der Kapitän. Maurice Passage, auf und außerhalb des Platzes ein absolutes Vorbild, konnte verletzungsbedingt die Vorbereitung nur eingeschränkt absolvieren. Dazu droht gegen Schalke wegen Adduktorenproblemen Norman Post auszufallen. „Für ihn würde mir das extrem leidtun, denn Norman hat eine hervorragende Vorbereitung absolviert, hat in jeder Einheit 100 Prozent gegeben“, sagt Burlet.

Prognose Der Klassenerhalt wird sehr schwer, aber nicht unmöglich. Immerhin gibt es im 21er-Feld „nur“ fünf Absteiger. Es sind etliche Teams dabei, mit denen sich Beeck messen kann. Ganz entscheidend wird sein, wie Beeck den „Monstermonat“ Oktober mit seinen acht Punktspielen übersteht.