Fußball : Freunde als Gegner

Interview Nico Königs vom 1. FC und Dominik Dohmen vom SV Lürrip treffen morgen im Derby der Fußball-Landesliga aufeinander. Sie haben zusammen Abitur gemacht und früher in der Schule zusammengespielt

Sie setzen die Akzente im Mittelfeld, kennen sich seit frühester Jugend, sind sich aber auf dem Spielfeld bisher als Gegner nur kurz begegnet. Morgen werden sich Nico Königs vom 1. FC und Dominik Dohmen vom SV Lürrip im Landesliga-Derby kaum aus dem Weg gehen können.

Kennen Sie sich eigentlich gut? Wie schätzen Sie Ihren Kollegen ein?

Königs Wir waren zusammen auf dem Gymnasium. Wir haben beide beim 1. FC in unterschiedlichen Teams gespielt. Dominik ist wieder nach Lürrip gegangen, ich bin geblieben. Im Vorjahr haben wir uns beim Derby kurz gegenüber gestanden. Ich musste nach 15 Minuten mit einer Kopfverletzung ausscheiden. Dominik ist ein sehr guter Fußballer, hat viel Übersicht, spielt intelligent und verfügt über einen sehr guten linken Fuß.

Dohmen Wir haben zusammen Abi gemacht und ich würde Nico als Freund bezeichnen. Er hat fußballerisch schon was drauf. In der Schule habe ich gerne mit ihm zusammen gespielt.

Welche Erinnerungen haben Sie an die Derbys im Vorjahr?

Königs Beim ersten Aufeinandertreffen haben wir beide gefehlt, weil wir zusammen mit der Schule auf Studienfahrt waren. Wir haben beide Spiele 3:1 gewonnen. Zumindest beim zweiten ist sportlich wohl niemand positiv aufgefallen.

Dohmen Wir haben erst beim Rückrundenspiel auf dem Platz gestanden. Da war der FC die bessere Mannschaft und hat verdient gewonnen.

Sonntag geht es wohl nicht nur um Prestige.

Königs Richtig. Punkte und ein Erfolgserlebnis sind gefragt. Wir haben gegen Amern verloren, in Hilden 1:1 gespielt. Lürrip steht in der Tabelle vor uns. Wir brauchen drei Punkte und ein gutes Spiel über 90 Minuten, denn wir wollen in der Tabelle doch ein wenig höher klettern.

Dohmen Wir haben in dieser Woche sehr hart trainiert. Man merkt, dass jeder spielen will. Wir haben uns einiges vorgenommen und haben sicher das Potenzial, das Spiel zu gewinnen.

Zuletzt hatten Sie erhebliche Personalprobleme. Wie sieht die Lage vor dem Derby aus?

Königs Der Kader dürfte breiter als zuletzt besetzt sein. Björn Line von de Berg und Oliver Kremer werden uns mit ihrer Erfahrung leider fehlen. Maurice Lutterbeck und Simon Küppers haben ihre Sache als Innenverteidiger aber sehr gut gemacht.

Dohmen Ich denke, dass uns Sonntag der komplette Kader zur Verfügung steht. Sascha Shamekh läuft schon wieder und will wie alle anderen unbedingt dabei sein.

Wenn Sie sich ein oder zwei Spieler beim Gegner ausleihen könnten, wen würden Sie da nehmen?

Königs Schon einmal Dominik Dohmen, den ich gut kenne und der Qualität hat. Dann Michael Harrison. Der läuft ununterbrochen, auf ihn ist Verlass, er arbeitet 90 Minuten und tut jeder Mannschaft gut.

Dohmen Nico Königs, der sehr laufstark ist und darüber hinaus noch über eine gute Technik verfügt. Desweiteren Oliver Kremer, da er aufgrund seiner Zweikampfstärke und vor allem seiner Erfahrung eine echte Verstärkung für jedes Team wäre.

Womit waren Sie in der Saison bisher zufrieden, wo sind Baustellen?

Königs Obwohl wir personell und taktisch ständig umstellen mussten, haben wir die Sache recht gut hinbekommen. Sicher nicht so gut wie im Vorjahr. Wir brauchen im Training mehr Leute, damit wir als Mannschaft noch mehr zusammenwachsen. Das ergibt sich aber wohl in den nächsten Wochen. Dann wird es auch noch besser laufen.

Dohmen Wir sind zufrieden mit dem Tabellenplatz und sind in der Landesliga angekommen. Wir müssten gegen die Favoriten weniger Angst haben, sondern unser Spiel selbstbewusst aufziehen. Dazu sind wir sicherlich in der Lage.

Worauf müssen Sie besonders achten, um im Derby erfolgreich zu sein?

Königs Lürrip hat eine starke Offensive. Also müssen wir hinten sicher stehen. Unsere Angriffe müssen wir gezielter als bisher fahren, uns keine leichtsinnigen Ballverluste leisten. Es wird kein Remis-Spiel sein.

Dohmen Wir müssen von der ersten Minute an wach sein, keinen Angsthasenfußball spielen, unsere Chancen nutzen und aggressiv in die Zweikämpfe gehen. Darüber wird sich das Spiel entscheiden.

Wer wird die Nase vorn haben?

Königs Ich wohne in Lürrip und habe dort bis zur D-Jugend gespielt. Ich möchte kein Ergebnis prognostizieren, aber jeder von uns, vor allem ich, möchte gewinnen.

Dohmen Es wird schwierig werden, aber ich denke, dass wir gewinnen.

Kurt Theuerzeit führte das Gespräch

(RP)