Frauenfußball Ketelaer will mit dem FV etwas Tolles aufziehen

Mönchengladbach · Mit dem FCR Duisburg stand der Gladbacher Marco Ketelaer schon im Halbfinale der Champions League, nun ist er Trainer der Niederheinliga-Frauen des neuen Klubs FV Mönchengladbach.

 Marco Ketelaer.

Marco Ketelaer.

Foto: MK

Vor einigen Wochen wussten die Verantwortlichen und Spielerinnen des neu gegründeten Vereins FV Mönchengladbach noch nicht genau, wie es sportlich weiter geht. Dann ging alles Schlag auf Schlag. Zunächst gab der Fußballverband Niederrhein (FVN) Bescheid, dass die Erste Frauen-Mannschaft in der nun anstehenden Saison in der Niederrhein- und die Zweite Mannschaft in der Bezirksliga antreten dürfen.

Dann wurden die FC-Verantwortlichen auf der Suche nach einem neuen Trainer für das Niederrheinliga-Team fündig – und zogen einen Hochkaräter an Bord: Marco Ketelaer, der unter anderem beim Frauen-Bundesligisten FCR Duisburg tätig war. Dort holte er als Co-Trainer der heutigen Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg den DFB-Pokal und kam bis ins Champions-League-Halbfinale. Danach war er auch Cheftrainer des FCR. Co-Trainer von Kettelaer ist Roland Schendzielorz. Neuer Trainer der Zweiten Mannschaften ist der B-Lizenz-Inhaber Daniel Kampa, der auf Georg Schreiber folgt.

Auch eine sportliche Heimat hat der Klub nun: Die FV-Spielerinnen trainieren nun auf der Anlage von Odenkirchen-Süd. Die Heimspiele des Niederrheinligisten sind indes auf der Anlage Haus Lütz.

Dass die Gladbacher Marco Ketelaer als Trainer an Land ziehen konnten, hat verschiedene Gründe. Ketelaer war bis 2019 für die „Knappen-Fußball-Schule“ von Schalke 04 im chinesischen Kunshan in einer dort ansässigen Fußball-Entwicklungs-Gesellschaft tätig. Der heute 51-Jährige, älterer Bruder des Ex-Borussen Marcel Ketealer, wäre gern länger als eineinhalb Jahre in China geblieben. Doch die Chinesen verlängerten den Vertrag nicht mit den Schalkern. Und dann kam die Corona-Krise hinzu. „Ich musste umdenken und bin wieder in meine alte Heimat gezogen“, sagt Ketelaer, der seither aufgrund seines langjährigen exzellenten Netzwerkes schon einige gute Angebote bekam. „Aber ich wollte eigentlich gerne im Rheinland, speziell am Niederrhein, wieder aktiv werden“, sagt er.

So kam alles wie es wohl kommen sollte. Der Sportliche Leiter des FV, Georg Schreiber, hat früher unter den Fittichen von Ketelaers Vater Fußball gespielt und kennt Marco Ketelaer schon seit jungen Jahren. „Wir hatten einige mehr als interessante Gespräche“, so Ketelaer. „Und was mir so alles präsentiert wurde, da war für mich klar: Das ist ähnlich wie das Kapitel China Neuland für mich. Und genau das reizt mich ungeheuer: Ich will mit dem FV etwas Tolles aufzuziehen.“

Viel Zeit hatte Ketelaer bislang ja noch nicht, sein neues Team kennenzulernen. „Aber mein Vorgänger Christian Brüsseler, der aus beruflichen Gründen nicht weitermachen konnte, hat in den letzten Jahren richtig gute Arbeit gemacht und eine tolles Team geformt, dass nicht umsonst im Spitzenfeld der Niederrheinliga mitspielte und auch im letzten Jahr den Niederrheinpokal holte und damit in die erste DFB-Pokalrunde kam“, sagt Ketelaer. „Und da der komplette Kader zusammengeblieben ist, steht mir ein richtig gute Truppe zur Verfügung, was ich auch schon in den ersten Trainingseinheit miterleben durfte.“

Von sportlichen Ziel will Ketelaer noch nicht sprechen. „Klar ist, dass das Team mehr als das Zeug hat, wieder oben mit zu spielen. Aber ich warte die ersten drei bis vier Spiele ab, dann schauen wir mal.“ Bald geht es richtig los. Am 6. September steht um 17 Uhr das erste Saisonspiel mit der Heimpartie gegen Viktoria Winnekendonk an.