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Football-WM: Laura Pfeffer vom Mönchengladbacher Wolfpack startet für Deutschland

Laura Pfeffer startet bei der Football-Weltmeisterschaft : Eine Wölfin mit dem Adler auf der Brust

Für Football-Spielerin Laura Pfeffer vom Mönchengladbacher Wolfpack startet am Mittwoch eine besondere Reise. Mit der deutschen Nationalmannschaft macht sich die 32-Jährige auf den Weg nach Finnland, um bei der Weltmeisterschaft der Frauen teilzunehmen. Für diesen Traum hat Pfeffer viel investiert – und nicht immer die beste Unterstützung erhalten.

Die blauen Flecken vom letzten Tackle-Training spürt Laura Pfeffer noch deutlich. Seit geraumer Zeit trainiert die Football-Spielerin vom Mönchengladbacher Wolfpack zweimal wöchentlich beim Herrenteam von Coach Phil Scales mit. „Phil macht für mich als Frau da keine Ausnahme: Das Training ist extrem hart und anstrengend, aber es hat mir wirklich sehr weitergeholfen“, sagt Pfeffer. Die Extra-Schichten hat sich die 32-Jährige selbst in den Trainingsplan geschrieben, um für ein ganz besonderes Event fit zu werden. Am Samstag wird Laura Pfeffer mit der deutschen Football-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft der Frauen in Finnland starten. „Football hat schon lange in meinem Leben einen riesigen Stellenwert. Dass ich jetzt bei der WM dabei bin und für Deutschland auflaufen werde, habe ich noch gar nicht realisieren können“, erklärt die Mönchengladbacherin.

 Laura Pfeffer im Dress der deutschen Nationalmannschaft.
Laura Pfeffer im Dress der deutschen Nationalmannschaft. Foto: IFAF

Seit 2009 – also schon lange bevor der in den USA so beliebte Sport auch in Deutschland an Popularität gewonnen hat – spielt Laura Pfeffer selbst Football. Ihr Interesse an der Sportart wurde schon in ihrer Jugend geweckt. Mit 19 Jahren begann sie im Frauenteam der Cologne Falcons, war zwischenzeitlich für eine Saison in Nürnberg und läuft seit 2016 für das Wolfpack auf. „Ich wohne und arbeite in Mönchengladbach. Der Verein ist wirklich klasse und ich fühle mich hier sehr wohl“, so Pfeffer, die beim Team von Frauen-Coach Peter Meyer in der 2. Bundesliga sowohl in der Offensive als auch in der Defensive eingesetzt wird. „Laura ist unser Allround-Talent, weil sie ein großes Football-Verständnis hat. Als Defensive Back (DB) ist sie für die Passverteidigung und den Laufblock auf außen zuständig. Mit ihrer Geschwindigkeit und der starken Physis setzen wir sie aber auch in der Offensive als Running Back (RB) ein“, erklärt Meyer.

 Im Verein läuft die 32-Jährige für das Wolfpack in Mönchengladbach auf.
Im Verein läuft die 32-Jährige für das Wolfpack in Mönchengladbach auf. Foto: Michael Hohnen
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Gemeinsam mit fünf Teamkolleginnen hat sich Pfeffer im März zum Probetraining bei der Nationalmannschaft angemeldet. Etwa 400 Footballspielerinnen aus ganz Deutschland kamen für eine erste Sichtung zusammen. An zwei Tagen durften sich die Anwärterinnen auf einen Platz bei der nun anstehenden Weltmeisterschaft für maximal zwei Positionen bewerben. Pfeffer zeigte sich in der Defensive und als Running Back, rechnete sich aber auf der Position des Defensive Back die größten Chancen aus.

Den ersten Cut, als das Trainerteam um Chefcoach Tom Balkow die Gruppe von 400 auf 75 Frauen eingekürzt hat, überstanden zwei Spielerinnen vom Wolfpack: Neben Laura Pfeffer durfte sich auch Lisann Hartleb erneut beweisen. „Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ein gutes Gefühl, zumal es als DB super lief“, sagt Pfeffer. In den folgenden Trainingslagern verkleinerte sich das Team immer weiter: zunächst auf 60 und dann am Ende auf 45 Spielerinnen, die nun für Deutschland bei der WM in Finnland antreten werden. Wolfpack-Teamkollegin Lisann Hartleb schaffte es nicht in den finalen Kader, Laura Pfeffer schon.

Am Mittwoch kommt die deutsche Nationalmannschaft in Frankfurt für ein letztes gemeinsames Training zusammen, am Donnerstag geht es dann nach Helsinki. Die Weltmeisterschaft findet nördlich der finnischen Hauptstadt in Vantaa statt. Aufgrund des besonderen Spielmodus bei dieser WM tragen die acht teilnehmenden Teams in jedem Fall vier Spiele innerhalb von einer Woche aus.

Und für das Team aus Deutschland hat der Spielplan einen besonders schwierigen Start in das Turnier vorgesehen: Am Samstag trifft das Team um 18.30 Uhr (17.30 Uhr deutsche Zeit) auf den Titelfavoriten USA. Übertragen werden die Spiele im Stream über die finnische Internetseite der WM (www.jenkkifutis.fi). „Wir haben uns in einigen Videoanalysen schon intensiv mit dem Team beschäftigt. Ich glaube fest daran, dass wir die USA schlagen können“, sagt Laura Pfeffer optimistisch. Als DB wird sie es in der Auftaktpartie wohl auch einige Male mit dem RB der Amerikanerinnen zu tun bekommen. „Die spielt nicht nur Football, sondern ist zudem noch MMA-Kämpferin. Das wird sicherlich ein harter Brocken.“ Unterstützt wird die Gladbacherin in Finnland unter anderem von ihren Eltern und ihrem Partner. „Meine Mama ist mein größer Fan“, erklärt Pfeffer lachend. „Die hat schon T-Shirts drucken lassen, Plakate gemalt und mich ins Grundbuch unserer Heimatstadt Eckendorf eintragen lassen.“

Mehr Unterstützung hätte sich die 32-Jährige von anderen Stellen gewünscht. Um die anfallenden Kosten – beispielsweise für die Reise und die neue Ausrüstung – stemmen zu können, hat Laura Pfeffer das Wolfpack und den Sportbekleidungsladen „Sports and Cheer“ als lokalen Sponsor gewinnen können – beziehungsweise müssen. „Ansonsten gibt es für uns Sportlerinnen leider keine Unterstützung. Ich habe mich beim Land, beim Landessportbund, dem Stadtsportbund und dem Olympischen Sportbund erkundigt: Entweder gab es eine Absage oder gar keine Antwort. Ich finde das schade. Football ist auch in Deutschland längst keine Randsportart mehr und wir Frauen investieren ebenso viel Schweiß und Tränen wie die Männer.“ Die blauen Flecken, die Laura Pfeffer sicherlich auch nach dem Spiel gegen die USA wieder an ihrem Körper haben wird, sind der Beweis dafür.