Football in Mönchengladbach: Wolfpack-Damen sind noch nicht satt

American Football : Wolfpack-Damen sind noch nicht satt

Es gibt im Mannschaftssport doch nichts Schöneres als eine vorzeitige Meisterschaft, die zudem auf eigenem Platz geholt wurde, anschließend gebührend zu feiern. Denkste! Die Footballerinnen des Wolfpacks hielten nur eine kleine Kabinenfeier ab, denn sie wollen mehr – die „perfect season“.

Die perfekte Saison bedeutet alle Spiele ohne Punktverlust abzuschließen. Es wäre das oft zitierte Sahnehäubchen für das Team von Headcoach (HC) Frank Wenke.

Auch wenn es den Anschein hatte, so waren die Damen des Rudels vor Saisonbeginn kein Titelfavorit. Nach der sieglosen ersten Saison in der Damenbundesliga II hatte dies auch kaum jemand erwartet. Doch wie Wenke noch vor Saisonstart erklärte, hätten seine Mädels den Vorteil nun auf ihrer Seite, bereits 9er-Tackle (also neun Spielerinnen gleichzeitig auf dem Feld) gespielt zu haben. Andere Teams müssten sich erst noch darauf einstellen. So gesehen war die zweite Bundesliga auch ein Charaktertest, den das Rudel mit Bravour bestanden hat. „Die Liga hat uns zusammenwachsen lassen“, erklärt ein offensichtlich stolzer Cheftrainer, für den „ein Traum jetzt schon in Erfüllung gegangen ist“.

Der Titelgewinn eröffnet dem Team nun weitaus andere Möglichkeiten. Zum einen könnten wieder Interessierte, auch wenn sie noch nie Football gespielt haben, vorstellig werden. Zum anderen werden sicherlich auch Spielerinnen anderer Vereine sich dem Rudel anschließen wollen. Doch Wenke legt viel Wert auf den jeweiligen Charakter. „Wenn sie zu uns passt, nehmen wir sie liebend gerne in unsere Familie auf. Wir brauchen keine, die für Unruhe sorgt, denn Zickenkrieg ist bei uns ein Fremdwort“, sagt er. „Auch wissen wir derzeit noch nicht, ob wir in der kommenden Saison zurückkehren werden in die Zweite Damenbundesliga oder ob wir ein weiteres in der Regionalliga verbringen. Dies alles werden wir gemeinsam im Januar entscheiden“ erklärt Wenke die Perspektive.

Doch zuvor wird sich Wenke im Oktober einer Rückenoperation unterziehen müssen. Dabei wird ein Wirbel versteift und die Rückenmarksröhre wird vergrößert. Dieser sogenannte therapieresistente Gleitwirbel ist angeboren und stammt nicht aus seiner aktiven Zeit als Footballer. Zusätzlich werden zwei gerissene und zwei weitere geschädigte Bandscheiben mitbehandelt. Dies wird Wenke mindestens ein Jahr aus dem Verkehr ziehen. „Doch ich verlasse mich da voll auf mein Trainerteam. Sie erhalten die Trainingspläne per WhatsApp und werden diese auch umsetzen. Ich werde die Zeit nutzen, um alte Kontakte wieder aufleben zu lassen, um den Trainerstab weiter auszubauen. So können wir weiterhin Spielerinnen ausbilden und brauchen keine Gelder in die Hand nehmen, um auf Einkaufstour zu gehen“. Es kann also möglich sein, dass Wenke die kommenden Vorbereitungs- und Saisonspiele erst mal vom Rollstuhl aus coachen wird.

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