Boxen: Fiebern mit Felix, warten auf Franchesca

Boxen : Fiebern mit Felix, warten auf Franchesca

Die Zeiten, in denen sich Ina Menzer ganz entspannt einen Boxkampf ansehen konnte, sind vorbei. Das gilt vor allem dann, wenn sie einen der beiden Kontrahenten im Ring persönlich kennt.

Eine Woche vor der Verteidigung ihrer beiden Weltmeistergürtel der Verbände WIBF und WBC im Federgewicht kam die Mönchengladbacher Berufsboxerin Ina Menzer nach Krefeld, um beim Kampfabend mit Felix Sturm für ihren Vergleich mit der Amerikanerin Franchesca Alcanter in Bremen zu werben — und um sich Boxer anzusehen, die mit ihr gemeinsam in einer Trainingsgruppe die Vorbereitung mit Trainer Michael Timm absolvierten.

So gab Ina Menzer auch vor dem Kampf von Sturm eine zutreffende Prognose ab. "Felix wird gewinnen, im schlechtesten Fall nach Punkten." Die Entscheidung fiel bereits in der siebten Runde zugunsten des Leverkuseners, da sein Gegner Koji Sato aus Japan eine fragwürdige Figur abgab.

Doch das Verfolgen solcher Kämpfe ist für die Mönchengladbacher Weltmeisterin durchaus emotionaler Stress. "Man fiebert auf jeden Fall mit, wenn man die Boxer kennt. Manchmal denkt man, dass man mal sein Deo wechseln müsste, weil man so aufgeregt ist, dass man Anweisungen rein schreit und am liebsten selbst in den Ring gehen würde", verrät sie. Doch sie weiß aus eigener Erfahrung, dass es meist unmöglich ist, den Ratschlägen der Kollegen zu folgen. "Es kommt auch vor, dass der Trainer einem vor einem Kampf sagt, dass man auf bestimmte Details achten soll, um selbst an seiner Technik zu feilen", erklärt die 28-Jährige.

Und sie hat auch schnell eine Antwort parat, bei wem aus ihrem Boxstall man besonders gut abgucken kann. "Alexander Alekseev hat eine tolle Technik", sagt sie. Der Usbeke verlor allerdings seinen letzten Kampf und will es nun in Bremen gegen den Amerikaner Max Alexander ebenfalls wieder versuchen.

Es scheint derweil so, als sei eine Niederlage Ina Menzers am Samstag nicht gerade wahrscheinlich. Franchesca Alcanter trägt zwar den Kampfnamen "The chosen one" — die Auserwählte, doch es scheint eher so, als sei sie auserwählt, von Menzer auf die Bretter geschickt zu werden. Acht ihrer 26 Kämpfe hat sie verloren, 2005 und 2006 erlebte sie bei dem Versuch, gegen die Kanadierin Jelena Mrdjenovic nach dem Gürtel im Super-Federgewicht zu greifen, jeweils einen Knockout. Zudem hat die 36-Jährige aus Kansas City in den vergangenen drei Jahren nur einmal im Ring gestanden.

Die Fans Ina Menzers dürfen sich also Hoffnung auf ihr strahlendes Siegerlächeln machen, das sie auch in Krefeld schon einmal vorsorglich verbreitete. Wer es am Samstag nicht nach Bremen schafft, der kann ab 23 Uhr im ZDF den Kampf live verfolgen. Danach lässt sich beim Duell von Alexander Alekseev noch verfolgen, warum auch Ina Menzer bei ihm etwas abschaut.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sturm gegen Sato: Bilder rund um den Kampf

(RP)
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