Fazit der Saison 2019 in der Tennis-Bundesliga aus Sicht des GHTC

Tennis-Bundesliga : Für den GHTC war mehr drin als Platz fünf

Der Gladbacher HTC hat die Saison 2019 in der Tennis-Bundesliga auf Rang fünf abgeschlossen. Mit dem Kader hätte die Mannschaft von Henrik Schmidt auch weiter oben landen können, doch ein paar Dinge kamen dazwischen. Stark waren die Bilanz von Andrej Martin und die Entwicklung von Tim Sandkaulen.

Der Gladbacher HTC hat zum Saisonfinale eine Meisterfeier erlebt – allerdings nur als Gegner und Gastgeber. Mit einem 3:3, bei dem der GHTC die Doppel kampflos erhielt, verteidigte Grün-Weiss Mannheim seinen Titel. „Wir wären auch gerne Deutscher Meister geworden, aber ihr habt es verdient“, sagte Teamchef Henrik Schmidt an die Adresse der Gäste. Ein Fazit.

Der GHTC hatte sich gegenüber dem Vorjahr mit Robin Haase noch verstärkt, der Niederländer war in seiner ersten Saison in Gladbach bereits voll erfolgreich: sportlich mit seiner makellosen 4:0-Bilanz aus Einzeln und Doppeln, menschlich und mannschaftlich. So war vorab anzunehmen, dass die Gladbacher besser als Platz sechs im Jahr 2018 abschneiden könnten – am Ende wurde es mit 10:8 Punkten Rang fünf. Das war die Platzierung, die Schmidt bereits im Interview mit unserer Redaktion vor der Saison anhand der Geldrangliste der Liga als „realistisch“ eingestuft hatte. Deshalb sagte er nach dem Finale auch: „Wir sind zufrieden mit der Saison. Wir haben immer schöne Heimspieltage gehabt vor einer guten Kulisse mit tollen Matches und einem super Team-Spirit.“

Es war aber mehr drin. Bei der ersten Saisonniederlage bei TK Kurhaus Aachen (2:4) verloren die Gladbacher zwei Einzel im Match-Tie-Break. Wären diese anders ausgegangen, wäre der GHTC Tabellenführer gewesen. Eine Woche darauf dasselbe Bild: Zwei Match-Tie-Breaks zu Hause gegen den Rochusclub gewonnen statt verloren und die Gladbacher wären Zweiter gewesen. Da hätte es zum Finale ein richtig heißes Duell mit Mannheim geben können. Diese beiden Beispiele trügen aber, die Gladbacher Bilanz der Match-Tie-Breaks ist mit je acht Siegen und Niederlagen in den Einzeln und je sechs in den Doppeln ausgeglichen.

Apropos Match-Tie-Break: Andrej Martin gewann zum Auftakt in Krefeld den ersten dieser finalen Durchgänge, und der Slowake hatte danach wohl Lust auf mehr: Der 29-Jährige wurde der einzige Spieler der gesamten Liga, der alle neun Partien bestritt. Zu den 6:3-Einzel-Siegen kamen 4:3 in den Doppeln hinzu, eine sehr gute Bilanz für die nominelle Nummer acht des Klubs. „Was er gemacht hat, war sensationell“, sagte Schmidt, dessen Urteil auch die klare Niederlage zuletzt gegen Mannheim nicht ändern konnte. „Dass Andrej alle Spiele macht, gibt es auf ATP-Ebene nicht oft, weil man das Risiko eingeht, zu viel Energie in der Bundesliga zu lassen.“

Ebenfalls eine gute Erfahrung im Match-Tie-Break machte Tim Sandkaulen, der im Heimspiel gegen Köln so gegen Hazem Naw gewann und seinen zweiten Bundesliga-Einzel-Sieg einfuhr, der gleichzeitig der erste in einem Heimspiel war. In den Doppeln kam er in fast allen Spielen zum Einsatz, die Bilanz ist ausgeglichen (4:4). „Ich freue mich sehr über die Entwicklung unseres Gladbacher Jung“, sagte Schmidt über den 21-Jährigen. „Er ist im Doppel ein absolut vollwertiger Bundesligaspieler geworden. Die Einzel-Bilanz von 1:2 ist noch ausbaufähig, aber er bringt alles mit, um in den nächsten Jahren auch da komplett zu werden. Er muss seinen aggressiven Spielstil aus dem Doppel noch besser übertragen.“

Eigengewächs Tim Sandkaulen wurde in acht Partien eingesetzt. Foto: Georg Amend

Dass es nicht zu mehr als Rang fünf reichte, lag auch an kurzfristigen Ausfällen: „Wir hätten aufgrund des Kaders die Chance gehabt, länger oben mitzuspielen“, sagte Schmidt. „Aber dann hat Robin Haase zwei Doppel-Finals erreicht – das konnte man vorher nicht wissen. Er hätte uns als Nummer eins richtig geholfen. Und ein anderer geplanter Spieler war aus privaten Gründen kurzfristig verhindert. Es wäre mehr drin gewesen, aber es ist nicht tragisch“, fand der Teamchef.