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Leichtathletik: "Familienfest" mit vielen Rekorden

Leichtathletik : "Familienfest" mit vielen Rekorden

Die Deutsche Senioren-Meisterschaft der Leichtathleten überzeugte nicht nur sportlich, sondern auch durch die familiäre Atmosphäre. Optekamp und Gathen holten Medaillen für Gladbach.

Schauplatz Grenzlandstadion: Zwei Senioren grüßten sich herzlich, als sie sich sahen. Sie erzählten miteinander. Sie machten gemeinsam ihren Wettkampf und verabschiedeten sich voneinander. Andere hatten ihren Wettkampf bereits absolviert und machten sich als Einzelkämpfer schon wieder auf den Weg nach Hause — mit dem Auto, mit der Bahn oder mit dem Flieger ab Düsseldorf. Wieder andere wurden vermisst als Mitstreiter oder Freund. Senioren standen am Diskusring zusammen und gedachten dem Anfang Juli verstorbenen Paderborner Lothar Pongratz, der hier als einer der Titelaspiranten galt.

"Die Senioren betrachten die Deutschen Meisterschaften als ein großes Familienfest, wo fast jeder jeden kennt", erzählte Richard Mayer, der in der Organisation der Titelkämpfe eingebunden ist. Johannes Gathen bekräftigte es: "Wir haben mit dem Grenzlandstadion gesehen, dass es eine familiäre Atmosphäre bieten kann."

Die sportliche Bilanz war zufriedenstellend. "Wir sahen einen Weltrekord, vier Deutsche Rekorde und viele Bestleistungen, die wir demnächst in Deutschen Bestenlisten mit dem Zusatz 'Mönchengladbach' finden. Viele Sportler schafften hier die Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Brasilien", kommentierte Gathen.

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Zwischenzeitlich war die Zuschauertribüne voll besetzt. Auch auf den Außen-Schauplätzen bestand großes Interesse für die Oldies. Einer der heimischen Sportler, der besonders aufgeregt war, war M60-Senior Adam Paffrath (MLG): "Ich bin über 800 Meter gar nicht gewohnt, in Bahnen zu laufen." Hier verpasste er im Zielsprint ganz knapp die Bronzemedaille und lief auf Platz vier. Er ärgerte sich ein wenig darüber: "Aber die 2:31,64 Minuten sind Bestzeit für mich."

Über 1500 Meter lief der von der heimischen Fangemeinde frenetisch gefeierte Adam Paffrath auf Platz fünf mit ebenfalls neuem Rekord von 5:16,50. Die Mönchengladbacherin Silke Optekamp (W35), die für PSV Grün-Weiß Kassel startet, hätte durchaus eine Goldmedaille schaffen können. Sie machte die Rechnung ohne Melanie Klein-Arndt (SFD 75 Düsseldorf-Süd), die ebenfalls 1500 und 5000 Meter lief. Silke Optekamp, die mit der besten Vorleistung über 1500 Meter angetreten war, unterlag hier der Düsseldorferin mit 4:38,19 zu 4:31,78 mehr als deutlich. Tags darauf kam für Silke Optekamp eine weitere Silbermedaille (hinter Melanie Klein-Arndt in 17:23,71) über 5000 Meter in 17:34,91 zu. Hierbei machte Käthe Link die Siegerehrung, da Optekamp zu ihrer Trainingsgruppe bei der LGM gehört.

Zwei Bronzemedaillen verbuchte die 49-jährige Hildegard Gathen (MLG) in der Altersklasse ab 50 Jahre über 300 Meter Hürden in 56,66 Sekunden und im Dreisprung mit 8,80 Metern.

(RP)