Bei NRW-Meisterschaften in Rieth RFV Schaag versammelt die Elite der Kutschfahrer

Fahrsport · Der RFV Schaag hat die nordrhein-westfälischen Fahrmeisterschaften in Rieth ausgerichtet und deshalb viele erfolgreiche Kutschfahrer angezogen. Auch Lokalmatadorin Miriam Kampmann war dabei – als Organisatorin und aktive Sportlerin.

 Gespannfahrerin Miriam Kampmann und ihr Bruder Marius nehmen mit Pony „Flandernhof’s Smokie“ den Wassergraben.

Gespannfahrerin Miriam Kampmann und ihr Bruder Marius nehmen mit Pony „Flandernhof’s Smokie“ den Wassergraben.

Foto: Paul Offermanns

Rieth wurde mit den nordrhein-westfälischen Fahrmeisterschaften beim RFV Schaag zum großen Anlaufpunkt der Kutschfahrer. Gespannfahrer mit einem Pferd, zwei oder vier Pferden beziehungsweise Ponys im Geschirr fuhren in der schweren Klasse S Dressur, Gelände oder Geschicklichkeit im großzügig abgesteckten Terrain, um sich am Ende in der Kombi-Wertung als NRW-Meister feiern zu lassen. Die Gespannfahrer werden auch Leinenkünstler genannt, weil sie neben der Stimme und Peitsche im Wesentlichen die Leine einsetzen.

Unter den Teilnehmern in Schaag waren Landes-, Rheinische, Deutsche und Weltmeister. Eine Attraktion war dabei das Geländefahren. Die vielen Zuschauer bekamen einen totalen Einblick in die Strecke. Hier wechselten viele Fahrer auf ihre robusteren Marathonwagen. Ein beliebter Anziehungspunkt war dabei der Wassergraben. Die Kutschfahrer zeigten mit ihren Pferden atemberaubende, rasante und spektakuläre Fahrten durch das nach allen Seiten spritzende Wasser. Olaf Enger, 1. Vorsitzender des Pferdesportverbandes Kreis Viersen, sagte zum Turnier: „Hier organisierten Fahrer für Fahrer.“

Miriam Kampmann (RFV Schaag) war auch als Aktive dabei: „Ich war mit meinem Abschneiden sehr zufrieden.“ Die 25-Jährige setzte dabei im Einer-Gespann-Fahren auf das 13-jährige Pony „Flandernhof’s Smokie“ und auf das gleichaltrige Pferd „Flanderhof’s Sunshine“. Mit dem zweiten Pferd fuhr sie die Pferdeprüfung, weil es drei Zentimeter größer ist als sein Halbbruder.

„Das war ganz schön stressig auf dem eigenen Turnier. Ich half bei der Organisation und musste im Wettkampf vom Pony in kurzer Zeit auf das Pferd umsteigen. Bei den beiden bin ich mit den gleichen Wagen gefahren, während ich beim Geländefahren den Marathonwagen einsetzte und bei Dressur- und Hindernisfahren einen anderen genommen habe“, sagte Kampmann.

Mit dem Pony war sie nicht so gut drauf, weil es sich 2019 verletzt hatte. „Es ist heute wieder das erste Mal gelaufen“, erzählte die ehemalige Dressurreiterin, die seit 2007 dem Fahrsport über ihre Eltern verschrieben ist. Ihre Pferde stehen im Schaager Fahrstall Helpertz. Täglich kümmert sich die Schaagerin um ihre Vierbeiner.

„Mit dem Pferd lief es dagegen umso besser“, sagte sie mit ihrem Bruder Marius als Co-Piloten im Rücken, der beim Geländefahren die Balance hielt. Bei der ersten Wertung Dressurfahren belegte sie mit dem Pony Platz elf und mit dem Pferd Rang neun. Mit „Flandernhof’s Sunshine“ fuhr sie im Geländefahren auf Platz zwei vor wie auch im Hindernisfahren. Miriam Kampmann belegte somit in der Kombination von Dressur, Gelände und Hindernisfahren Platz sieben.

Der über 80-jährige Altmeister Heinz Künstler (RG Hübeck-Grefrath) holte hier mit „Ebby“ die NRW-Bronzemedaille. Dabei gewann er vom Bock das Dressurfahren, wo er in früheren Jahren schon als Dressurreiter im Sattel sehr erfolgreich war. Mit dem Viererzug schaffte Andreas Wintgens (PSG St. Georg Grenzland) die NRW-Vizemeisterschaft. In der Pony-Zweispänner-Wertung belegte Kevin Bücher (RFV Schaag) den neunten Platz. Bei den Pony-Einspännern verbuchte Kai Maria Schleicher (RFV Schaag) den achten Platz und Miriam Kampmann den zehnten Rang.