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Ex-Borusse Marcel Witeczek: „Magath meinte, ich sei zu faul“

Ex-Borusse Witeczek beim Lürriper Fußball-Talk : „Magath meinte, ich sei zu faul“

Beim Lürriper Fußball-Talk war der Ex-Borusse Marcel Witeczek zu Gast. Er sprach über Anekdoten seiner Karriere, wieso aus ihm nie ein Nationalspieler wurde und warum sich Felix Magath bei ihm irrte.

Die längste Zeit seiner Karriere verbrachte Marcel Witeczek bei der Borussia. Von 1997 bis 2003 lief der gebürtige Pole für die Fohlenelf auf. Es waren turbulente Jahre mit dem ersten Bundesliga-Abstieg der Borussia sowie dem Wiederaufstieg. Dabei saßen unter anderem illustre Trainer wie Friedel Rausch, Rainer Bonhof sowie Hans Meyer an der Seitenlinie. Vor allem Meyer blieb Witeczek in Erinnerung, wie er beim 16. Lürriper Fußball-Talk erzählte: „Meyer war ein ganz spezieller Trainer. Der hat seine eigene Tabelle gehabt. Er hat aber auch das gemeinsame Frühstück eingeführt.“

In dem 80-minütigen Gespräch mit Gastgeber Michael Palumbo ging es auch um Witeczeks Karriere vor der Borussia – und seine polnischen Wurzeln. Er war als Jugendlicher mit seinen Eltern als Spätaussiedler aus Polen nach Mülheim gekommen. „In Polen konnte man zu der Zeit erst mit zwölf oder 13 Jahren in einem Verein spielen. Somit blieb nur der Straßenfußball. In der Schule wurden Sportler in einer Klasse zusammengesteckt. So zwischen acht und zehn Stunden in der Woche gab es für uns Unterricht in verschiedenen Sportarten. Von daher war ich in allem ein guter Sportler“, sagte Witeczek.

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In Mülheim trat er als C-Junior beim Post SV Oberhausen seinem ersten Fußballverein bei. Als B-Junior spielte er beim Traditionsverein Rot-Weiß Oberhausen, in dem er auch Jugendnationalspieler wurde und etliche Angebote von Bundesligisten erhielt. Doch anstatt nach München, Mönchengladbach, Schalke oder zum HSV zog es ihn 1985 mit 17 Jahren zu Bayer Uerdingen, da er sich bei den Krefeldern, zu jener Zeit ebenfalls Bundesligist, mehr Einsatzzeiten erhoffte.

Kurze Zeit später schlug er ebenfalls aus privaten Gründen ein Angebot vom französischen Spitzenklub AS Monaco aus, wie Witeczek in Lürrip offenbarte  –  denn seine Freundin hatte damals gerade eine Ausbildung begonnen. Witeczek hatte zuvor als Torschützenkönig bei der U20-WM von sich Reden gemacht. In die A-Nationalmannschaft schaffte er es jedoch nie. „Klinsmann, Völler, Mill, Riedle – sie alle waren vor mir. Ich bin 30 Jahre zu früh geboren“, sagte Witeczek scherzend.

Weiter erzählte Witeczek, dass Felix Magath, damals Manager in Uerdingen, einst sogar seine Bundesliga-Tauglichkeit infrage stellte. „Er meinte, ich sei zu faul und würde keinen Verein finden. In Wirklichkeit hat er bedeutend Schlimmeres gesagt, dass ich nicht wiederholen möchte“, sagte Witeczek zum allgemeinen Gelächter. Magath sollte sich jedoch irren. Witeczek landete 1991 beim 1. FC Kaiserslautern, zwei Jahre später gar bei Bayern München, wo er zweimal Meister wurde – unter anderem unter Trainer Giovanni Trapattoni, der aus dem Stürmer Witeczek einen defensiven Mittelfeldspieler machte, wie der heute 53-Jährige erzählte: „Das kam mir bei Borussia zugute, da ich hier die Position eines rechten Verteidigers oder Mittelfeldspielers gleichwertig spielen konnte.“

Unvergessen für Witeczek: Das kuriose Eigentor von Cottbus-Torhüter Tomislav Piplica 2002. Witeczek zog damals von der Strafraumkante ab, der Ball wurde abgefälscht und zur Bogenlampe – die sich letztendlich auf den Kopf von Piplica senkte und von dort nach hinten ins Tor sprang. „Da hat er den Ball falsch eingeschätzt.“, sagte Witeczek rückblickend. Heute läuft er für die Traditionsmannschaft von Bayern München auf.