Fußball : Es rumpelt bei Fortuna

Nach einem guten Start ist der Fußball-Bezirksligist inzwischen auf einem Abstiegsplatz gelandet. Der Torwartwechsel, den Trainer André Theißen eingeleitet hat, sorgt für erhitzte Gemüter. Der Vorstand ist ratlos.

Ruhe sieht anders aus. Sportlich steht dem Bezirksligisten Fortuna das Wasser bis zum Hals. Doch ist die Tatsache, dass der Klub inzwischen auf einem Abstiegsplatz gelandet ist, wohl nur teilweise der Grund dafür, dass es gehörig rumpelt bei Fortuna. Vielmehr ist wohl die Entscheidung von Trainer André Theißen, Torwart Peter Determann auf die Bank zu setzen und seinen designierten Nachfolger Jan Förster zwischen die Pfosten zu stellen, der Grund für helle Aufregung bei den Fortunen.

Urgestein Peter Determann, der inzwischen 35 Jahre alt ist, will am Saisonende aufhören, um sich dann intensiv um die Vorstandsarbeit zu kümmern. "Im Moment habe ich aber noch den Ehrgeiz zu spielen. Die augenblickliche Situation ist für mich unbefriedigend", sagt Determann. Obwohl ihm das ungewohnte Bankdasein nicht gefällt, trainiert er und steht sonntags zur Verfügung, noch.

Kein großer Unterschied

"Ich habe keinen großen Unterschied zwischen Peter Determann und Jan Förster erkennen können. Jeder hat seine Vorzüge und Schwächen. Jan schien auch besser hinter unserer Viererkette agieren zu können", begründet Trainer André Theißen den Torwarttausch, in den sich dann auch der Vorstand einmischte. "In den letzten Spielen haben wir reichlich Tore kassiert und Punkte verloren. Da wollten wir natürlich wissen, was da los ist", sagt Vorsitzender Rudi Vögeler. Viel klüger ist der Vorstand nach einem Gespräch mit dem Spielerrat nicht geworden. "Von den Spielern war nichts zu erfahren. Wir haben keine vernünftige Antwort auf unsere Fragen bekommen. In der Mannschaft fehlen Spieler, die einmal sagen, wo es lang gehen soll", beklagt Rudi Vögeler.

Wenigstens in diesem Punkt ist er sich mit André Theißen einig: "Auf dem Platz fehlen leider die Führungsspieler." Das ist immerhin ein Grund, um die Talfahrt der Fortunen zu erklären. Ein weiterer ist leicht zu finden. Denn im kleinen Kader sind einige Akteure schon über einen längeren Zeitraum verletzt: Robert Erbers, Özgur Özegen und Liridon Qupevaj. Mit diesen Spielern lief es natürlich zuvor besser, wurden viele Punkte sogar bei den Spitzenmannschaften geholt. Also durchaus nachvollziehbare Gründe, weshalb es augenblicklich nicht läuft, nicht laufen kann. "Das sehe ich auch. Aber inwieweit der Torwartwechsel auch noch eine Rolle spielt, ist nur zu vermuten. Es muss sich aber etwas tun, sonst gehen wir sang- und klanglos unter und merken es nicht einmal", macht sich Rudi Vögeler große Sorgen, zumal am Sonntag in Rheindahlen wieder ein sportlicher Brocken zu bewältigen ist.

André Theißen ist inzwischen auch ins Grübeln geraten, obwohl er seine sportliche Entscheidung weiterhin für richtig hält: "Ich mache das von meinen Trainingseindrücken abhängig." Eine Äußerung, die vermuten lässt, dass er auf keinen Fall Peter Determann bereits abgeschrieben hat. Steht er zwischen den Pfosten, ist Jan Förster zumindest aus der Schusslinie.

(RP)