Lokalsport: Eine amerikanische Erfahrung

Lokalsport: Eine amerikanische Erfahrung

Der frühere Jugendspieler des 1. FC Mönchengladbach spielt Fußball am College of the Holy Cross in Massachusetts.

Max Krause hat sein Glück am College of the Holy Cross in Massachusetts in der Nähe von Boston gefunden. Seit dem vergangenen Sommer jagt der 19-Jährige aus Korschenbroich dort dem runden Leder hinterher und ist begeistert. "Ich habe es super angetroffen. Das ist eine tolle Erfahrung", sagt er.

Max Kruse im Dress des 1. FC. Foto: fupa

Krause, der bis dahin in den Jugendmannschaften des 1. FC Mönchengladbach für das Toreschießen verantwortlich war, zog nun eine erste Zwischenbilanz. "Der Fußball dort ist wirklich schneller, physischer und nicht so taktisch wie in Deutschland", sagt er.

Auch wenn es auch in den USA vornehmlich darum geht, den Ball im gegnerischen Netz unterzubringen, ist für Krause vieles neu - oder zumindest anders. So dauerte seine erste Saison beispielsweise nur von August bis November. Der Rest des Jahres, immerhin acht Monate, steht - undenkbar für deutsche Verhältnisse - im Zeichen der Vorbereitung. Mit seinen ersten Auftritten in der Patriot League ist der Fußballer durchaus zufrieden. "Ich bin Freshman, dafür habe ich wirklich viel gespielt", sagte er. Allerdings nicht, wie so oft in Mönchengladbach, in vorderster Front als Stürmer, sondern weiter zurückgezogen als Spielgestalter auf der Zehn oder der Acht. Krause überzeugte konstant als laufstärkster Spieler, erzielte zwei Tore und bereitete sechs Treffer vor. "Ich sehe schon noch Steigerungspotential und ich hatte ein sehr gutes Gespräch mit dem Trainer", berichtete er. Krause trug jedenfalls dazu bei, dass sein Team erstmals die Play-Offs erreichte. Dort war aber im Finale Endstation. "Vielleicht war das gar nicht so schlecht. Ich könnte mir vorstellen, dass wir noch einen großen Schritt nach vorne machen", sagte Krause.

Unterschiede zum Fußball in Deutschland sind ihm auch mit Blick auf den Teamgedanken und die Disziplin aufgefallen. "Der Teamgedanke ist in Amerika viel prägender. Die Europäer sind schneller unzufriedener, wenn sie nicht spielen. Es beeindruckt mich, dass die Spieler, die dort auf der Bank sitzen, sagen, dass sie glücklich sind, solange das Team gewinnt", berichtete Krause. Auch in Sachen Disziplin geht es dort ganz anders zu. So werden Verspätungen jeglicher Art nicht toleriert. Als Auswechselspieler einen Gegenspieler anzusprechen, könne auch schon mal zu Suspendierungen führen. "Wenn du die Disziplin nicht hast, überlebst du das nicht", sagte er.

Auf der anderen Seite schicken die Trainer einen aber auch vom Training zum Lernen nach Hause, sofern eine Klausur ansteht. Uni und Sport unter einen Hut zu bekommen, sei das Entscheidende. Es sei, so Krause, nicht immer leicht, im Hotel oder auf dem Flug zu Auswärtsspielen noch eben ein Essay über zehn Seiten zu schreiben. "Da das aber alle machen, ist es normal. Ich habe eine Zeit gebraucht, um mich an den Rhythmus mit ein bis zwei Trainingseinheiten täglich und Uni zu gewöhnen. Es ist schon viel Stoff und manchmal war ich nach dem Lernen erst morgens um vier im Bett", erzählte er.

Das war allerdings keine Belastung, sondern viel mehr Herausforderung. "Ich habe jede Menge gelernt", sagte Krause mit Blick auf Sport, Uni, Ernährung und Disziplin. "Ich bin viel pünktlicher geworden und ich plane den nächsten Tag komplett durch", sagt er.

(wiwo)