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Fußball: Ein tolles Event, doch es gibt auch Rufe nach Reformen

Fußball : Ein tolles Event, doch es gibt auch Rufe nach Reformen

Hallenfußball-Stadtmeisterschaft: Der Auftritt des Rheydter SV sorgt für Diskussionen. Bodo Flemming ist der Schiedsrichter des Jahres.

Seit Samstag ist auch die 31. Stadtmeisterschaft Geschichte, und es gab durchaus Themen, die noch immer diskutiert werden. Das nicht ganz so attraktive Endspiel, das der 1. FC im Neunmeterschießen gegen Odenkirchen 6:4 (2:2 nach regulärer Spielzeit und Verlängerung) gewann, gehört freilich nicht mehr dazu, weil es im Fußball eben so ist, dass gegenseitiger Respekt zweier Teams dazu führt, dass nicht immer die schönsten Spiele dabei herauskommen. Der seltsame Auftritt des Rheydter SV war allerdings tagelang Thema schlechthin, verbunden mit der Frage, ob sich der Verein einen Gefallen getan hat, eine nicht konkurrenzfähige Reserve zu schicken.

 Lange Warteschlange bei Verkauf der Endrundentickets.
Lange Warteschlange bei Verkauf der Endrundentickets. Foto: Köppen

Trotz der Freude über den Turniersieg warf FC-Trainer Stephan Houben daher eine Diskussion auf. "Der Stadtsportbund sollte sich bei den Meldungen mal überlegen, ob er nicht vielleicht anders vorgeht. Die Vereine, die nur die Reserve schicken wollen, sollen das zeitig sagen. Dann wird die Reserve eingeordnet, und der RSV wäre nicht als Gruppenkopf gesetzt worden. Es waren doch einige Reserveteams hier, und die jetzige Vorgehensweise nimmt eindeutig Einfluss auf das Turnier", sagte Houben.

 Seriensieger: Der 1. FC verteidigte durch den Finalsieg gegen Odenkirchen den Titel in der Jahnhalle. Die Westender sind zum 14. Mal Hallenfußball-Stadtmeister.
Seriensieger: Der 1. FC verteidigte durch den Finalsieg gegen Odenkirchen den Titel in der Jahnhalle. Die Westender sind zum 14. Mal Hallenfußball-Stadtmeister. Foto: Dieter Wiechmann
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Die Beliebtheit des Turniers, die sich unter anderem an der langen Warteschlange beim Verkauf der Endrundenkarten vor der Jahnhalle messen lässt, zeigt, was für eine Marke die Stadtmeisterschaft ist. Die Reformfreudigkeit ist aber nicht groß. "Ich bin ein Riesenfan dieses Turniers, war mit 14 Jahren schon hier in der Halle. Aber es kommt einem schon so vor, als drehe hier am Finaltag jemand den Lautstärkeregler herunter und ein Jahr später schaltet man die Anlage einfach wieder ein", sagte Markus Brock, Trainer des SV Lürrip. "Irgendwie müsste man mal etwas anders machen, vielleicht zusammen mit FuPa, da werden ja viele neue Ideen umgesetzt."

 Zurück auf dem Frauen-Thron: Nachdem zuvor der FSC dreimal Meister war, holte nun wieder Borussia den Titel – zum siebten Mal insgesamt.
Zurück auf dem Frauen-Thron: Nachdem zuvor der FSC dreimal Meister war, holte nun wieder Borussia den Titel – zum siebten Mal insgesamt. Foto: Theo Titz

FuPa, das Amateurfußball-Portal der Rheinischen Post, ist derweil begeistert, wie die User das Angebot zur Stadtmeisterschaft angenommen haben. Fast 60 000 Aufrufe hatte alleine der Ticker zur Finalpartie binnen 30 Minuten, täglich verfolgten viele Anhänger von daheim und unterwegs die Liveticker zu den exakt 100 Spielen in der Jahnhalle. Ein Angebot, dass es auch zum Masters in Dülken am übernächsten Wochenende geben wird. Der FC, Odenkirchen und der Dritte Lürrip sind in Dülken dabei.

Für die 32. Auflage des Turniers sind indes schon Änderungen angedacht. "Wir werden mit den Handballern sprechen und versuchen, das Frauen-Turnier am Tag nach der Endrunde der Männer zu spielen. Das jedenfalls ist angedacht", kündigte Fußball-Fachwart Rolf Göttel an. "Wir würden wieder direkt nach Weihnachten anfangen und das Männerturnier komplett durchspielen. Die Zwischenrunde wäre dann am 2. Januar, also am Tag vor der Endrunde. Es sollte aber kein Problem für die Vereine sein, in zwei Tagen zweimal zu spielen."

Eine gute Sitte ist die seit Jahren etablierte Tradition, vor großem Publikum den Schiedsrichter des Jahres zu küren. Mit Bodo Flemming fiel die Wahl auf einen Spielleiter, der stets zur Stelle ist, wenn der Fußball im Kreis ihn braucht. Mehr als 150 Spiele leitete er im abgelaufenen Jahr, sprang dabei auch oft ein.

Bodo Flemming gehört zu den Menschen, die den Fußball überhaupt möglich machen, und die gibt es auch in der Jahnhalle. Ohne Winfried Brachten, der sogar bei den Junioren und Senioren jährlich weit mehr als 100 Stunden in der Jahnhalle verbringt, die Organisatoren um Rolf Göttel, Thomas Klingen, Theo Rickenbach, Günter Fechtel, Hermann Kaisers und Peter Hartmann oder die Hallensprecher Bernd Schoemann, Dieter Kauertz und Eddy Drewitz wäre das Turnier nicht vorstell- und durchführbar.

Der Ruf nach Veränderungen und neuen Ideen mag verständlich sein, der ehrenamtliche Nachwuchs sowie die Vereine müssen sich aber auch anbieten und aktiv einbringen. So oder so: Ein tolles Event ist Stadtmeisterschaft auf jeden Fall.

(kpn)