Lokalsport: Ein halbes Jahrhundert im Ehrenamt

Lokalsport: Ein halbes Jahrhundert im Ehrenamt

Der Odenkirchener Walter Hützen, ehemals Präsident des Fußballverbandes Niederrhein, wird heute 80 Jahre.

Das Rampenlicht war nie sein Ding, sondern die effektive Arbeit, ob als Rechtsanwalt oder als Ehrenamtler. So vollzog sich auch sein Wirken für den Sport, insbesondere den Fußball, ohne die große Show. Was nichts daran änderte, dass Walter Hützen einer der einflussreichsten Ehrenamtler im Mönchengladbacher Sport war. 24 Jahre, von 1989 bis 2013, war er Präsident des Fußball-Verbandes Niederrhein, bis er mit 75 Jahren zurücktrat, um Jüngeren Platz zu machen. Am heutigen Mittwoch wird er 80.

Ans Ehrenamt gekommen ist Hützen, weil er "die Klappe aufgerissen hat": damals im TuS Wickrath 1860, wo er Fußball, dann Handball, später Tennis und Tischtennis spielte. Und wenn ihn etwas störte, dann hat er dies offen heraus gesagt, eben "die Klappe aufgerissen". Und bekam, mit seinem Freund Karl-Ludwig Coenen, auf einmal die Antwort: "Macht es doch selbst." Die beiden wurden am 8. Mai 1970 von der Mitgliederversammlung gewählt: Walter Hützen als 1. Vorsitzender der Spielabteilung des TuS mit den Sparten Fußball, Handball und Tischtennis, Karl-Ludwig Coenen als Geschäftsführer.

Es war der Beginn einer langen Karriere als Ehrenamtler, die nicht nur für Hützen persönlich sehr erfolgreich war, sondern auch für die Menschen und Vereine, für die er sich einsetzte: als Vorsitzender des Fußballkreises Mönchengladbach/Viersen, Vizepräsident des Stadtsportbundes, Vorsitzender des Fußballverbandes Niederrhein und Vize des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletik-Verbandes, Vizepräsident des Landessportbundes und der Sporthilfe NRW, Mitglied des Bundesgerichts des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Vorsitzender des DFB-Ausschusses für Sicherheitsangelegenheiten und Mitglied des DFB-Vorstandes, Schatzmeister der Egidius-Braun-Stiftung - diese Aufzählung ist nicht einmal vollständig.

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Da kam schnell eine 70-Stunden-Arbeitswoche zusammen, von der etwa ein Drittel auf das Konto Ehrenamt ging - wie Hützen mal geschätzt hat (gezählt hat er nie wirklich). "Es hat ja auch viel Spaß gemacht", sagt er. Natürlich gab es Auseinandersetzungen, aber immer nur in der Sache; persönliche Attacken hat er immer vermieden, ebenso wie Winkelzüge: "Wichtig war mir immer der Zusammenhalt in den Gremien, ob im Verein oder in den Verbänden."

Der Kampf gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus im Fußball und seinem Umfeld, der Erhalt und die Modernisierung der FVN-Sportschule in Duisburg-Wedau, das soziale Engagement als Schatzmeister der Stiftung seines Freundes und ehemaligen DFB-Präsidenten Egidius Braun, die Förderung des Frauen- und Mädchenfußballs: Das waren Kernpunkte seiner ehrenamtlichen Arbeit, die 2013 endete - aber nicht völlig: Walter Hützen ist als Ehrenpräsident des FVN immer noch aufmerksamer Beobachter, dazu Mitglied des DFB-Ehrenrats. Und die Arbeit in seiner Rheydter Anwaltskanzlei sorgt dafür, dass er mit nun 80 Jahren keine Langeweile kennt.

(RP)
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