Ein Grund für den Erfolg des 1. FC Mönchengladbach

Fußball : Nachwuchsarbeit des  FC ist die Basis des Erfolgs der Senioren

Der Tabellendritte der Landesliga profitiert davon, dass er viel Wert auf die Ausbildung seiner Jugend legt und über den Fußball hinaus schaut. Dabei setzt der Klub auf Identifikation. Bestes Beispiel ist die aktuelle U15, in der fast nur Akteure am Ball sind, die schon bei den Bambinis des FC gespielt haben. Dabei sind die Rahmenbedingungen nicht immer optimal.

Dass der 1. FC Mönchengladbach in der Landesliga auf Rang drei steht, ist auch ein Ergebnis der guten Nachwuchsarbeit. Zum Kader von Trainer Benedict Weeks gehören in Marcel Schulz, Florian Wilhelm Wolters, Gero Wolters, Vincent Simon, Erich Boldt, Durukan Celik, Pascal Schellhammer, Ben Venhaus, Robin Wolf und Oguz Ayan gleich zehn Spieler, die in mindestens einem Junioren-Jahrgang beim FC gespielt haben. Venhaus hat sogar bei der U19 Bundesliga-Luft geschnuppert. Auch Weeks war vor seinem Wechsel zu den Herren eineinhalb Jahre Trainer der U19.

Liegen bei den Herren etliche Spielklassen zwischen dem 1. FC und Borussia Mönchengladbach, ist die Kluft bei den Junioren nicht so groß. Zwar bilden die zwei Spielzeiten in der A-Junioren-Bundesliga und die Saison in der B-Junioren-Bundesliga die Ausnahme. Dafür ist der FC seit Jahrzehnten Dauergast in den Niederrheinligen bei den A-, B- und C-Junioren. Und das in aller Regel im oberen Tabellendrittel.

Dass die U17 aktuell Tabellenletzter ist, gilt als absolute Ausnahme und soll im Laufe der Rückrunde noch korrigiert werden. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, in den Niederrheinligen immer wieder die direkte Qualifikation für die kommende Saison zu schaffen“, sagt Michael Stegner. „Das ist uns bisher fast immer gelungen.“ Stegner hat im neuen Vorstand die Position des Jugendgeschäftsführers inne und ist damit mitverantwortlich für die Entwicklung in der Nachwuchsabteilung. Eine wichtige Position bekleidet auch Jugendobmann Volker Salentin. Der organisiert den Spielbetrieb und schafft es immer wieder, den Ausgleich zwischen mangelnden Fußballfeldern und einer Vielzahl von Spielen zu koordinieren. „Volker kümmert sich intensiv um den Nachwuchs und fährt etliche Kilometer, um Spieler und Mannschaften die Teilnahme an den Wettkämpfen zu ermöglichen“, sagt Stegner. Die Ernst-Reuter-Anlage platzt während der Meisterschaftssaison aus allen Nähten. Ein Naturrasenplatz, der im Winter nicht bespielbar ist, begrenzt insbesondere die Trainingsmöglichkeiten der Junioren-Teams. Schon zu Bundesliga-Zeiten hatte sich der damalige Trainer Marcel Winkens über die ungleichen Bedingungen im Vergleich zu den Konkurrenten beklagt. Das hat sich nicht gebessert. „Wir trainieren dreimal pro Woche, davon einmal nur auf dem halben Platz“, sagt U19-Trainer Kevin Kreuzberg. „Andere Teams haben deutlich mehr Möglichkeiten.“

Dennoch gelingt es dem FC, Nachwuchsarbeit auf sehr hohem Niveau zu betreiben. Für Stegner ist es sehr wichtig, dass schon bei den Bambinis gut ausgebildete Trainer eingesetzt werden. Die Westender verfolgen im Nachwuchsbereich ein Konzept, in dem unter anderem festgelegt ist, welche Ziele in den einzelnen Jahrgangsstufen erreicht werden sollen. Daran müssen sich die Trainer orientieren. Viel Wert wird auf eine grundlegende Technik-Schulung gelegt. Die Spieler sollen beidfüßig ausgebildet werden.

Der FC blickt auch über den Tellerrand hinweg. Um die Lauftechnik zu verbessern, gibt es eine Kooperation mit dem Leichtathletikzentrum Mönchengladbach. „Wir wollen damit die Qualität der Ausbildung steigern“, sagt Stegner. Weil auch im Fußball Kinder seltener den direkten Weg zum Verein finden, kooperiert der FC mit einigen Schulen, um das Interesse zu wecken. Zusätzlich wird das Scouting weiter ausgebaut. Wobei nur Spieler in Betracht kommen, bei denen auch eine entsprechende Entwicklung zu erwarten ist. „Der FC will vor allem den eigenen Nachwuchs fördern“, sagt Stegner. „Die Spieler sollen sich mit dem Verein identifizieren. Das geht am Besten, wenn sie lange bei uns spielen.“ Deutlich wird das bei der aktuellen U15. Dort spielen fast ausschließlich Spieler, die schon bei den Bambinis dem FC angehört haben.

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