Lokalsport: Ein Derby mit besonderem Reiz

Lokalsport : Ein Derby mit besonderem Reiz

Der neue Neusser Coach Jens Sieberger ist ein guter Freund des TVK-Trainers Ronny Rogawska. Sie waren bei der HSG Düsseldorf lange Teamkollegen.

Spiele gegen Nachbarn haben gewöhnlich ihren ganz besonderen Reiz. Das gilt für die Partie der Drittliga-Handballer des TV Korschenbroich beim Neusser HV (morgen, 20 Uhr, Hammfeld) seit dem vergangenen Montag in ganz potenzierter Art und Weise. Denn an diesem Tag hat Jens Sieberger, der lange Jahre bei der HSG Düsseldorf Mannschaftskollege von Korschenbroichs Trainer Ronny Rogawska war, in Neuss das Ruder übernommen.

Nach dem 25:26 in Schalksmühle-Halver, der vierten Niederlage in der noch jungen Saison, stellte René Witte sein Traineramt zur Verfügung. Er steht dem NHV zukünftig als Manager sowie Geschäftsführer Sport und Marketing in der Spielbetriebsgesellschaft zur Verfügung. Mit Sieberger, seinem Nachfolger, verbindet Ronny Rogawska eine lange Freundschaft. "Ich freue mich immer, Jens zu sehen. Und ich freue mich auch, dass er da nun Trainer ist. Das ist eine schöne Sache für ihn", sagt Rogawska.

Es ist aber auch eine gefährliche Ausgangssituation für die Korschenbroicher. Denn neue Trainer sind oft in der Lage, Mannschaften in kürzester Zeit ein anderes Gesicht zu geben. Das beste Beispiel liefert derzeit André Schubert bei den Fußballern von Borussia Mönchengladbach. Für Ronny Rogawska ist das nicht so ausschlaggebend. "Für mich sind die Neusser der Favorit. Daran ändert die Tatsache auch nichts, dass wir im Moment vor denen stehen", sagt der TVK-Coach.

Er sieht die Neusser in der Dritten Liga auf Position zwei. Sie verfügen laut Rogawska über einen "breit aufgestellten, sehr guten Kader" mit zwei guten Leuten auf jeder Position. "Das gibt es in der Dritten Liga auch nicht so oft", sagt Rogawska. Bis dato lief es für die Neusser trotzdem nicht rund. "Wenn die Erwartungen hoch sind, braucht es manchmal nicht so viele Dinge und dann passiert das so", sagt Rogawska.

Trotz der veränderten Ausgangslage und dem Druck, der zweifelsohne auf den Neussern lastet, ist der TVK weit davon entfernt, Nachbarschaftshilfe leisten zu wollen. "Wir brauchen uns nicht verstecken und wollen versuchen, etwas mitzunehmen", sagt der Korschenbroicher Coach. Dieses Selbstvertrauen in die eigene Stärke resultiert nicht zuletzt, aus einer fast optimalen Personalsituation, denn Tom Wolf und Markus Neukirchen sind dabei. Auch Gerrit Stassen könnte bis zum Freitag fit werden. Lediglich Henrik Schiffmann fehlt aufgrund seiner Knieverletzung. "Ich bin sehr zufrieden. Tom gibt uns mehr Optionen auf der Mitte. Markus entlastet uns aus dem Rückraum und mit Gerrit können wir mehr wechseln und ein hohes Tempo gehen. Das wird wichtig sein", sagt Rogawska.

(wiwo)
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