Tischtennis: Ein 15-Jähriger und der Konflikt in Rheindahlen

Tischtennis: Ein 15-Jähriger und der Konflikt in Rheindahlen

Lukas Koy, 15-jähriger Spitzenspieler des Jungen-Verbandsligateams des TTC Rheindahlen, wird in der kommenden Saison für den TV Erkelenz spielen. Sofern Erkelenz den Aufstieg schafft, spielt er dann in der Herren-Verbandsliga, andernfalls wird er in der Landesliga zum Schläger greifen.

Ein Wechsel, der so ungewöhnlich nicht ist, zumal er wegen der weiteren sportlichen Entwicklung notwendig sein dürfte und auch von den Verbandstrainern angeregt wurde. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich dieser Vorgang aber als Spiel mit harten Bandagen, bei dem es keinen Sieger zu geben scheint.

Was ist passiert? Koy, der in der Jugendabteilung des TuS Wickrath aufgewachsen ist, wechselte vor der Saison nach Rheindahlen, mit dem Ziel, die Westdeutsche Mannschaftsmeisterschaft der Jungen zu erringen. Die bis jetzt makellose Bilanz deutete darauf hin, dass dieses Ziel erreichbar schien. Aber der von Lukas Koy vor einigen Wochen angekündigte Wechsel nach Erkelenz hat bei den Verantwortlichen des TTC Rheindahlen einen wohl schon länger schwelenden Konflikt zum Höhepunkt getrieben.

Dabei spielte die Tatsache, dass Lukas Koy ursprünglich zugesagt hatte, bei einem Aufstieg der Rheindahlener Herren in die Bezirksliga dort zu spielen, keine allzu große Rolle mehr. "Der Wechsel hat zu erneuten Diskussionen mit der Familie Koy geführt, an deren Ende dem Verein nichts anderes übrig blieb, als den Spieler zu suspendieren", erklärt Geschäftsführer Jörg Peiffer die Rheindahlener Entscheidung. "Wobei die Suspendierung nur noch deutlich machen soll, dass sich der Verein nicht von einem Spieler oder dessen Familie unter Druck setzen lässt."

Denn Lukas Koy hatte angekündigt, nur dann für Rheindahlen weiter zu spielen, wenn Thomas Jakobs, langjähriger Jugendtrainer beim TTC Rheindahlen, die Verantwortung für die Verbandsliga-Mannschaft abgeben würde. Zwar bot Jakobs seinen Rücktritt an, um den Weg für eine Rückkehr Lukas Koys freizumachen. Aber der Verein stellte sich hinter seinen Trainer und zog damit den Schlussstrich unter einem lange schwelenden Konflikt. Für Peiffer und Jakobs ist das Saisonziel aber noch nicht ad acta gelegt: "Mit Simon Keil steht uns ein weiterer starker Spieler zur Verfügung. Wir haben immer noch ganz gute Chancen, den Titel zu holen." (Anstoß)

(RP)