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Duathlon: Laura Laermann von der LG Mönchengladbach gehört zur Weltspitze

Gladbacherin ist Vize-Europameisterin und WM-Dritte : Laura Laermann – Duathletin aus der Weltspitze

Neben ihrem Vollzeitjob trainiert Laura Laermann von der LG Mönchengladbach intensiv für Welt- und Europameisterschaften. Und das in einer Sportart, die den wenigsten Menschen überhaupt ein Begriff sein dürfte: Nämlich Duathlon. Was treibt die 28-Jährige an?

Dass ihre Sportart Duathlon eher wenigen Menschen bekannt ist, weiß die Vize-Europameisterin und WM-Dritte Laura Laermann. „Es ist schon eher ein Randsportsegment vom Triathlon“, erklärt die für die LG Mönchengladbach startende Athletin, die erst im November die Bronze-Medaille in ihrer Altersklasse bei der Duathlon-Kurzstrecken-WM im spanischen Avilés gewann. Duathlon könnte durchaus als kleiner Bruder des Triathlons bezeichnet werden, denn es vereint verschiedene Ausdauersportarten in unterschiedlichen Wettkampfdistanzen. Statt Schwimmen, Radfahren und Laufen heißt es beim Duathlon aber Laufen, Radfahren, Laufen. Eine Kombination, die Laura Laermann fasziniert.

Sportlich angefangen hat die heute 28-Jährige im Alter von zehn Jahren mit der Leichtathletik. Schnell fand sie Freude am Laufen und fokussierte sich im Teenageralter auf die Mittelstrecke und Starts über 800 und 1500 Meter. „Laufen war bei mir schon immer ein Thema, das hat mir einfach Spaß gemacht“, resümiert sie. Mit ihrer damaligen Lauftrainerin Käthe Link, mit der sie auch heute noch Kontakt pflegt, legte sie wichtige Grundlagen. „Die Mittelstrecken-Zeit war sehr prägend. Ich habe viel Schnelligkeit trainiert und merke bis heute, dass das in meinen Beinen drinsteckt“, schildert Laermann, die zwischen 2013 und 2015 drei Mal bei den Deutschen U23-Meisterschaften über 1500 Meter an den Start ging.

 Die 28-jährige Laura Laermann hat erst spät ihre Leidenschaft fürs Radfahren entdeckt.
Die 28-jährige Laura Laermann hat erst spät ihre Leidenschaft fürs Radfahren entdeckt. Foto: Laura Laermann
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Doch irgendwann ging es mit dem Laufen nicht weiter voran. „Ich habe gemerkt, dass ich hier und da Wehwehchen habe, wenn ich zu viel Laufsport mache und auf der Bahn trainiere“, sagt sie. Auf der Suche nach einer neuen sportlichen Herausforderung kam der Sportlerin zugute, dass sich innerhalb ihres Vereins eine neue Triathlon-Abteilung gründete und auch ihr Papa, Ralf Laermann, bereits als Triathlet von Erfahrungen berichten konnte. „Für mich musste etwas Neues her und dann habe ich mit dem Radfahren und Schwimmen begonnen“, schildert Laermann. „Radfahren fand ich anfangs ziemlich langweilig. Lieben gelernt habe ich es erst später in den Bergen, die einem neben intensiven Höhenmetern immer wieder wunderschöne Ausblicke bescheren. Das Schwimmtraining hingegen finde ich bis heute oft zäh, es ist aber ein guter Ausgleich, wenn auch nicht meine Stärke.“

2012 sicherte sich die damals 19-Jährige bei der Duathlon-Weltmeisterschaft im französischen Nancy in der Altersklasse U20 den Sieg. „Vom Erfolg und den Zeiten konnte ich sehen, dass mir die Kombination Laufen, Radfahren, Laufen schon recht gut liegt“, sagt die gebürtige Mönchengladbacherin. Außer im Duathlon startet sie aber auch weiterhin im Triathlon, unter anderem in der NRW-Liga, in der sie in diesem Jahr insgesamt drei Wettkämpfe bestritt. „Ich plane immer ein bis zwei Highlights in mein Jahr ein, auf die ich hintrainiere. Außerdem versuche ich noch ein paar andere Triathlons im Sommer und den ein oder anderen Lauf im Winter mitzunehmen“, sagt Laura Laermann, die seit 2013 in Aachen lebt und seit zwei Jahren zudem im Triathlon-Team des DLC Aachen aktiv ist.

 Duathletin Laura Laermann.
Duathletin Laura Laermann. Foto: Philipp Buron

Ihr Training absolviert sie neben ihrem Vollzeitjob als Social-Media-Managerin in der Fahrradbranche. „Ich trainiere oft abends oder kombiniere das Training mit meinem Arbeitsweg. Die 28 Kilometer hin und zurück fahre ich oft mit dem Rennrad und baue den Rückweg gerne mal aus“, so Laermann. Hinzu kommen lange Radtouren an den Wochenenden sowie zwei Mal pro Woche jeweils offizielles Schwimm- und Lauftraining vom Verein. Einmal pro Woche nimmt sie sich zudem Stabilisationstraining vor – auch, um Verletzungen vorzubeugen. „Das Training macht mir Spaß. Gerade beim Radfahren genieße ich die langen Touren durch die Natur, weil ich immer wieder Neues entdecken kann“, erklärt Laermann. Auch im Urlaub ist das Rad oft ihr Begleiter. Im Sommer fuhr sie gemeinsam mit einer Freundin den Rheinradweg von Bonn bis in die Schweiz. „Ich bin viel mit Freunden sportlich unterwegs, da fällt gar nicht immer auf, dass man gerade trainiert“, sagt die 28-Jährige, die auch oft gemeinsam mit ihrem Freund, ebenfalls Triathlet, trainiert.

Und weshalb der ganze Aufwand? Diese Frage hört Laermann nicht zum ersten Mal: „Viele verstehen nicht, warum man so viel Training investiert, wenn man am Ende kein Geld damit verdient und auch nicht in die Geschichte eingeht“, so Laermann, die auch ehrenamtlich im Triathlon-Verein mitwirkt. „Für viele reicht es aber nicht in den Profisport oder sie wollen es vielleicht auch gar nicht, weil sie andere Leidenschaften haben oder sich zu etwas anderem berufen fühlen. Im Amateursport kann man dem nachgehen und den Sport gleichzeitig so intensiv leben, wie man möchte – ohne Druck von außen. Mir persönlich geht es darum, den Sport zu erleben, an meine Grenzen zu kommen oder sie sogar zu durchbrechen.“

Für ihre sportliche Zukunft hat Laermann noch keine konkreten Pläne: „Ich gucke immer, was so kommt und plane das Jahr für Jahr. Klar ist für mich nur, dass ich keinen Marathon oder eine Langdistanz im Triathlon absolvieren möchte.“ Auch Corona macht die Wettkampfplanung weiterhin nicht einfach. Trotzdem möchte die 28-Jährige noch einige Wettkämpfe bestreiten. 2022 findet zum Beispiel die Triathlon-Europameisterschaft in München statt.