Die Victoria ist bester Gladbacher Bezirksligist

FUSSBALL: Mennrath kann auch in der Landesliga bestehen

Victoria Mennrath ist als Aufsteiger auf Anhieb bester Mönchengladbacher Bezirksligist geworden, die 110 geschossenen Tore sind der zweitbeste Wert der Spielklasse, die 2740 Zuschauer ein Rekord. An der Konstanz wird Trainer Simon Netten nächste Saison mit einem noch stärkeren Kader arbeiten können.

Allzu gerne hätte Mennrath das Kunststück geschafft, das auch Giesenkirchen als Liganeuling im letzten Saisonspiel in der vorigen Saison versagt blieb: Als Aufsteiger in die Bezirksliga den Durchmarsch in die Landesliga zu schaffen. Dieses Ziel, über das kaum jemand laut bei der Victoria sprach, wurde recht früh zu den Akten gelegt. Aber diese Akte darf in der kommenden Saison getrost wieder herausgeholt werden, denn Mennrath verfügt über einen Kader, der durchaus das Zeug hat, in die Landesliga aufzusteigen und dort auch zu bestehen.

Allerdings sind auch alle damit zufrieden, dass man den dritten Platz erreicht hat und damit Mönchengladbachs bester Bezirksligist ist. Aber schon in dieser Saison hat die Victoria für einige Highlights gesorgt. 110 Tore hat sie erzielt, das ist der zweitbeste Wert hinter Spitzenreiter St. Tönis. Absolut top ist man bei den Zuschauern. 2740 kamen in die „Kull“, wo immer eine besondere Atmosphäre herrschte und Spiele stattfanden, die man so leicht nicht vergisst. Mitaufsteiger Rheydter SV wurde 7:0 abgefertigt. Andererseits setzte es aber auch bittere Heimniederlagen wie beim 1:5 gegen Willich.

Trainer Simon Netten hat mit Victoria
Trainer Simon Netten hat mit Victoria vor allem zu Hause tolle Spiele gezeigt. Foto: Fupa/Ar

Auswärts fehlte der Mannschaft von Trainer Simon Netten die nötige Konstanz. Die schien eigentlich schon gefunden zu sein, als die Victoria beim RSV nach einer glänzenden taktischen Leistung 4:3 gewonnen hatte. Doch im Laufe der Saison war die Hintermannschaft zu häufig zu sorglos, zu weit aufgerückt, so dass die Gegner – wie zuletzt Giesenkirchen beim 3:2 – zu einem überraschenden Sieg kommen konnten.

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Einerseits ist die Mannschaft zwar noch recht jung, aber im Kader sind gerade im Defensivbereich Spieler, die über Ober- und Landesliga-Erfahrung verfügen. Trainer Netten wird sicherlich in diesem Bereich die Hebel in der kommenden Saison ansetzen, um deutlich weniger Tore zu kassieren. Nur fünf Klubs bekamen mehr Treffer als die Victoria.

Inzwischen hat sich Mennrath zu einer Filiale des 1. FC Mönchengladbach entwickelt. Von den zehn ehemaligen FC-Kickern haben jeweils drei schon in der Ober- oder Landesliga gespielt. Die müssten in der Lage sein, die Zahl der Gegentore in der kommenden Spielzeit deutlich zu minimieren. Egal wer aus der Landesliga absteigen wird, an Mennrath als ernsthaftem Aufstiegskandidat wird keiner vorbeikommen. Der neue Kader mit immerhin bisher acht Zugängen wird dazu einfach zu stark sein.

Zugänge: Soner Karaman (Blau-Weiß Wickrathhahn), Rogerain Tiawa Tata (Borussia A-Jugend), Malte Renner, Nico Krätschmer (beide 1. FC Mönchengladbach), Gerrit van Dinther, Sandro Meyer (beide TuRa Brüggen), René Kapell (eigene Reserve), Patrick Schumacher (eigene Jugend). Abgänge: Nassir El Aboussi, Adrian Ionel Taranu (beide 1. FC Viersen), Christian Geiser (FC Wegberg-Beeck).