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Die TS Lürrip hatte Bundesligist Bayer 04 Leverkusen zu Gast

Frauenhandball : Lüripperinnen feiern ein Handball-Fest

Beim Freundschaftsspiel gegen den Frauen-Bundesligisten Bayer Leverkusen ist die Stimmung grandios, das Ergebnis nebensächlich. Mit ihrem Einsatz begeistern die Gastgeberinnen die rund 400 Zuschauer in der Halle Realschulstraße in Rheydt.

Nach einem Ballverlust im Angriff sprintet Sabrina Hermanns zurück, als ob die Partie gerade erst begonnen hätte. Tatsächlich ist sie bereits kurz vor dem Ende, doch die Rückraumspielerin der TS Lürrip legt noch einmal alles in diesen Sprint und ist rechtzeitig da, um den Kempa-Trick der „Werkselfen“ von Bayer 04 Leverkusen zu verhindern. Dabei landet Hermanns auf ihrer Gegenspielerin, knickt um, bleibt mit Schmerzen am Fuß liegen. Doch sie beißt die Zähne zusammen, steht nach kurzer Behandlung wieder auf – und feuert das Publikum an, indem sie beide Arme in die Höhe reißt. Die Reaktion ist tosender Beifall.

Und der kommt kurz darauf wieder, als Nicola Feldberg einen Siebenmeter links unten verwandelt. Es ist der letzte Treffer der Lürriperinnen in diesem Spiel, das 9:41 endet, das aber nicht wegen des Ergebnisses im Gedächtnis der Spielerinnen und Zuschauer haften bleiben wird. Vielmehr ist es mindestens das „Spiel des Jahres“ für die Mannschaft, die aus den Landes- und Bezirksliga-Kadern zusammengestellt ist. Natürlich sind die Bundesliga-Spielerinnen aus Leverkusen in nahezu allen Belangen überlegen, ein Dreher, wie ihn Anna Seidel nach einem Gegenstoß zeigt, oder das einhändige Fangen des Balles von Naina Klein gehören schon zur gehobenen Kategorie. Doch die Lürriperinnen begeistern mit ihrem Einsatz die rund 400 Zuschauer in der Sporthalle Realschulstraße in Rheydt, die Stimmung ist klasse.

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Christian Vaas ist nach dem Spiel entsprechend zufrieden: „Wir freuen uns, dass der Damen-Handball hier so angenommen wurde, nicht nur von Lürriper Zuschauern. Das war ein geniales Event“, sagt der TS-Trainer, der vorab zwei Ziele formuliert hatte: Mindestens zehn Tore werfen und keine 50 kassieren. Das ging fast komplett auf. Die letzte Lürriper Torschützin beschreibt: „Da beim Siebenmeter zu stehen, war schon echt aufregend“, sagt Feldberg. Und als der Ball drin war: „Da habe ich mich zehn Kilo leichter gefühlt“, sagt sie und lacht. „Das hat echt Spaß gemacht. Es war außergewöhnllich.“ Ein richtiges Handballfest.