Die NRW Junior Open der TG Rot-Weiß starten in Mönchengladbach

Tennis-Nachwuchs : Aufwertung der Junior Open zahlt sich aus

Das Tennis-Jugendturnier des TG Rot-Weiß am Bunten Garten startet am Samstag und dauert eine Woche. Es ist vom Weltverband ITF von Grade 4 auf Grade 3 hochgestuft worden, der Franzose Timo Legout führt es bei den Junioren an. Bei den Juniorinnen steht die US-Amerikanerin Skyler Marie Grace Grishuk vorne.

Das Jugendturnier der Tennis-Gesellschaft Rot-Weiß, 1956 erstmals für den Nachwuchs in und um Mönchengladbach veranstaltet, zählte von den 60ern bis Mitte der 80er Jahre zu den bedeutendsten in Europa. Spätere Weltklasse-Spieler und Grand-Slam-Sieger wie Björn Borg und Ivan Lendl, Steffi Graf und Boris Becker gewannen das Turnier am Bunten Garten, Borg und Lendl gleich mehrmals. Michael Stich, Mats Wilander und Pat Cash schieden gegen die starke Konkurrenz frühzeitig aus. Diese Zeiten waren allerdings schon vorüber, als das German Junior Open 1996, als Grade-1-Turnier, zum letzten Mal in Gladbach ausgetragen wurde, ehe es nach Essen wechselte und dann 2009 nach Berlin.

Vor elf Jahren entschloss sich die TG Rot-Weiß, die 1996 aus Sorge vor wachsenden Kosten aufgegeben hatte, zu einem neuen Anlauf. Seither gibt es das NRW Junior Open am Bunten Garten. Und die Top-Jugend von heute spielt auf einem Niveau, das sich mit dem der Grafs, Beckers und Co. von damals locker messen kann. Ab Samstag bis zum 20. Juli können sich nicht nur die Mönchengladbacher Tennisfreunde wieder davon überzeugen.

Bis Samstag, 20. Juli, ist am Bunten Garten die elfte Auflage des NRW Junior Open. Und das sportliche Niveau dürfte noch einmal steigen. Denn Mönchengladbach hat vom Welt-Tennisverband ITF eine Aufwertung erfahren: Grade 3 statt Grade 4. Die Aufwertung bringt mehr Weltranglisten-Punkte und ist damit attraktiver für die Spieler.

Den Anstoß dazu hat Barbara Rittner, gegeben, Bundestrainerin seit 2009 und seit zwei Jahren als „Head of Women‘s Tennis“ beim Deutschen Tennis-Bund (DTB) für die deutschen Damen zuständig. Die gebürtige Krefelderin war im vergangenen Jahr mehrmals zur Beobachtung der deutschen Mädels beim NRW Junior Open und begeistert von diesem Turnier mit Akteuren aus 34 Nationen: „Eine tolle Anlage, eine tolle Organisation ohne Probleme, viele Zuschauer – alle waren sehr zufrieden.“ Rittner kennt das Turnier übrigens längst aus eigenem sportlichen Erleben: 1988 war sie als 15-Jährige Halbfinalistin im Einzel und Zweite im Doppel – sechs Jahre nach dem Sieg Steffi Grafs. „Dies war mein erster wichtiger internationaler Erfolg“, sagte sie. Man darf damit rechnen, dass sie auch zur elften Auflage der Junior Open kommen wird, trotz oder wegen des Desasters der Deutschen in Wimbledon, wo es kein Akteur ins Achtelfinale schaffte.

„Für unsere Mädchen und Jungen bietet das NRW Junior Open eine gute Möglichkeit, weitere internationale Erfahrung zu sammeln“, sagt Mirco Westphal, Chefkoordinator Leistungssport Events beim Deutschen Tennis-Bund. Im vergangenen Jahr standen in beiden Endspielen nur Deutsche.

Das Turnier gehört zum ITF Junior Circuit, einer Serie von jährlich ungefähr 300 Turnieren der Altersklasse U18, die in mehr als 100 Ländern ausgetragen werden. Sie sollen die Nachwuchsspieler an ein professionelles Niveau heranführen und ihnen so bessere Einstiegsmöglichkeiten in den Erwachsenenbereich bieten. Zudem werden auf der Basis dieser Turniere die Weltranglisten der Junioren und Juniorinnen erstellt.

Ausgetragen werden in Mönchengladbach zunächst am Samstag und Sonntag die beiden 48er-Felder der Qualifikation. Ab Montag folgen die 48er-Hauptfelder, dazu gibt es noch 24er-Felder für die Doppel. Die Endspiele sind erstmals bereits am Samstag. „Dadurch haben wir diesmal am Finaltag keine Konkurrenz durch die Bundesliga“, sagt Thorsten Thiele, als Oberschiedsrichter sportlicher „Chef-Organisator“ von Turnierdirektorin Janka Piliar mit Blick auf die Tennis-Bundesliga, die am Sonntag spielt. „Und der Top-Nachwuchs hat kein Problem mit der Anreise zum European Junior Championship im Schweizer Klosters, das am Montag anfängt.“, ergänzt Thiele.

Mit 14 Jahren gewann Boris Becker 1982 das Turnier der TG Rot-Wei. Foto: Horstmüller
Barbara Rittner und Turnierdirektorin Janka Piliar. Foto: Georg Amend

Die Höherstufung der ITF auf Grade 3 wirkt sich bereits auf die Teilnehmerfelder aus. Die Zulassungsliste für das Hauptfeld beginnt diesmal bei den Junioren mit dem Franzosen Timo Legout (ITF-Rang 64). Max Wiskandt vom Gladbacher HTC steht auf Platz 16 (ITF 203) als Erster von drei Deutschen. Bei den Juniorinnen steht die US-Amerikanerin Skyler Marie Grace Grishuk (ITF-Rang 105) vorne, die Hannoveranerin Angelina Wirges ist als Nummer 3 dabei.

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