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Fußball: "Die Jugend ist unser Markenzeichen"

Fußball : "Die Jugend ist unser Markenzeichen"

Interview Wolfgang Wassenberg über seine Rückkehr auf die Trainerbank des FSC und die aktuelle Situation des Frauenfußball-Clubs

Der FSC Mönchengladbach ist in drei Jahren von der Regionalliga bis hinunter in die Landesliga abgestiegen. Jetzt mussten Sie wieder selbst einspringen, nachdem ihr neuer Trainer Heinz Pongs nach nur wenigen Monaten zurückgetreten ist. Stehen Sie mit der Frauenmannschaft damit nun wieder am Anfang Ihrer Aufbauarbeit?

Wassenberg Kann man so sehen. Aber die Frage ist doch, wo wir mit dem FSC hinwollen. Früher hatte ich diesen Ehrgeiz, immer weiter nach oben zu kommen, wir standen kurz vor dem Aufstieg in die Bundesliga. Heute ist meine Motivation schon eine andere. Der Verein hat eine soziale Verantwortung, ich möchte eine vernünftige Freizeitbeschäftigung bieten und über den Mannschaftssport Werte fürs Leben vermitteln.

Doch eigentlich wollten Sie ja kürzertreten und Heinz Pongs das Team überlassen.

Wassenberg Er hatte wohl ein Problem mit der Quantität des Kaders. Allerdings hat er 18 Spielerinnen übernommen, größer war der Kader eigentlich nie. Wir können eben keine Gehälter zahlen, sondern leben davon, dass die Spielerinnen mit Begeisterung zum FSC-Training kommen.

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Es könnte allerdings ein Problem sein, dass einige Ihrer Spielerinnen zugleich auch noch für die U17-Juniorinnen auflaufen.

Wassenberg Das ist für uns aber nichts Neues, das machen zudem viele Vereine so. Es ist schließlich unser Markenzeichen, dass sich die U 17-Spielerinnen früh zeigen können und sich so enorm weiterentwickeln. Ein Problem kann höchstens am Spieltag entstehen. Doch wir haben derzeit sieben U 17-Spielerinnen im Frauen-Kader. Und wir steuern es immer so, dass höchstens zwei mit der Ersten Mannschaft fahren.

Rächt es sich jetzt trotzdem, dass Sie sich vor der Saison nicht intensiver um externe Zugänge gekümmert haben?

Wassenberg Heinz Pongs hat einige Talente von Borussias Jugend zum FSC mitgebracht, und zum Beispiel Larissa Kaminski, Sarah Masuch. Doch diese hatten Probleme mit den hier herrschenden hohen Anforderungen in puncto Trainingsdisziplin und stehen derzeit nicht im Kader. Insgesamt habe ich eher schlechte Erfahrungen mit Zugängen gehabt. Ich arbeite lieber mit Spielerinnen zusammen, die ich selbst ausgebildet habe.

Somit bleibt Ihr Fokus auf der Jugendarbeit?

Wassenberg Absolut. Wir sind auf eine gute Ausbildung angewiesen. Und es funktioniert ja auch. In unserer U 17 stehen hervorragende Talente, die die Frauen nächstes Jahr verstärken werden. Aber so lange müssen wir noch warten.

Wie lautet dann Ihr Saisonziel für den FSC?

Wassenberg Es ist schwierig, ich wage jetzt noch keine Prognose. Derzeit sieht es sicher nicht gut aus, was wir spielen. Die jungen Spielerinnen sind noch durch den Abstieg verunsichert, viel hängt von Angela Paffrath ab, die im Moment praktisch alleine für unsere Tore sorgt. Doch ich hoffe, dass wir in etwa eineinhalb bis zwei Monaten richtig Gas geben können.

Mit Ihnen als Trainer?

Wassenberg Für die Zukunft ist ein junger Trainer die Option. Doch derzeit habe ich keinen Zeitdruck, die Jugendmannschaften sind alle mit guten Trainern besetzt. Also kann ich nochmals alles für das Frauenteam in die Waagschale werfen.

Thomas Grulke sprach mit dem Wieder-Trainer des FSC Mönchengladbach Wolfgang Wassenberg

(RP)