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Hockey: "Details geben den Ausschlag"

Hockey : "Details geben den Ausschlag"

Interview Der ehemalige GHTC-Trainer Andrew Meredith gehört zum Trainerteam der deutschen Nationalmannschaft. Hier spricht er über das Offensivspiel des Olympiasiegers, den heutigen Gegner Niederlande und den Mönchengladbacher Christoph Menke.

Deutschland hat bei der Champions Trophy zwei Spiele in Folge verloren. Wie hat die Mannschaft das 1:3 gegen Australien verdaut?

Meredith Wir haben gegen Australien im ersten Durchgang die beste Hälfte bei diesem Turnier gespielt, nicht viele Chancen zugelassen und selbst einige Möglichkeiten herausgearbeitet. Aber das ist die Statistik, natürlich wollten wir auch das richtige Resultat erzielen.

Seit 2004 gehören Sie nun schon zum Trainerteam der Deutschen Nationalmannschaft. Welche Aufgaben haben Sie unter Bundestrainer Markus Weise?

Meredith Während ich unter seinem Vorgänger Bernhard Peters zunächst überwiegend für die Offensive zuständig war, arbeite ich jetzt in einer Gruppe von Leuten, die alle in bestimmten Bereichen ihre Stärken haben und ihre Sichtweisen einbringen. Das macht die Arbeit in diesem Team zu einem ständigen und interessanten Prozess. Hier kümmere ich mich vor allem um die Technik der Spieler. Bei den Spielen sitze ich oben auf der Tribüne, von dort hat man einen guten Blick auf das Geschehen.

Was haben Sie da von der Deutschen Mannschaft gegen die eher defensiv orientierten Neuseeländer und Spanier gesehen?

Meredith Grundsätzlich sind wir beim 2:3 gegen Spanien unter unseren Möglichkeiten geblieben. Und bei den Siegen gegen England und Neuseeland muss man bedenken, dass wir jeweils klar in Führung lagen und uns dann auf die Spielkontrolle konzentrieren konnten. Trotzdem haben wir uns in jedem Spiel genug Möglichkeiten und Strafecken erspielt.

Was wird Samstag gegen die Niederländer wichtig sein?

Meredith Wir wollen noch besser spielen als gegen Australien und drei Punkte holen um sicher ins Finale einzuziehen. Die Niederländer sind da in einer schwierigeren Position, weil sie als Letzter mit dem Rücken zur Wand stehen. Und ich kann mich nicht daran erinnern, wann sie mal drei Spiele bei einem großen Turnier in Folge verloren haben. Wir müssen uns aber auf unser Spiel konzentrieren und versuchen unnötige Fehler zu vermeiden.

Sie spielen so häufig gegeneinander. Können sich die Mannschaften überhaupt noch überraschen?

Meredith Es sind auf diesem Niveau meistens nur Details, die den Ausschlag geben. Allerdings verändern sich durch neue Trainer und Spieler schon einmal ein wenig der Stil oder das System der Mannschaften.

Was ändert sich im deutschen Spiel, wenn mit Christopher Zeller der Stürmerstar fehlt?

Meredith Natürlich hat Christopher schon viele wichtige Tore in großen Spielen erzielt. Für uns sollte sich aber durch sein Fehlen nicht allzu viel ändern. Jeder Spieler bringt seine Stärken in der Offensive ein, mit jeder Sturmformation ändert sich auch ein bisschen unser Spiel. Es ist generell unsere Stärke, dass wir sehr variabel spielen und viele torgefährliche Spieler in unseren Reihen haben.

Wie gefällt Ihnen bislang Ihr ehemaliger Schützling beim Gladbacher HTC, Christoph Menke?

Meredith Ich war nun schon bei einigen großen Turnieren dabei. Aber die größte Freude als Trainer ist es für mich solch motivierte Spieler zu haben, sie formen und auf das Niveau eines solchen Weltturniers bringen zu können. Chrissi spielt mittlerweile schon seine siebte Champions Trophy und gehört zu den erfahreneren Spielern in der Mannschaft.

Werden Sie auch den Werdegang Ihres früheren Klubs GHTC verfolgen?

Meredith Natürlich ist es interessant für mich zu sehen, wie sich diese junge, dynamische Mannschaft entwickeln wird. Ich bin schon stolz darauf, dass ich in meinen zwei Jahren so viele Jugendliche in die Herren-Mannschaft gebracht habe. Einige stehen ja bereits im C-Kader des DHB. Doch sie müssen alle noch hart an sich arbeiten um vielleicht einmal in den A-Kader zu kommen.

Thomas Grulke führte das Gespräch

(RP)