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Thomas Krauss: "Der Verdrängungswettbewerb im Hockey ist riesig"

Thomas Krauss : "Der Verdrängungswettbewerb im Hockey ist riesig"

Der 2. Vorsitzende des GHTC spricht über den verpassten Aufstieg, die neue Taktik und die Chance, wieder in der Feld-Bundesliga zu spielen.

Der Gladbacher HTC wird die Hallensaison in der 2. Hockey-Bundesliga als Zweiter abschließen. Tobias Knüfermann sprach mit Thomas Krauß darüber. Der 46-Jährige ist 2. Vorsitzender des Vereins und Co-Trainer der Herren-Mannschaft.

Herr Krauß, die Herren des Gladbacher HTC haben das anvisierte Ziel Rückkehr in die Bundesliga klar verpasst. Was ist der Hauptgrund?

Krauß Man kann das nicht an einer Sache festmachen. Es gibt viele unterschiedliche Dinge, die nicht so geklappt haben, wie wir uns das vorgestellt hatten. Ich bin mir sicher, dass wir, von der Qualität her, hätten aufsteigen können. Aber das Ziel haben wir klar verpasst. Blau-Weiß Köln war einfach viel solider und hat sich die Meisterschaft verdient.

In Marcus Reifenberg kam vor der Hallensaison ein neuer Trainer, der über wenig Erfahrung im Erwachsenen-Bereich verfügt. Wie läuft die Zusammenarbeit?

Krauß Marcus lässt ein defensiveres Hockey spielen als sein Vorgänger Philipp Heymanns. Darauf muss man sich einstellen, was nicht von heute auf morgen geht, aber völlig normal ist. Seine Ansprachen an die Mannschaft sind gut und motivierend. Ich denke, dass es zwischen Team und Trainer passt, wobei ich auch sagen muss, dass ich umdenken musste.

Das hört sich nach deutlichen Unterschieden an.

Krauß Marcus hat eine klare und eindeutige Vorstellung, wie er Hockey spielen lässt. Das ist eine tolle Eigenschaft, die heutzutage gar nicht mehr so selbstverständlich ist. Seine defensivere Auslegung macht sich auch schon bemerkbar. Wir haben viel weniger Tore als in den letzten Spielzeiten kassiert. Demgegenüber sagt die Statistik aber auch, dass wir weniger Tore geschossen haben.

Ende April beginnt die Feldsaison in der Zweiten Bundesliga. Nach der Hinrunde steht der Gladbacher HTC auf einem Abstiegsplatz. Was ist noch möglich?

Krauß Der Kader ist gut genug, um den Klassenerhalt zu schaffen. Personell sind wir, im Vergleich zur Halle, besser aufgestellt. Florian Jansen, Niklas Braun, Phillip Jansen, Leo Johenneken und Philip Schmitz sind wohl dabei, sodass wir eine schlagkräftige Truppe zusammen haben. Vielleicht schaffen wir es auch, dass noch externe Zugänge dazu kommen.

Sie haben selbst lange in der Bundesliga gespielt. Wann sehen wir den GHTC mal wieder in der höchsten Deutschen Liga?

Krauß In der Halle sind wir mit Sicherheit in der Lage, ein Ausrufezeichen zu setzten, um wieder erstklassig zu sein. In der Feldsaison wird das schwer. Dauerhaft sind wir da nicht konkurrenzfähig. Der Verdrängungswettbewerb ist mittlerweile auch im Hockeysport riesig. Allein schon in der Zweiten Liga gibt es Vereine, die finanziell viel mehr Möglichkeiten haben. Dazu kommt, dass wir keine echte Uni-Stadt sind, was ein klarer Standortnachteil ist. Ohne Wind von außen sehe ich uns nur im gesicherten Mittelfeld der Zweiten Bundesliga. Aber auch das ist aller Ehren wert. In Mönchengladbach gibt es neben Fußball nur ganz wenige Sportarten, die dauerhaft in den Bundesligen spielen.

Im nächsten Jahr feiert der Verein sein 100-jähriges Bestehen. Gibt es ein großes Fest?

Krauß Natürlich planen wir, zu diesem tollen Jubiläum etwas Entsprechendes auf die Beine stellen. Zudem bekommen wir ja noch unseren neuen Kunstrasen, der im Sommer gelegt werden soll. Dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten, wodurch wir hoffen, noch mehr Jugendliche für diesen tollen Sport gewinnen zu können.

(knü)