Handball: Der TVK zeigt zwei Gesichter

Handball : Der TVK zeigt zwei Gesichter

Ronny Rogawska betitelt erste Hälfte als "genial". Am Ende stand es 30:30.

West TV Korschenbroichs Trainer Ronny Rogawska wirkte ratlos. In der einen Halbzeit spielten seine Schützlinge den SC Bayer Uerdingen an die Wand, in der zweiten Hälfte war davon nichts mehr zu sehen. Am Ende waren die Korschenbroicher mit dem 30:30 noch gut bedient. "Betrachtet man nur die letzte Minute, dann ist es sogar ein gewonnener Punkt", sagte Rogawska. Angesichts der ersten Hälfte sei er aber eher wütend über die Punkteteilung. "Es ist sehr ärgerlich. Bei mir herrscht Gefühlschaos", sagte er.

Die Korschenbroicher starteten hochkonzentriert. Die Abwehr hielt sich an die vorher getroffenen Absprachen und zwang die von Ex-Korschenbroicher Olaf Mast trainierten Gastgeber immer wieder zu Fehlern. Hinzu kam mit Philipp Ruch wieder ein starker Rückhalt. Folgerichtig setzte sich der TVK bereits nach zehn Minuten das erste Mal mit drei Toren ab (6:3). Zehn Minuten später hatten Görden und Co. bereits auf 13:7 erhöht. "In der ersten Halbzeit haben wir genialen Handball gespielt", sagte Rogawska. Und das stimmte. Im Angriff wurden die Chancen ausgespielt, die Außen mit eingebunden und einfache Tore erzielt Zudem etablierte sich Zugang Christoph Gelbke hervorragend in die Mannschaft. Die 18:11-Pausenführung war auch in der Höhe verdient.

Eigentlich hätte das Rogawska-Team nur wie in der ersten Hälfte weitermachen müssen. Eigentlich. Stattdessen aber hielt sich kaum einer an Absprachen. Vielleicht waren sich die Spieler zu siegessicher. Vorne wurden die Angriffe zu früh abgeschlossen, in der Abwehr die Ordnung über Bord geworfen. Wie zuletzt schon gegen Dormagen. Die Gastgeber kamen innerhalb der ersten Viertelstunde nach Wiederanwurf auf zwei Tore heran (19:21). Nicht aufgrund einer enormen Leistungssteigerung, sondern aufgrund des Leistungseinbruchs auf Seiten der Korschenbroicher. Die junge Mannschaft ließ sich verunsichern. "Dann kamen ein, zwei unglückliche Entscheidungen hinzu", sagte Rogawska. Die Zeitstrafen häuften sich und niemand hielt die Konzentration hoch. Drei Sekunden vor Schluss gelang Mathias Deppisch zumindest der Ausgleich.

(RP)