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Lokalsport: Der TVK stellt sich in Zukunft breiter auf

Lokalsport : Der TVK stellt sich in Zukunft breiter auf

Die Korschenbroicher haben in sieben Tagen drei Talente geholt. Morgen kommt die Ahlener SG in die Waldsporthalle.

Die Nachrichten des TV Korschenbroich sind gut in diesen Tagen: Seit drei Partien ist er ungeschlagen, hat sich daraus mit 5:1 Punkten von den Abstiegsplätzen entfernt und binnen sieben Tagen drei Zugänge für die kommende Saison vermelden können. Erik Hampel (22 Jahre, HSG Krefeld), Tim Dicks und Malte Faßbender (beide 18, A-Jugend Neusser HV) sollen das Vakuum füllen helfen, das die sechs Abgänge nach dieser Spielzeit hinterlassen werden.

Doch wie soll derart jungen Akteuren das gelingen? Für Faßbender und Dicks wird es die erste Saison im Herrenbereich sein, der Sprung aus der Jugend ist ein großer, vor allem körperlich. Hampel hat zwar schon nachgewiesen, dass er in der Liga mithalten kann und ist als Linkshänder ohnehin ein guter Griff für den TVK, der ja in Henrik Schiffmann seinen etatmäßigen Halbrechten verliert. Dass aber ein 22-Jähriger mit zwei 18-Jährigen gleich die Dritte Liga dominiert, darf bezweifelt werden.

Da widerspricht Ronny Rogawska auch gar nicht: "Wir versprechen uns in Zukunft viel von Tim und Malte. Sie werden auch Erste Mannschaft spielen, aber ebenso Spielpraxis in der Zweiten Mannschaft sammeln", erklärt der TVK-Trainer. Dass man mit Transfers von 18-Jährigen den Spielern des Projekts 2020 - aus dem ja Eigengewächse den Weg in die Erste Mannschaft schaffen sollen - externe Akteure "vor die Nase setzt", sieht Rogawska anders: "Wir versuchen, das parallel zu machen. Und Malte und Tim kommen ja von hier." Faßbender und Dicks entstammen der eigenen Jugend.

Der erste Spieler, der es aus dem Projekt 2020 bereits zu Einsätzen bei den Senioren - in der Reserve - geschafft hat, ist Lukas Menze. Der bekommt nun nahezu gleichaltrige Konkurrenz. "Lukas ist noch ein Jahr A-Jugend", hält Rogawska dagegen. "Das soll er auch haben und genießen. Er wird weiter bei mir im Training sein. Und im Jahr darauf, wenn er Senior wird und bei uns bleibt, dann geht seine Reise weiter wie bei Malte und Tim." Nur ohne den Umweg eines anderen Vereins.

Generell gilt für den Ex-Bundesligaspieler und -trainer Rogawska: "Es ist gut, wenn du als junger Spieler das Ziel hast, Dritte Liga oder höher spielen zu wollen, aber du musst dann auch zeigen, was du kannst. Und da führt der Weg über die Zweite Mannschaft. In der Dritten Liga wird schon ein guter Ball gespielt. Wir gehen da nicht blauäugig rein und laufen da mit drei A-Jugendlichen und zwei 20-Jährigen auf. Das würde nicht funktionieren."

Das Ziel des TVK ist zwar, eine junge Mannschaft mit einem hohen Identifikationsfaktor zu haben, aber "selbstverständlich haben wir auch den Plan, erfahrene Leute dazu zu holen", sagt Rogawska. "Der Kader soll sehr breit aufgestellt sein, es werden mehr als 13, 14 vielleicht sogar 15, 16 Spieler werden. Das ist das Ziel von Kai und mir", sagt der Trainer mit Blick auf Manager Kai Faltin, der diesbezüglich "gute Arbeit" mache. Denn was sich nicht widerholen soll, sind Partien wie Anfang des Jahres, als der TVK gegen Top-Team Eintracht Hagen nur einen einzigen Ersatzspieler auf der Bank hatte.

An diese Zeiten mögen sich die Korschenbroicher auch nicht gerne erinnern, da sie die ersten vier Partien des Jahres verloren. Seit dem Unentschieden in Baunatal und den knappen Siegen gegen Krefeld und bei Lemgo II ist das aber vergessen. "Wir haben gezeigt, dass wir gegen alle Mannschaften der Liga punkten können", sagt Rogawska, der diese Serie zu gern morgen (19.30 Uhr) in der Waldsporthalle gegen die Ahlener SG ausbauen möchte, die mit zwei Zählern Rückstand einen Rang hinter dem Tabellenelften aus Korschenbroich liegt. "Gegen Baunatal, Krefeld und Lemgo haben wir souverän in Abwehr und Angriff gespielt und die Spiele eigentlich dominiert", erinnert der Trainer. Eng wurde es aber in allen Fällen. "Die Gegner sind irgendwann in eine offensive Deckung gegangen, und damit tun wir uns im Moment brutal schwer." So lag das Hauptaugenmerk im Training auf den Lösungen gegen solche Abwehrreihen. Damit die guten Nachrichten nicht enden.

(ame)