Lokalsport: Der TVK schöpft wieder Hoffnung

Lokalsport : Der TVK schöpft wieder Hoffnung

Das 30:27 über Habenhausen ist der erste Heimsieg der Saison. Torwart Jäger und Mittelmann Mumme ragen heraus.

Am Anfang war das Wort. Und das Wort war beim Bundestrainer. Christian Prokop analysierte im ZDF den 32:19 (17:9)-Auftaktsieg der deutschen Handballer bei der Europameisterschaft in Kroatien über Montenegro, und die Zuschauer, die früh in die Korschenbroicher Waldsporthalle gekommen waren, konnten das auf einer Leinwand unter der Hallendecke mitverfolgen. Im Anschluss gab es in der Drittliga-Partie des TVK gegen den ATSV Habenhausen sogar eine Parallele: Die Korschenbroicher führten zur Pause 18:11 und damit ähnlich hoch wie die Nationalmannschaft zuvor in Zagreb.

Was die Drittliga-Handballer aber von den Besten ihres Sports unterscheidet, gab es dann in der zweiten Hälfte zu sehen. Durch technische Fehler, Pässe ins Aus oder in die Hände des Gegners sowie fahrige Würfe gaben die Hausherren die klare Führung wieder her, und so kam es noch zu einer Partie, die ungefähr so vorab zwischen dem Tabellenvorletzten und dem Schlusslicht erwartet worden war - umkämpft, viele Fehler und ein enger Spielstand. So musste der TVK bis zum Schluss zittern, ehe er nach dem 30:27 durch Gertjan Bongaerts per Siebenmeter jubeln durfte: zum ersten Mal nach zwölf Niederlagen in Serie, zum ersten Mal überhaupt in dieser Saison zu Hause.

TVK-Trainer Ronny Rogawska fasste das Spiel treffend zusammen: "Die erste Halbzeit war erste Sahne. In der zweiten Halbzeit war die Sahne weg", sagte der Däne. So hatte in den ersten 30 Minuten alles bei seinem Team gepasst, gestützt auf eine variable 6:0-Abwehr und einen starken Torwart Max Jäger klappte auch vorne alles. Um das schönste Tor des Spiels durften sich da Philip Schneider und Julian Mumme streiten. Der Kreisläufer warf nach knapp neun Minuten den Ball mit dem Rücken zum Tor per Rückhand zum 8:5 in den Winkel, obwohl ihn zwei Gegner bedrängten. Der Mittelmann wiederum vollendete einen Kempa-Trick nach Zuspiel von Bongaerts zum 17:11 (28.). "Da haben wir mit Druck gearbeitet und hatten auch die Ruhe für den zweiten, dritten und vierten Pass. Und unsere kreative Abteilung war auch voll eingebunden", sagte Rogawska.

Doch dann war eben die "Sahne weg". Spätestens, als Flemming Stüven nach einem Fehlwurf von Erik Hampel, der grippegeschwächt lange geschont wurde, auf 23:25 verkürzte, war Habenhausen wieder dran. "Da wurde es ein sehr hektisches Spiel", sagte Rogawska. So traf Bongaerts, der in Halbzeit eins lange wegen einer blutenden Lippe hatte draußen bleiben müssen, nach Zuspiel von Hampel zum 28:26 (55.), vergab dann aber im nächsten Angriff einen Tempogegenstoß, so dass Björn Wähmann wieder auf 27:28 verkürzen konnte. Mumme, der trotz sichtbarer Schmerzen mit zehn Treffern überragte, stellte den Zwei-Tore-Abstand wieder her, doch ein erneuter Ballverlust bescherte Habenhausen den nächsten Gegenstoß durch Hauke Marien - doch Jäger war zur Stelle, seine 14. Parade in dieser Spiel war eine seiner wichtigsten. Bongaerts, der kurzfristig noch aus dem Aufgebot der belgischen Nationalmannschaft gestrichen worden war und nur deshalb für den TVK auflaufen konnte, setzte den Schlusspunkt. "Es ist ein gutes Gefühl, wieder gepunktet zu haben", sagte Jäger, der direkt nach vorne blickte: "Jetzt kommen Volmetal, Menden und Aurich. Wir können da einen richtig guten Start draus machen."

Der Torwart wurde nach dem Schlusspfiff und der ersten Jubeltraube mit "Max Jäger"-Sprechchören gesondert gefeiert. Am Anfang war das Wort, am Ende der Chor.

TV Korschenbroich: Jäger (1. bis 60. Minute / 14 Paraden, davon bei einem Siebenmeter), Krüger (bei einem Siebenmeter / 0) - Pötzsch (1 Tor), Bongaerts (8 / davon 6 per Siebenmeter), Dicks, Jennes, Bohrmann (1), Mumme (10), Brinkhues (4), Zidorn (2), Zavada, Schneider (3), Hampel (1). Strafminuten: TVK: 6 - ATSV: 8

(ame)