Handball : Der TVK ist am Boden

Pleite im Abstiegsgipfel: Der TV Korschenbroich verliert in der Zweiten Bundesliga bei Schlusslicht Empor Rostock 31:32 und rutscht selbst ans Tabellenende. Dabei hatte der TVK am Ende noch die große Chance auf Punkte.

Zweite Bundesliga Es war ein Schlüsselspiel. Die große Chance für den TV Korschenbroich, die Abstiegsränge zu verlassen. Doch nun ist der TVK in größeren Abstiegsnöten als zuvor. Beim Tabellenletzten HC Empor Rostock verlor Korschenbroich 31:32. Statt auf Rang 15 zu klettern, rutschte der auswärts noch sieglose TVK ab ans Tabellenende. Auch wenn alles eng ist im Tabellenkeller – Korschenbroich liegt am Boden. Vorerst.

Böses Foul an Marquardt

Dabei hatten die Gäste, die bereits am Freitag angereist waren, in den letzten Minuten noch die Möglichkeit, das Spiel zu drehen. Drei Minuten vor Schluss erzielte Simon Breuer das 30:32. Doch in den letzten Minuten gelang nur noch Marcel Görden ein Tor. Der Anschluss fiel zu spät, neun Sekunden vor dem Ende. Zuvor war der Kapitän Simon Breuer allerdings zweimal an Rostocks Torwart Felix Schröder gescheitert. Zudem verwerteten Breuer, Marcel Görden und Markus Breuer während der 60 Minuten drei ihrer insgesamt acht Siebenmeter nicht. Korschenbroich ließ die große Chance verstreichen.

Helfen konnte auch der Zugang Steffen Fischer noch nicht, der unter der Woche aus Dessau gekommen war. Christoph Piske spielte im rechten Rückraum und traf siebenmal bei zwölf Versuchen. Fischer, der für die verletzten Robin Doetsch und Mathias Deppisch auf Rechtsaußen spielte, gelang in der 39. Minute sein erstes Tor im TVK-Trikot zum 18:19. In der Abwehr machte er seine Sache schon gut, wie Trainer Christian Voß bemerkte. Das Spiel blieb immer eng, bis sich Rostock in der 47. Minute beim 26:21 zum ersten Mal deutlicher absetzte. "In der Phase schließen wir schlecht ab, und wir waren in der Abwehr nicht gefestigt", sagte Voß. Und das hatte auch seinen Grund: die frühe Verletzung von Dennis Marquardt.

Der sollte eigentlich der Ersatz für Florian Korte (Kreuzbandriss) sein. Bei einem Wurf in der neunten Minute aber wurde er in der Luft von Rostocks Maic Sadewasser umgerissen. Marquardt fiel auf den Rücken und konnte nicht mehr weiterspielen. Wie lange er ausfällt, ist noch unklar. Sadewasser sah für die rüde Attacke zurecht Rot. Doch der TVK war nun völlig durcheinandergewirbelt – und spielte ohne einen einzigen gelernten Innenblock. "Irgendwann kann man das nicht mehr auffangen", sagte Voß. "Mit Marquardt und Korte gewinnen wir locker. Und doch wäre mehr möglich gewesen."

Zum nächsten Spiel gegen Hamm will der TVK einen Ersatz für den linken Rückraum haben. "Wir haben einen ganz konkreten Spieler im Blick", verriet Voß. Nun muss geklärt werden, ob der Wechsel auch finanziell klappt.

(RP)